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Chapter 6 by The Pervert
Kann Rotkäppchen dem Wolf wirklich entkommen ?
Sie entkommt zwar dem Wolf, aber hat sich verirrt.
Rotkäppchen schaffte das Kunststück sich schnell aber auch leise den Pfad entlang zu bewegen ohne zu stolpern. Nach wenigen dutzend Metern wurde der Pfad breiter und der Wald lichtete sich etwas, so das sie gut sehen konnte was vor ihr lag. Gleichzeitig machte der Pfad einige Bögen die reichlich Gestrüpp als Sichtschutz zwischen sie und ihren eventuellen Verfolger brachten.
Als sie an einen kleinen Bach kam lief sie dessen Bett entlang, da sie sich erinnerte das ein Jäger ihrem Vater einmal erzählt hatte das ein Fuchs den er gejagt hatte seinem Hund so seine Fährte entzogen hatte.
An einer seichten Stelle stieg sie aus dem Bachbett und lief erneut durch den Wald. Erst nach vielen Minuten verspürte sie eine gewisse Sicherheit und nach einer halben Stunde war sie sich sicher den Wolf zumindest für eine Weile abgehängt zu haben.
Dafür hatte sie sich aber auch komplett verirrt. Dieses Gefühl der Einsamkeit und der noch immer drohenden Gefahr ließ das Mädchen ängstlich zittern und weinen. Wie sollte sie je den Weg zu ihrer Großmutter oder nach Hause finden ?
Rotkäppchen beschloss von hier, wo sie war, zunächst stur in eine Richtung zu gehen. Auch der dichteste Wald war irgendwo einmal zu Ende und irgendwo würde sie schon Hinweise finden wo sie Hilfe finden konnte. Außerdem war es noch früh am Tag, so das es noch lange hell und trocken bleiben würde.
Also straffte sie kurz entschlossen die Schultern und marschierte los, in eine Richtung die sie "hoffentlich" weiter vom bösen Wolf fort bringen würde.
Zornig auf sich selbst stapfte Rotkäppchen durch den Wald, immer bemüht keine auffälligen Spuren zu hinterlassen. Auf jeden Fall würde sie zu Hause eine Menge Ärger bekommen. Aber welche Strafe ihre Eltern ihr auch aufbrummen würden, sie hatte sie verdient und nahm sich vor sie klaglos zu ertragen.
*
Inzwischen war selbst dem etwas einfältigen Wolf klar geworden das ihn das leckere Mädchen gehörig verarscht hatte. Obwohl sein Geruchssinn sich schon fast wieder normalisiert hatte gelang es ihm nicht mehr die Fährte des Mädchens wiederzufinden. Vor Wut tobend massakrierte er einige junge unschuldige Büsche und Bäume und ertränkte beim Wasserlassen an einer alten Eiche eine Eidechse.
Gerade als er dabei seinen Schwanz in der Hand hielt und ihm klar wurde welche Freuden ihm durch seine Blödheit durch die Lappen gegangen war stiess er ein klagendes Heulen aus.
DIE WELT KONNTE JA SO UNGERECHT SEIN !
Schniefend massierte er seinen sofort reagierenden Pimmel ein wenig, aber das letzte wozu er jetzt wirklich Lust hatte, war sich einen runterzuholen. Verdammter Schafsdreck !
Nachdem seine gröbster Wut verraucht war, überlegte er. Hatte das Mädchen nicht ihre Grossmutter erwähnt, und das sie eigentlich nicht weit von hier wohnen würde ? Ja. - Hm !
Langsam begann sich ein neuer, vielleicht sogar noch besserer Plan im Kopf des Wolfes zu formen.
*
Zur Mittagszeit wurde Rotkäppchen zwar hungrig, aber da die Sachen in dem Korb, der ihr inzwischen doch ziemlich schwer wurde für ihre Oma gedacht waren, wagte sie nicht davon etwas zu nehmen. So trottete sie als mit leerem Magen weiter. Der Wald wurde wieder dichter und das vorwärts kommen wurde schwieriger, auch weil die Büsche immer stacheliger wurden. Aber da drang ein Geruch in Rotkäppchens niedliches Näschen der sie erleichterte. Rauch !
Es war eindeutig der Rauch einer Feuerstelle, denn der Wald war zu feucht um zu brennen. Und wo Feuer war, waren auch Menschen, die ihr den Weg zurück zeigen konnten.
Da der Wind recht beständig aus einer bestimmten Richtung wehte konnte Rotkäppchen dem Weg zu ihrem Ziel mit einiger Sicherheit folgen ohne Gefahr zu laufen sich weiter zu verirren.
Das Gelände wurde immer buckeliger und Rotkäppchen merkte das sie sich einem mächtigen Hügel näherte der ein Ausläufer des nahen Gebirges war. Durch eine Schneise trat sie plötzlich auf eine künstlich angelegte Lichtung von der ein ausgetretener Weg zu den Bergen führte. Aber direkt vor ihr, in den felsigen Erdwall war eine kleine Tür eingelassen.
Rotkäppchen weinte vor Freude als sie das sah. Sie erinnerte sich gehört zu haben das es in der Nähe des Gebirges einen Ort gab wo ein Rudel Zwerge lebte. Diese waren bekannt geworden weil sich eine wunderschönes Mädchen mit schwarzen Haaren und einer Haut wie Schnee und Blut, eine wahre Prinzessin geradezu, die von ihrer bösen Stiefmutter verfolgt worden war bei ihnen einquartiert und versteckt hatte. Wie hieß sie doch gleich ? Schnell... nein Schneewittchen. Und es waren sieben Zwerge. Genau ! Diese Geschichte bewies doch augenscheinlich die hilfsbereite Einstellung dieser herzensguten Leute.
Rotkäppchen seufzte erleichtert auf. Hier würde man sie bestimmt willkommen heißen, aber ihr mit Sicherheit helfen.
Langsam ging sie auf die kleine Tür zu und klopfte.
Rotkäppchen und die sieben Zwerge ?
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