Was passiert?
email Austausch mit intimen Details
Janina hatte an diesem Nachmittag wieder eine Stunde bei Maier. Sie kam etwas zu früh, weil der Bus eher da gewesen war, und setzte sich in den Vorraum. Heute trug sie eine hellgraue, eng anliegende Jeans und ein einfaches weißes T-Shirt unter einer offenen Strickjacke. Die Haare hatte sie halb hochgebunden, die blonden Strähnchen fielen ihr seitlich ins Gesicht. Sie holte ihr Handy raus und öffnete die Mails, während sie wartete.
Eine Nachricht von ihrem Freund war oben:
Hab mit dem Vermieter gesprochen. Die Wohnung ist ab dem 1. frei. Wir müssen langsam planen, wie du pendelst, bis du den Schein hast. Sonst wird’s teuer mit dem Zug.
Darunter eine ältere Mail von Mia:
Hast du die Pille eigentlich wieder angefangen oder bleibt ihr bei Kondomen? Frag nur, weil du letztens meintest, du willst nicht wieder zunehmen. Die 2 kg haben dich echt genervt.
Janina tippte ihrem Freund eine kurze Antwort und wollte gerade die Mail von Mia löschen, als Maier anrief. Er hatte Verspätung, Stau auf der Umgehungsstraße. Sie sollte kurz warten. Janina seufzte, legte das Handy mit dem offenen Bildschirm auf den Stuhl neben sich und ging zur Toilette.
Als sie zurückkam, stand Krüger am Empfang und sprach mit der Frau hinter dem Tresen. Ihr Handy lag noch da, Bildschirm an. Sie nahm es schnell und steckte es ein. Krüger drehte sich um und nickte ihr zu.
„Maier hat Verspätung“, sagte er. „Kann noch zehn Minuten dauern.“
„Okay“, sagte Janina leise und setzte sich wieder. Sie schaute auf ihre Hände.
Krüger blieb stehen. „Nachtfahrt ist nächste Woche, oder?“
Sie nickte.
„Du solltest vorher noch ein paar Stunden machen. Maier meint, du wirst unsicher, sobald’s dunkel wird oder eng. Das wird in der Prüfung teuer.“
Janina antwortete nicht sofort. Sie mochte es nicht, wenn jemand so direkt über ihre Schwächen sprach. „Ich mach die Stunden, die er einträgt.“
„Gut.“ Er sah sie einen Moment an, dann ging er in den hinteren Flur.
Maier kam kurz darauf. Die Stunde selbst war unauffällig. Sie übten Abbiegen und Spiegelblicke. Janina war konzentriert, sagte wenig. Maier korrigierte sie ruhig und vermied es, den Blick zu lange auf ihr Shirt zu richten.
Als sie später ausstieg, sah sie Krüger noch einmal durch das Fenster des Theorie-Raums. Er stand am Pult und schaute auf sein Handy. Janina ging schnell zur Haltestelle. Im Bus öffnete sie die Mail von Mia noch einmal und löschte sie. Sie wusste nicht, ob Krüger etwas gesehen hatte. Das Handy hatte nur kurz offen gelegen. Trotzdem blieb ein unruhiges Gefühl.
Zu Hause schrieb sie ihrem Freund, dass die Stunde okay gewesen war. Die Verspätung und Krügers Kommentar erwähnte sie nicht. Es war nichts gewesen, sagte sie sich. Nur ein Fahrlehrer, der mitbekommen hatte, dass sie noch üben musste. Mehr nicht.
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