Kriegen sie was sie wollen?
Der Preis stimmt
Julius beobachtete Maya aus der Ferne. Sie bewegte sich mit ihrer zielgerichteten Präzision durch das *L’Éclipse*, fast so, als würde sie Figuren auf einem Schachbrett verschieben. Mit kurzen, diskreten Handzeichen und einem Minimum an Worten suchte sie gezielt bestimmte Kolleginnen aus. Drei der Bunnys, deren weiße Outfits im gedämpften Licht des Saals fast zu leuchten schienen, folgten ihrem Zeichen und verschwanden in einem Korridor, der zu den privaten Salons führte – Räumen, die Julius bisher noch nicht kannte und die eine Aura von absolutem Geheimnis ausstrahlten.
Schließlich änderte Maya ihre Richtung. Als sie auf ihn zukam, bemerkte Julius, dass ihre gewohnte Souveränität eine kleine Rissstelle hatte; sie wirkte angespannt, fast so, als würde sie selbst die elektrische Spannung spüren. Sie blieb direkt vor ihm stehen, ihr Blick suchte seinen, und für einen Moment herrschte zwischen ihnen ein Schweigen, das schwer von Erwartungen war. „Einige der Bunnys sollen die besonderen Gäste in einem der Nebenräume bedienen“, erklärte sie leise, wobei ihre Stimme eine Note von Aufregung trug. „Du auch. Geh einfach mit, spiel die Situation mit und pass dich an. Vertrau mir – es wird sich lohnen.“
Sie hielt inne, ihre Augen wanderten kurz weg, als würde sie ein Risiko abwägen oder ein Detail in ihrem Kopf planen. Dann sah sie ihn wieder an, und ein kleiner, fast verschmitzt wirkender Funke blitzte in ihrem Blick auf. „Und weil du so brav bist... als Belohnung wirst du heute Abend endlich die Chance bekommen, meine devote Seite kennenzulernen.“
Julius spürte, wie sein Herzschlag beschleunigte. Die Vorstellung, Maya zu führen und nach seinen Vorstellungen zu benutzen war mehr als aufregend. Doch gleichzeitig regte sich in ihm eine alte, vertraute Unsicherheit. Er schluckte schwer, während er an die massiven Gestalten der Rapper dachte, die er vorhin gesehen hatte. „Glaubst du wirklich...“, begann er zögerlich, „dass sie mich akzeptieren? Ich meine, ich bin kein normales Mädchen. Was, wenn sie mich ablehnen, weil ich... so wie ich bin?“ Die Angst, als „Frau“ erwartet zu werden und dabei zu versagen, oder noch schlimmer, eine Abscheu in den Augen der Gäste zu sehen, ließ ihn zögern.
Maya reagierte prompt. Sie griff nach seiner Hand und drückte seine zierliche Hand mit einer Bestimmtheit, die keinen Widerspruch duldete. „Sie wollen genau dich, Julius.“ Mit einem sanften, aber bestimmten Zug führte sie ihn aus dem Saal und in Richtung der privaten Räume.
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