Lassen sich die anderen von Viktor überzeugen?

Die Vorbehalte sind groß

Chapter 162 by Hentaitales Hentaitales

"Jessie..." Steffen sah sie ernst an. "Es hat sich nicht wirklich viel geändert seit dem letzten Mal, als wir über die Sache gesprochen hatten. Ich sehe eigentlich keinen Grund, warum wir jetzt noch einmal mit der Diskussion anfangen sollten."

"Du warst die letzten Wochen aber nicht hier", warf Lorena ein, "und du hast nicht mitbekommen, wie gut sich Viktor inzwischen hier eingelebt hat. Aber hör dich doch einfach mal um, was die anderen von ihm halten."

Jessie nickte heftig. "Ganz genau! Erst mal gab's keine weiteren Zwischenfälle mehr mit ihm. Er hat sich und seine Kräfte inzwischen wirklich gut im Griff."

Auch Connor nickte. "Ich hab ihn auch nur von seiner guten Seite kennengelernt. Ein ruhiger, bescheidener Kerl, der sich sehr viel Mühe gibt, mit allen gut auszukommen. Sogar deine Töchter können ihn echt gut leiden, Steffen!"

"Oh ja!" sagten Fanny und Steffi gleichzeitig und brachen unmittelbar danach in ein gemeinschaftliches Kichern aus. "Sorry", meinte Steffi schließlich, "aber er ist echt aufmerksam im Bett! Eine Wucht, sogar wenn wir ihn beide in Beschlag nehmen!"

"Was uns natürlich auf einer Mission sehr viel nutzen wird", gab Tom sarkastisch zurück. "Ich bin noch nicht ganz so enthusiastisch, was ihn angeht. Klar, er macht sich bisher gut, aber er wurde ja auch noch kein einziges Mal wirklich herausgefordert! Nichts gegen dich, Viktor, aber ich bin mir bei dir nicht sicher, was du tun wirst, wenn du den Leuten direkt gegenüberstehst, die dich gefangengehalten und gefoltert haben. Und auf einer Mission, wo es um des Leben einer anderen Person geht, will ich dich noch nicht dabei haben. Eher bei was, wo weniger viel auf dem Spiel steht."

Viktor wirkte etwas unzufrieden bei diesen Worten. "Aber genau hier könnt ihr mich doch am meisten brauchen!" warf er ein.

Malia schüttelte entschieden den Kopf. "Genau hier kannst du auch den meisten Schaden anrichten", sagte sie. "Wenn du von irgend was da getriggert wirst und die Kontrolle verlierst, stell dir mal vor, was das für einen Eindruck auf die Frau macht, die wir da rausholen wollen. Und selbst wenn alles glatt geht: wenn du deine Kräfte einsetzt, wirst du damit auch - wie heißt sie nochmal? Mao?"

"Dao", sagte Steffen.

"Richtig, Dao, auch die wirst du beeinflussen. Wird das dann nicht total verstörend für die, wenn du sie unter deiner Kontrolle hast? Die hat doch bestimmt schon genug mitgemacht."

Viktor sah sie mit fragendem Blick an. "War das so schlimm für dich, von meinen Kräften beeinflusst zu werden?"

Malia druckste ein wenig herum. "Na ja, schlimm vielleicht nicht..."

"Auf jeden Fall ist es schon etwas verstörend", meldete sich nun Alex zu Wort, "und Malia hat recht: wir reden von jemandem, der wie du eine Menge Scheiße erlebt hat. Keiner von uns weiß, wie stabil sie ist und wie sie darauf reagiert, wenn sie deine Kräfte erleben muss. Das will ich ihr auch ersparen."

"Es ist echt nichts gegen dich, Viktor", sagte Tamara, "aber ich finde, Alex hat recht. Deine Kräfte sind vielleicht superpraktisch hier. Aber wir haben keine Ahnung, wie Dao auf sie reagieren wird. Denk mal daran, wie sauer Pandora war, dass sie von dir beeinflusst wurde. Willst du das noch mal riskieren, bei jemandem, der uns noch gar nicht kennt?"

Das war letzten Endes das zündende Argument, und Viktor sah - wenn auch etwas grummelnd - schließlich ein, dass er auf dieser Mission noch nichts verloren hatte. Lediglich Jessie versuchte noch einmal zu argumentieren, wie viel sicherer es wäre, wenn er mitkam, aber die Stimmung in der Gruppe war bereits eindeutig. Und so ging es zusammen mit Steffen, Tom, Alex, Malia und ihr in die Detailplanung, und der genaue Zeitablauf für die Befreiung wurde allen eingepaukt, damit es auch keine Fehler geben konnte.

Eine Nacht schliefen dann alle noch einmal, ehe es am kommenden Nachmittag in einem Kombi in Grünmetallic losging. Steffen hatte die Gestalt eines gutaussehenden männlichen Krauskopfs mit vage arabischen Gesichtszügen angenommen und ging ans Steuer des Wagens, mit Jessie auf dem Beifahrersitz, während Alex und Malia auf dem Rücksitz saßen. Alle waren in blaue Arbeitsoveralls gekleidet und trugen Atemschutzmasken vor den Mündern, mit Ausnahme von Steffen, der sich in einen etwas eleganteren Businessanzug geworfen hatte.

"Nicht vergessen, wir haben keine Rückendeckung", mahnte Steffen noch einmal alle, als sie sich bei Sonnenuntergang langsam ihrem Ziel näherten. "Tom beobachtet uns per Drohne von oben, aber er kann uns nur Informationen geben und nicht irgendwie eingreifen. Wir müssen uns also auf uns selbst verlassen. Darum bleiben alle zusammen, bis wir nach der Exfiltration an unserem Übergabepunkt ankommen. Keine Einzelgänge, niemand verlässt seine Position. Wenn jemand nicht weiterkommt, bleibt er, wo er ist und wartet, dass die anderen zu ihm kommen. Soweit klar?"

"Ja, zum achten Mal klar!" Jessie seufzte und sah aus dem Fenster, wo sich im letzten Tageslicht noch eine Großbaustelle gegen den Horizont abzeichnete. "Es hängt von jedem Einzelnen ab, dass alle wieder gesund heimkommen. Wie du es schon gestern gesagt hast, wie du es immer sagst. Und keine lebenden Schutzschilde nehmen, und auf unsere Zielperson besonders gut aufpassen! Hab ich noch was vergessen?"

Steffen sah aus den Augenwinkeln zu ihr. "Eins", sagte er dann. "Bitte keine deutschen Schlager heute."

Jessie lächelte müde. "Und wenn wir auf dem Rückweg rennen müssen?" sagte sie. "Weil, dann geht's für uns atemlos durch die Nacht..."

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Wie wird die Mission wohl verlaufen?

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