Läuft beim Umbau alles glatt?

Fortschritt und neue Einblicke

Chapter 4 by Rotstiftakrobat

Die nächsten Tage verschwimmen in einer Mischung aus Schweiß, Sägen, Schrauben und wachsender Routine. Ich stehe jeden Morgen früh auf, ziehe einen der neuen grellen Tangas an – heute den neonorangen – und mache mich an die Arbeit. Der Van nimmt langsam Gestalt an. Ich komme gut voran, weil ich den Großteil selbst mache. Mick und Liz helfen gezielt, wo es nötig ist.

Tag 3:

Ich dämmte den gesamten Innenraum und verlege erste Kabel für Licht und USB-Anschlüsse. Mick schweißt Verstärkungen am Rahmen und zeigt mir, wie man die Platten richtig verschraubt. Er arbeitet konzentriert, aber ich spüre immer öfter seine Blicke auf mir. Wenn ich mich strecke oder bücke, um etwas festzuziehen, scheint er intensiver hinzuschauen. Er sagt nichts, bleibt professionell, aber es fühlt sich anders an als am ersten Tag.

Liz und ich reden viel während der Pausen. Sie erzählt von wilden Partys am Bondi Beach, von Männern, die direkt und unkompliziert sind. „Hier zählt, was du ausstrahlst. Kein langes Rumreden.“ Sie zeigt mir ihre Tattoos genauer – eines am Oberschenkel erzählt von einer spontanen Nacht in Melbourne, ein anderes am Rippenbogen von einer Reise. Ihr Bauchnabelpiercing glänzt, wenn sie lacht. „Ich hab noch mehr. Zungenpiercing zum Beispiel. Macht Spaß bei manchen Dingen.“ Sie grinst und wechselt das Thema zu Outfits. „Du solltest öfter Röcke tragen. Deine Beine sind der Wahnsinn und die kommen in einem Mini richtig zur Geltung!“

gut.“

Ich höre zu, arbeite weiter und spüre, wie der ungewohnte Tanga bei jeder Bewegung unter meiner Sport-Shorts präsent bleibt. Abends falle ich müde auf die Couch und schreibe kurz in die Chats, dass es vorangeht.

Tag 4:

Heute bauen wir die Küchenzeile und das Bettgestell. Ich säge und schleife stundenlang, der Staub setzt sich auf meiner Haut fest. Mick hilft beim schweren Heben und gibt Tipps zur Belüftung. Seine Blicke werden intensiver – er beobachtet mich, wenn ich auf Knien arbeite oder mich recke. Liz bemerkt es nicht oder ignoriert es.

In den Pausen vertiefen sich unsere Gespräche. Liz erzählt von ihren Ex-Freunden, von Partys, auf denen Outfits schnell nebensächlich wurden. „Die australischen Jungs sind direkt. Wenn sie dich wollen, sagen sie es.“ Sie lacht und zeigt Fotos auf ihrem Handy – Strandpartys, knappe Bikinis, tanzende Menschen. „Du mit deiner Figur würdest da voll reinpassen. Klein, trainiert, süß und sexy zugleich.“ Es klingt wie ein normales Kompliment. Ich werde trotzdem rot.

Am späten Nachmittag machen wir früher Feierabend als in den vergangenen Tagen. Liz schlägt vor: „Komm, ich zeig dir ein bisschen Sydney. Du hast eine Pause verdient.“ Wir fahren zum Bondi Beach. Ich ziehe meinen knappen Bikini an – den einzigen, den ich habe. Liz trägt einen noch freizügigeren. Am Strand bestellen wir Drinks in einer Bar direkt am Wasser. Die Sonne geht langsam unter, die Stimmung ist entspannt.

Mehrere Männer sprechen uns an – Surfer-Typen, ein paar Backpacker. „You two look amazing.“, sagt einer und mustert mich länger. Für mich ist das alles neu. Liz lacht und plaudert locker. Später, als wir im Wasser stehen, sagt sie zu mir: „Du hast einen tollen Körper, Jette. So zierlich und durchtrainiert. Genieß die Blicke. Zeig was du hast. Hier ist niemand, der dich kennt.“ Ihre Worte hallen in mir nach. Ich fühle mich ausgestellt und gleichzeitig seltsam lebendig. Wir trinken noch einen Cocktail, lachen über die Anmachsprüche, von denen der Genannte mit Abstand der harmloseste war, und fahren zurück. Der Abend war überraschend erfrischend und auch ein Stückweit befreiend. Ich konnte den Stress der vergangenen Tage zumindest ein Stück weit vergessen und Australien endlich genießen. Bondy Beach wird mich auf jeden Fall häufiger sehen.

Tag 5:

Liz hat mir am Morgen einen Rock ausgesucht. Einen kurzen, trashigen Jeans-Minirock, der kaum meine Oberschenkel bedeckt. „Besser als immer nur Shorts. Passt zum Wetter.“ Ich ziehe ihn an, kombiniert mit einem Crop-Top und einem dem giftgrünen Tanga darunter. Der Rock ist echt unvorteilhaft für die Arbeit. Ich schaue Liz an: „Liz, das ist doch nichts für die Arbeit?!“, aber sie grinst nur: „Du siehst heiß aus. Na komm schon.“ Ich überlege kurz und gebe dann nach. Heute muss ich viel auf allen Vieren arbeiten: Kabel verlegen unter den neuen Schränken, den Boden fein säubern und Polster zuschneiden. „Na das kann ja was werden“, denke ich.

Jedes Mal, wenn ich mich hinknie oder auf alle Viere gehe, rutscht der kurze Rock hoch. Der giftgrüne Tanga bildet einen krassen Kontrast zum blauen Jeansstoff blitzt deutlich auf unter dem Minirock auf. Ich versuche, mich vorsichtig zu bewegen, aber es ist unmöglich bei der engen Arbeit im Van. Mick arbeitet nah bei mir. Als Liz kurz draußen ist, um Lack zu holen, passiert es wieder besonders offensichtlich. Ich strecke mich nach einem Kabel, der Rock fährt komplett hoch. Mick schaut direkt hin.

„Netter Anblick, Jette“, sagt er ruhig, mit einem leichten Lächeln, aber ohne den Blick sofort abzuwenden. Er tut dann so, als sei nichts, und reicht mir das nächste Werkzeug. Mir schießt die Hitze ins Gesicht. Wahnsinnig unangenehm. Ich murmele etwas Undeutliches und arbeite schneller weiter, die Beine enger zusammen. Die Scham brennt den ganzen Rest des Vormittags. „Er muss mein Outfit falsch verstanden haben.“, Denke ich und male mir im Kopf alle möglichen Szenarien aus.

Trotzdem kommen wir gut voran. Der Van hat jetzt ein richtiges Bettgerüst, die Küche ist fast fertig, die Dämmung sitzt. Zeit vergeht im Flug – die körperliche Arbeit, die Gespräche mit Liz über ihr Leben und die intensiven Blicke von Mick machen die Tage intensiv. Am Abend bin ich erschöpft, aber der Van fühlt sich immer mehr wie meiner an.

Ich sitze später draußen, schreibe in die Chats und denke über Liz’ Worte am Beach nach. „Zeig was du hast.“ Heute habe ich auf jeden Fall gezeigt was ich habe und zwar deutlich mehr als mir lieb ist.

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Wird der Van wie geplant fertig?

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