Wie wird die Mission wohl verlaufen?
Wie üblich nicht ganz perfekt
Dann war auch schon das "Zentrum für Psychiatrie und Suchtmedizin" ausgeschildert, wie die Anstalt hieß, zu der sie wollten, und an der nächsten Abfahrt verließen sie die Landstraße und fuhren nun auf eine kleine Ortschaft zu, an deren Rand das getarnte Gefängnis lag. Dann ging es noch einmal rechts ab auf eine Privatstraße, die nur ein paar hundert Meter weiter an einem großen Tor in einem sehr imposant und klassisch wirkendem schmiedeeisernen Zaun endete. Ein kleines Wachhaus war direkt davor, und als sie hielten, beugte sich auch schon eine humorlos wirkende Frau in einem dunkelgrauen Overall zu ihnen hinaus. "Sie wünschen?"
"Mein Name ist Asim Fayek", sagte Steffen mit einer leicht kratzigen Stimme, "Firma Fleckenteufel. Doktor Kläubner hat uns hierher bestellt."
"Doktor Kläubner?" Die Frau musterte Steffen misstrauisch. "Davon hat mir niemand was gesagt. Und Doktor Kläubner ist bereits im Feierabend."
Steffen zuckte mit den Schultern. "Also, wir können auch wieder gehen, wenn wir nicht gebraucht werden. Die Anfahrt für vier Personen müssen wir dann aber trotzdem berechnen. Wenn Sie mir kurz unterschreiben, dass wir hier waren..."
Die Frau vom Wachschutz winkte eilig ab. "Vielleicht weiß mein Chef mehr", sagte sie, griff nach dem Telefonhörer neben sich und tippte drei Tasten. "Herr Kovacs? Hier ist eine Firma Fleckenteufel am Tor, die- Ah? Jawohl!" Sie legte auf und nickte Steffen zu. "Melden Sie sich am Haupteingang", sagte sie. "Der Schichtleiter zeigt Ihnen den Raum, wo Sie sauber machen sollten."
"Danke", lächelte Steffen ihr zu, und als sich das Tor öffnete, steuerte er den Kombi hindurch. "Läuft doch", sagte er zu den anderen im Auto."
"Bisher", sagte Jessie. "Ich hoffe, auf dem Rückweg geht das genauso reibungslos. Ich kann die da nämlich nicht so einfach kontrollieren, wie du dachtest."
Steffen nickte. "Die übernehme ich", sagte er, "wird ein Kinderspiel, solange ihr Traumtyp nicht gerade zwei Meter groß oder einsfünfzig klein ist. Aber das sehen wir ja gleich." Er stellte den Wagen direkt am Haupteingang ab und griff zu der prall mit Kleidung gefüllten Sporttasche im Beifahrerfußraum. "Alles klar. Ich mach mich auf den Weg. Testet mal, ob eure Headsets gehen."
Malia grinste unter ihrer Maske. "Test, Test!"
"Okay, ich hör dich", nickte Alex, "ihr mich auch?"
"Klar", bestätigte Jessie, und auch Malia nickte. "Kann losgehen."
Aus den Headsets klang nun auch Toms Stimme an ihre Ohren. "Bin ebenfalls in Position. Alles ruhig. Haltet soweit wie möglich Funkstille; wir senden zwar verschlüsselt, aber je mehr wir reden, desto wahrscheinlicher ist es, dass uns doch jemand aufspüren kann."
Steffen nickte. "Wichtiger Sicherheitshinweis", sagte er zu den anderen. "Nur im Notfall senden. So, und jetzt aber los. Syren, Shorty, euer Auftritt, Roadie geht auf den Fahrersitz."
"Also dann." Alex öffnete die Tür und stieg zusammen mit den anderen aus, um sich direkt danach ans Steuer zu setzen. Während sich Steffen Richtung des Tores entfernte, traten Malia und Jessie auf die Pforte des getarnten Gefängnisses zu, das man durchaus für ein Krankenhaus hätte halten können, wären die vergitterten Fenster nicht gewesen. Alex ließ eine Seitenscheibe herab, so dass er hören konnte, was draußen geschah, als die beiden Frauen die Treppe hochgingen.
"Bitte stehenbleiben", ertönte in diesem Moment eine sonore männliche Stimme aus einem Lautsprecher. "Sie sind die Gebäudereiniger?"
Jessie nickte. "Das sind wir", sagte sie. "Lassen Sie uns bitte rein?"
Ein leises Knacken war aus dem Lautsprecher zu hören. "Bitte einmal die Gesichtsmasken entfernen, damit ich Ihren Zutritt dokumentieren kann."
Die beiden Frauen sahen sich an, nickten kurz, und dann sah Jessie nach vorne in die Kamera und atmete tief ein.
"Boy, Boy, crazy Boy– Bleib cool, Boy!" sang sie.
Und von der Pforte erklang ein lautes Summen, als die Türflügel aufschwangen.
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