Wie geht es mit Team weiter?
Tage danach im Büro
Die ersten Tage zurück im Büro waren merkwürdig.
Die Stimmung war angespannt, fast schon komisch. Wir elf, die an jenem Abend dabei gewesen waren, trauten uns kaum, einander richtig anzuschauen. Es lag etwas in der Luft — eine Mischung aus Scham, Verlegenheit und dem Wissen, dass wir etwas sehr Intimes geteilt hatten. Der Abend war privat viel tiefer gegangen, als es bei Arbeitskollegen jemals üblich war.
Manchmal begegnete ich Markus im Flur — er nickte nur kurz und schaute schnell weg. Bei Andreas oder Stefan war es ähnlich. Man spürte: Jeder trug seine eigenen Gedanken und Erinnerungen mit sich herum.
Nur mit Lena war es etwas entspannter. Wir hatten ja schon unter vier Augen gesprochen.
Dann organisierte Lena eine Teamsitzung. Der Titel klang harmlos: „Verbesserte Zusammenarbeit im Team“.
Aber jeder, der auf der Teilnehmerliste stand, wusste sofort, worum es wirklich ging. Nur wir elf waren eingeladen.
Im Besprechungsraum setzte sich eine gespannte Stille ein. Lena moderierte ruhig und sachlich.
Lena: „Bevor wir über Zusammenarbeit sprechen, möchte ich, dass jeder kurz sagt, wie er den Abend vor zwei Wochen erlebt hat. Ganz ehrlich.“
Einer nach dem anderen sprach.
Die meisten sagten Ähnliches: Es war extrem, sehr intim, für Arbeitskollegen ungewöhnlich — aber im Grunde im grünen Bereich. Niemand fühlte sich wirklich verletzt. Einige gaben zu, dass sie es genossen hatten, andere waren eher verlegen. Markus räumte ein, dass er zu dominant gewesen war. Lukas sprach leise von schlechtem Gewissen.
Als ich dran war, sagte ich:
Ich: „Es war sehr intensiv und teilweise überwältigend. Aber ich habe es überstanden. Und ich bin froh, dass wir jetzt darüber sprechen.“
Nachdem alle gesprochen hatten, war die Stimmung merklich leichter geworden. Es fühlte sich an, als wäre eine schwere Last von uns abgefallen. Die Aussprache half enorm.
Am Ende der Sitzung sagte Lena:
Lena: „Dann lassen wir den Abend jetzt als etwas Besonderes hinter uns und gehen wieder normal miteinander um.“
Von da an wurde es tatsächlich besser. Wir konnten uns wieder in die Augen schauen, normal reden, sogar Witze machen. Die komische Spannung löste sich langsam auf.
Nur Lukas wich mir etwas aus.
Er war freundlich, aber distanziert. Wenn wir uns im Flur begegneten, lächelte er kurz, schaute dann aber schnell weg. Es schien, als wüsste er nicht, wie er mit mir umgehen sollte — oder als hätte er Angst vor dem, was zwischen uns entstanden war.
Ich spürte eine leichte Enttäuschung. Aber ich ließ ihm Zeit.
Die Nacht hatte uns alle verändert.
Aber das Leben im Büro ging weiter.
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