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Chapter 2 by Roman Sans Dilero

Für welchen Charakter entscheidet sich Anne

Ennia die Waldläuferin

Nach etwas Überlegung entschied sich Anne für ein Kostüm aus Leder und verwaschenem grünen Stoff. Das Outfit gehörte zu ‚Ennia der Waldläuferin‘, einer jungen Elfin die in den Wäldern von Avernia aufgewachsen war und auf den Kampf mit dem Bogen spezialisiert war.

„Ennia also, eine gute Wahl. Den Charakterbogen und die Würfel kannst du auf dem kleinen Tisch dort ablegen bevor du dich umziehst.“ Erklärte die Stimme des Mannes.

Hinter dem Vorhang fand Anne einen leeren Schrank der wohl für ihre Kleidung gedacht war. Sie begann ihre Klamotten abzulegen und schaute sich das Elfenkostüm genauer an. Neben den künstlichen Ohren war überraschenderweise auch Unterwäsche auf dem kleinen Stapel. Ein Bustier und ein Slip die beide aus Schurwolle waren und so hässlich aussahen wie sie kratzig waren.

‚Bei aller Liebe zum Realismus. Dafür dass das hier erotisches Rollenspiel sein soll ist das die hässlichste Unterwäsche die ich je gesehen habe.‘ Anne schüttelte den Kopf und zog die Unterhose hoch in den Schritt wo sie sofort anfing zu jucken.

Als sie das ganze Kostüm angelegt hatte und ihre Kleidung im Schrank verstaut hatte trat sie hinter dem Vorhang hervor.

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„Das Kostüm steht dir ganz vortrefflich. Ich würde gerne ein Foto von dir machen damit sich die Leser meines Blogs sich sie Szenen etwas besser vorstellen können.“ Sagte der Mann und nahm eine Kamera aus einer Schublade des Schreibtischs.

Als der Mann näher kam um das Foto zu machen bekam Anne ihn zum ersten Mal genauer zu sehen. Seine Bewegungen wirkten präzise und kraftvoll und sein athletischer Körperbau hätten Anne beinahe über sein Alter getäuscht aber die Stressfalten im Gesicht und das grau melierte, dunkle Haar zeugten davon dass der Mann vermutlich schon in seinen Fünfzigern war. Vom Gesicht konnte sie aufgrund der mangelnden Beleuchtung nur wenig erkennen aber die kantige Stirn und die schmalen Lippen gaben dem Mann ein verbissenes Antlitz das Respekt kommandierte.

„Wie wäre es wenn du dich hinkniest als ob du eine Spur lesen würdest.“ Schlug der Mann vor.

Anne folgte dem Vorschlag und blickte leicht an der Kamera vorbei als ob sie etwas in der ferne beobachten würde. Der Lendenschurz bedeckte in dieser Position nicht viel mehr als ihren Schritt und das Oberteil ließ die Brüste von unten unbedeckt aber Anne fühlte sich nicht unwohl. Sie hatte bei anderen Shootings schon mehr Haut gezeigt und der Mann schien ihre Grenzen ernst zu nehmen, sonst hätte er ihr vermutlich keine safety phrase gegeben.

Als der Mann ein Foto gemacht hatte mit dem er zufrieden schien kehrte er zurück zum Schreibtisch und wies Anne an sich zu dem Tisch mit dem Charakterbogen zu begeben.

Ennia wacht auf einem einfachen Strohbett auf, sie hatte das Dorf erst spät in der letzten Nacht erreicht und war in einem Gästezimmer des Bürgermeisters untergekommen. Sie hatte sich glücklich schätzen können eine Waldläuferin der Alluai zu sein denn auch wenn viele Menschen die Elfen für überhebliche Weichlinge hielten respektierten sie die Waldläufer da die Wälder seit dem Aufstieg von Ibouros zu gefährlichen Orten geworden waren.

Ennia wusch sich mit dem Wasser was in einer Schüssel für sie bereit gestellt worden war. Es war eiskalt und Ennias Brustwarzen wurden steinhart aber sie war die Temperatur von ihren Reisen gewöhnt, die meisten Bergbäche waren zu dieser Jahreszeit noch viel eisiger. Als sie sich angekleidet hatte begab sie sich aus dem Zimmer wo sie schon von einer Magd erwartet wurde die sie darüber informierte dass der Bürgermeister die Waldläuferin gerne in seinem Büro sprechen würde.

Der Bürgermeister war ein untersetzter Mann mit einer Halbglatze, er wirkte hinter seinem gigantischen Schreibtisch so winzig wie ein Gnom aber die runden Ohren und die knollige Nase wiesen ihn unmissverständlich als Menschen aus.

„Ihr könnt euch glücklich schätzen das Gewand der Waldläufer zu tragen, einen anderen Reisenden hätten wir um diese Uhrzeit nicht mehr eingelassen.“ Begrüßte der Mann die Elfin unhöflich. „Ich hoffe ihr konntet auch auf der Strohmatratze gut ruhen, aus euren Elfenstädten seid ihr bestimmt Seide und Daunen gewohnt.“

„Ganz im Gegenteil werter Bürgermeister, dies ist die erste Nacht seit Wochen die ich nicht auf der Erde verbringen musste, ich bin euch für die Gastfreundschaft außerordentlich dankbar.“ Entgegnete Ennia diplomatisch.

„Nun verzeiht das Misstrauen junge Frau aber wir hatten es in letzter Zeit häufig mit Hochstaplern zu tun die sich als Mitglieder eurer Profession ausgaben. Ihr könnt mir nicht zufällig beweisen, dass ihr auch wirklich eine der Alluai seid.“ Fragte der Mann forschend nach.

„Ich trage das traditionelle Gewand der Waldläufer und bin offensichtlich elfischen Blutes, ich weiß nicht welch weiteren Beweis ihr noch benötigen könntet.“ Erwiderte die Elfin, nun schon leicht genervt von der Respektlosigkeit des Bürgermeisters.

„Um den Bürgermeister zu überzeugen hätte ich bitte einen Charismawurf. Wirf einfach einen der großen Würfel, addiere die Zahl die auf dem Bogen bei Charisma steht und sag mir das Ergebnis.“ Forderte der Mann Anne auf.

Anne griff sich einen der Würfel, schüttelte ihn etwas in den Händen und lies ihn ihn auf den Tisch fallen. Dabei fiel ihr auf, dass sie ihr Herz klopfen spürte, die Geschichte hatte sie in ihren Bann gezogen und sie war viel gespannter darauf wie es weitergehen würde als sie erwartet hatte.

Ist der Charismawurf erfolgreich?

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