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Chapter 6
by
Daemony
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Davids POV: Die Tür zum Bad
Ich hatte nicht vorgehabt, vor dem Badezimmer stehen zu bleiben.
Das redete ich mir ein, aber es stimmte nicht ganz.
Ich hatte die halbvolle Tasse wieder in der Hand. Obwohl ich sie in der Küche sofort unter kaltes Wasser gehalten hatte, brannte meine Haut dort, wo die heiße Flüssigkeit darüber gelaufen war.
Eigentlich wollte ich jetzt nur zurück an meinen Schreibtisch. Nele duschte. Aber dann hörte ich, wie das Wasser abgestellt wurde. Das Rauschen verstummte. Stille.
Und ich stand da. Ich klopfte nicht. Ich sagte nichts. Ich bewegte mich nicht. Ich stand einfach nur da.
Die Tür war geschlossen, aber nicht verschlossen. Das wusste ich, weil sie sich ganz leicht bewegte, wenn ich mit den Fingern an die Klinke tastete. Nur um zu testen. Nur um mich zu vergewissern. Es gab keinen Widerstand. Nichts würde mich davon abhalten, sie zu öffnen.
Eine dünne Nebelschwade schlängelte sich durch den Spalt unter der Tür. Ich konnte Bewegungen dahinter hören – leise, langsam. Nicht hastig, wie jemand, der sich abtrocknet und anzieht. Es klang ... bedächtig. Absichtlich. Abwartend.
Ich schluckte und sagte mir, ich solle weggehen. Jetzt.
Stattdessen griff ich fester nach der Tasse. Ich schaute hinein. Die schwarze Oberfläche war wie ein Spiegel, aus dem ein Paar fragender Augen zurück starrte.
Es war nicht das erste Mal, dass so etwas passierte. Eben im Flur war das Handtuch heruntergerutscht. Die Bluse, die genau über dem Busen aufgeknöpft war. Der Rock, der höher rutschte, als er sollte. Das viel zu kurze Nachthemd im Keller. Zuerst dachte ich, es sei Zufall. Unbeholfenheit. Jugendlicher Leichtsinn. Aber inzwischen...
Ich hatte das Gefühl, es war Absicht.
Und das machte mir Angst. Mehr Angst als alles andere. Denn ein Teil von mir wollte glauben, dass es kein Zufall war.
Ein weiteres Geräusch von innen. Das Rascheln von Stoff. Dann Stille. Sie bewegte sich nicht mehr. Sie kam nicht raus.
Wartete sie? Auf mich?
Meine Hand schwebte über der Türklinke.
Ich war mir allzu bewusst. Mein Atem. Mein Puls. Mein Verlangen. Ich war ein erwachsener Mann, älter, als ich zugeben wollte. Ich sollte es besser wissen. Ich hatte Jahre damit verbracht, es besser zu wissen. Ich hatte sie aufwachsen sehen, vom kleinen Mädchen zur jungen Frau. Und ich hatte immer gewusst, dass ich der Erwachsene war. Der Vernünftige.
Ich wandte mich ab.
Ein Schritt. Zwei. Drei.
Dann, ohne nachzudenken warum, blieb ich stehen. Schaute zurück.
Immer noch kein Geräusch. Immer noch keine Bewegung.
Ich starrte auf das Holz, schlicht und unscheinbar.
Und ich wusste, die Frage war nicht, ob es passieren würde, sondern wann es passierte.
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Neles peinliche Missgeschicke
Stieftochter benimmt sich äußerst ungeschickt, wenn sie mit ihrem Stiefvater allein ist.
Ich bin allein zu Hause mit meinem Stiefvater. Irgendwie benehme ich mich in seiner Gegenwart auffällig ungeschickt. Was muss er nur von mir denken? Ich hoffe, er denkt genau das, was ich damit beabsichtige.
Updated on May 3, 2026
by Papas_Liebling
Created on Jul 6, 2025
by Papas_Liebling
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