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Chapter 20
by
Mudley
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Kapitel 20: Erwischt in der Nacht
Freitagmorgen, kurz nach Mitternacht. Im Zimmer der Zwillinge Annika und Svenja brannte nur eine kleine Nachttischlampe. Die fünf Mädchen – Laura Becker mit ihren pinken Haaren, Maria Schmidt die blonde Tänzerin, Nina Fischer die sportliche Dunkelhaarige und die beiden identischen blonden Zwillinge – saßen eng gedrängt auf den Betten und dem Boden, flüsternd.
Sie hatten sich heimlich hier versammelt, um endlich einen Plan zu schmieden. Weglaufen? Einen Brief an die Eltern schmuggeln? Sich gemeinsam weigern? Die Stimmen waren leise, aber aufgeregt.
Plötzlich ein scharfes Klopfen an der Tür. Dreimal. Hart.
Die Mädchen erstarrten.
„Aufmachen! Sofort!“ Die Stimme von Professor Richter, laut und befehlsgewohnt.
Annika sprang auf, doch es war zu spät. Der Generalschlüssel drehte sich bereits im Schloss. Die Tür flog auf. Richter stand da, flankiert von Professor Meier und Dr. Fischer – alle drei in Nachthemden und Morgenmänteln, als hätten sie nur auf so etwas gewartet.
„Nachtruhe-Verstoß. Zusammenkunft in fremdem Zimmer. Fünf Personen“, sagte Richter kalt. „Mitkommen. Alle.“
Widerstand war zwecklos. Die Mädchen wurden gepackt und die Treppen hinuntergeführt – barfuß, nur in ihren Nachthemden – direkt in den Kerker.
Die schwere Eisentür fiel hinter ihnen ins Schloss.
Direktor von Bergen wartete bereits unten, in einem dunklen Morgenmantel, die Arme verschränkt. Professor Schwarz stand neben ihm, ein Notizblock in der Hand.
„Eine kleine Versammlung, wie ich sehe“, sagte von Bergen mit ruhiger, eisiger Stimme. „Das verstößt schwer gegen die Hausordnung. Als Strafe verbringt ihr das gesamte Wochenende hier unten. Ab sofort bis Montagmorgen zum Frühstück. Wasser und trockenes Brot. Und natürlich... angemessene Bestrafungen.“
Die Mädchen wurden in die drei Zellen verteilt: Laura und Maria in die erste, Nina in die zweite, Annika und Svenja zusammen in die dritte. Die Gittertüren wurden zugeschlagen und abgeschlossen.
Ein Korb mit ein paar Flaschen Wasser und einem Laib trockenes Brot wurde in die Mitte des Raums gestellt.
„Gute Nacht, meine Damen“, sagte von Bergen. „Wir sehen uns bald wieder.“
Die Lampen wurden gedimmt. Die Lehrer gingen.
Die fünf Mädchen saßen in der Kälte auf den harten Pritschen, hörten nur das Tropfen von Wasser irgendwo im Gemäuer.
