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Chapter 68 by Bitbuster Bitbuster

Geburtstagsfeier

Party, Party

Der nächste Morgen verlief ruhig und wie zuvor, half Patrick im Labor aus.

Zum Mittag gönnte er sich nur eine Kleinigkeit, immerhin sollte es auf der Feier eine recht große Auswahl an Speisen und Getränken geben.

Auch der Nachmittag verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.

So konnte er nach dem Schichtwechsel um 16:00 direkt zum Konferenzraum gehen, in dem Thea schon mit dem Dekorieren angefangen hatte.

„Hallo“ grüßte er und schaute sich um.

Auch Thea grüßte ihn freundlich und drückte ihm sofort ein Kunststoffband in die Hand.

„Nimm das mal und gehe bis zur anderen Seite, dann fest andrücken“ meinte sie.
„Was ist den das?“
„Das ist eine Leuchtgirlande“
„Ah“
„Ähm, Lichterkette?“ versuchte sie den Gegenstand zu erklären.
„Ja, ich kann mir vorstellen, was das ist“ antwortete er und klebte die Girlande an die Wand.
„Braucht die kein Strom?“
„Da ist eine Energiezelle eingebaut, hält etwas 24 Stunden“

Patrick nickte und ging zum Tisch, auf dem Thea einen ganzen Haufen von diesen Bändern gelegt hatte.

Gemeinsam verklebten sie alle Bänder und deckten den langen Konferenztisch mit einer Tischdecke aus ihm unbekanntem Material ein.

„Fühlt sich an wie...ja... Seide oder so“ meinte er zu Thea nachdenklich.

„Das ist Hanpanil, ein feuerfester, aber saugfähiger Kunststoff. Daraus werden auch oft Vorhänge oder auch Bettwäsche, oder auch Kleidung gemacht.Wenn ein Glas umkippt, dann wird das gleich aufgesogen und wenn man nicht gerade mit einem Phaser drauf schießt, dann hält das auch Kerzenflammen stand.“

Patrick strich noch einmal mit der Hand über die Oberfläche.

„Vielleicht sollte ich mir wirklich Bettwäsche aus dem Zeug machen lassen.“

„Deine Bettwäsche ist daraus.“ grinste ihn Thea an. „So, dann lass uns den Tisch noch eben eindecken und dann sind wir fertig.“ Dabei deutete sie auf den Tisch, auf dem eben noch die Leuchtbänder gelegen haben.

„Hast Du so etwas wie ein Buffet geplant?“ fragte er.

„Ja, das ist bei uns so … beliebt, Tradition, ich weiß nicht. Wir machen das immer so. Dann wird jede Menge repliziert und jeder nimmt sich was. So kann man auch mal Dinge probieren, die man nicht kennt.“

„Ach, gibt es das?“ fragte er leicht sarkastisch.

„Natürlich, ich kenne niemanden, der alle Speisen aus dem Replikator kennt. Dafür sind es einfach viel zu viele.“

„Ok, war nicht so gemeint. Ich dachte, Du kennst immer alles, was aus dem Repli kommt“.

„Nein, und die Sachen, die Du Dir bestellst sind für mich ganz oft unbekannt. Wie diese fett-gebackenen Kartoffelstreifen.“

„Pommes, Du meinst Pommes“

„Ja genau. Die isst hier keiner, oder bis auf Dich kenne ich keinen, der sich sowas bestellt.“

„Dann werde ich heute Abend einen Teller Pommes mit hinstellen. Vielleicht mag die doch auch noch jemand außer mir“.

„Ich hatte nicht gesagt, dass ich die nicht mag, ich sagte, dass ich die bisher nicht kannte.“

„Schon gut. Ziehen wir uns noch um, bevor es losgeht?“

„Ich habe Bereitschaft, daher bleibe ich in Uniform, aber Du kannst Dich gerne umziehen.“

Patrick nickte und ging in sein Quartier.

Er entschied sich für eine schwarze Stoffhose, die vom Aussehen einer Jeans glich, jedoch aus einem anderen Material bestand. Als Ober teil ließ er eine Art Poloshirt replizieren, welches sich wie Baumwolle anfühlte, aber ebenfalls aus einem ihm unbekannten Kunststoff bestand.

Für die Feier hatte er sich ein dunkelblaues, leicht metallisch schimmerndes Shirt bestellt, welches am Kragen einen ebenfalls blauen, aber helleren Streifen als Verzierung aufwies. Ein Blick in die Kamera und die Schranktür wieder als Bildschirm und damit als Spiegel umgeschaltet, verriet ihm, dass er doch eher zwei Knöpfe offen lassen sollte. Er zwinkerte sich selbst zu und nahm das Geschenk vom Schreibtisch, bevor er zum Konferenzraum ging.

Im Konferenzraum blinkten bereits die Lichtbänder zum Takt der leisen Musik, welche aktuell noch als Hintergrundberieselung lief, später aber dann auf Partylautstärke gestellt werden würde.

Thea und Sophia waren damit beschäftigt, das Buffet aufzubauen, ein Mann half ihnen dabei.

„Hallo Patrick“ begrüßte ihn Sophia. „Kennst Du unseren Roger schon?“

„Nein, wir haben uns...“ Patrick verstummte, als er die Augen seines Gegenübers sah. „Betazoide?“ fragte er genervt.

„Halbbetazoid und männlich“ versuchte Roger die Situation zu retten.

„Und das heißt?“ fragte nun Patrick nach. Ihm war klar, dass Roger männlich war, konnte aber mit der Information nichts anfangen.

„Ich kann keine Gedanken lesen, nicht telepathisch kommunizieren, bin jedoch empathischer als Menschen.“

„Hm“ grummelte Patrick und fühlte sich nicht wirklich wohl.

So half Roger Thea und Patrick seiner Sophia mit dem Essen.
Auch ein von Sophia geflüstertes „Der ist wirklich ganz nett“ konnte seine Meinung nicht ändern.

Zu seiner Erleichterung kam Svea mit einigen Crewmitgliedern in den Raum und schlagartig wurde es lauter und es kamen die ersten Anzeichen einer Party auf.

Die Geschenke wurden überreicht und zu seiner Verwunderung stellte Svea alle Geschenke zunächst ungeöffnet auf einer extra dafür freigehaltenen Fläche vom Buffettisch ab.

„Ich muß jetzt nicht hier extra irgendetwas eröffnen, oder so?“ fragte Svea laut in den Raum und nahm sich einen Teller und bediente sich an den vielen Speisen.

Du hast damit das Buffet quasi eröffnet“ dachte sich Patrick und lächelte etwas.

Sophia stellte sich mit ihrem Teller neben ihn und schaute, was er sich so genommen hatte.

„Ungewöhnliche Zusammenstellung“ meinte sie und er schaute daraufhin auf ihren Teller.

„Ok, Du hast Fisch und das könnte eine Art Leberpastete sein.“ meinte er mit Blick auf eine leicht grau-braune Masse.

„Ja, stimmt.“

„Gut, und was habe ich?“ fragte er nun, da es einfach „lecker“ für ihn aussah, er aber tatsächlich nur von etwa einem Viertel der Speisen wusste, um was es sich handelte.

„Also.. das da oben ist Pok Tar, dann daneben Felada-Zwiebelchips, darunter Hatana und ganz links noch etwas Rolk“.

„Sagt mir alles nichts“ gab er offen zu.

„Notfalls einfach in eine Serviette spucken“ gab ihm Sophia als Tipp mit auf den Weg.

Als alle etwas gegessen hatten und sich kleine Gesprächsgrüppchen bildeten, ließ Svea die Musik kurz ausschalten.

„Also ich Danke Euch allen, dass ihr heute Abend hier seid und anders als im letzten Jahr, werde ich nach und nach die Geschenke schon heute auspacken und dann auf den Tisch stellen. Damit möchte ich mir einfach die Frage ersparen, was ich 'denn sonst noch so geschenkt' bekommen habe. „ Dann drehte sie die Musik wieder lauter und die Unterhaltungen begannen.

Patrick schaute sichtlich nervös zu Sophia. „Wusstest Du das?“

„Nein, woher auch. Aber ist auch egal, dieses Jahr hat sie keine Namen an die Geschenke geklebt.“

„Wie, Namen?“

„Na, letztes Jahr hatte sie Namen auf die Geschenke geklebt, damit sie beim Auspacken am nächsten Tag wusste, wer ihr was geschenkt hatte und sie sich bedanken konnte. Diesmal ist es doch eher anonym.“

„Ja klar, wenn man nicht darauf geachtet hat, wer ihr was geschenkt hatte. Du mit dem kleinen Kasten in Goldpapier fällst nicht auf.“

Sophia grinste. „Mein Geschenk geht etwas in Deine Richtung“ sagte sie geheimnisvoll.

„Wie, Du hast Ihr eine Kopie von Deiner Mu.... , äh, also, von Du weißt schon...“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, nur etwas, mehr nicht. Du wirst es ja nachher sehen.“

Svea hatte das Gespräch zwischen Sophia und Patrick aus dem Augenwinkel mitbekommen und ging auf die Beiden zu.

„Ist etwas nicht in Ordnung? Fehlt irgendetwas?“ fragte Svea die Beiden.

„Ähm...“ brachte Patrick nur raus und Sophia meinte: „Patrick ist nicht so wirklich glücklich damit, das Du heute die Geschenke vor allen Anderen auspackst.“

„Ach, ist doch egal. Auch wenn es nur was Kleines ist, es ist...“ Sophia war gerade dabei einen Schluck zu **** und verschluckte sich fast bei dem Worten „was Kleines“ und sah zeitgleich, die Patrick knallrot anlief. „... der Gedanke der zählt, nicht der Wert.“ beendete Svea den Satz und schaute die Beiden irritiert an.

„Habe ich etwas falsches gesagt?“ fragte Svea.

Da Patrick kein Wort herausbrachte und Sophia sich wieder beruhigt hatte, antwortete sie für ihn mit: „Größe ist relativ. Und Patrick hat es wohl nicht gerne, wenn sein Geschenk als 'klein' bezeichnet wird. Eher als groß und herausragend.“

„Sophia!“ brachte er mühsam hervor und wäre am liebsten aus dem Raum gegangen.

Svea nahm ihr das Glas aus der Hand, roch kurz daran und gab es ihr wieder zurück.

„Manchmal verstehe ich Dich nicht, aber Du scheinst Spaß zu haben und das ist auch gut für so eine Feier.“

Kaum war Svea gegangen, gesellte sich auch schon Thea zu den Beiden.

„Was war das denn eben?“

„Ach, nichts“ antwortete Sophia und grinste breit.

„Hat sie zu viel Getrunken und ist jetzt schon wieder im Arsch?“ fragte sie Patrick und drehte sich gleich wieder zu Sophia, die jetzt beim Wort 'Arsch' einen Lachanfall bekam.

„Ich weiß es nicht. Aber Svea hat eben schon an ihrem Glas gerochen. Wird denn hier wirklich **** ausgeschenkt?“

„Ja, kannst Du am Replikator bestellen.“

„Kein Synthehol oder so?“

„Kein was?“

„So ein Alkoholersatzstoff, damit sich die Crew nicht betrinkt.“

„Ersatzstoff gibt es nicht. Wenn Du Dich volllaufen lassen willst, dann geht das problemlos. Bekommst nur am nächsten Tag Ärger mit den Vorgesetzten.“

„Oh, interessant, das wusste ich nicht.“

Sophia hatte sich wieder beruhigt und Thea gesellte sich kopfschüttelnd zu einer anderen Gruppe.

„Was ist denn los mit Dir?“ fragte Patrick und Sophia erkannte, dass es durchaus besorgt gemeint war.

„Nichts, alles in Ordnung. Du wirst nachher verstehen, warum ich das lustig finde.“

Er schaute sie nur an und wusste nicht, was er sagen sollte.

Kurze Zeit später nickte Sophia in Richtung Geschenktisch: „Da, sie packt gerade mein Geschenk aus.“

Patrick drehte sich um und beobachtete gemeinsam mit Sophia und einigen anderen, was Svea da auspackte.

Svea öffnete die Schachtel und schaute hinein. Dann drehte sie den Deckel um und legte ihn, wie auch schon bei vielen anderen Geschenken, die in einer Schachtel verpackt wurden, umgedreht auf den Tisch. So konnte sie das Unterteil problemlos in den Decke stellen und jeder konnte im vorbeigehen sehen, was in der Schachtel lag.

„Ich sehe nichts“ meinte Patrick und Sophia antwortete, dass sie gleich zum Tisch gehen könnten, wenn Svea wieder mit den Gästen redete.

Patrick war sich noch nicht sicher, ob er diese Art des Geschenke-Auspackens gut finden sollte, oder nicht. Zum einen konnte so natürlich jeder sehen, was das Geburtstagskind bekam, zum anderen war nicht so ein Auspackmarathon, als wenn sie die Geschenke erst sammeln und dann alle auf einmal auspacken würde.

Fast alle Gäste verließen den Gabentisch mit einem Lächeln oder schmunzeln und nahmen sich wieder etwas zu essen oder gesellten sich zu einer der kleinen Gesprächsgruppen.

Als auch Patrick einen Blick auf Sophias Geschenk werfen konnte, drehte er den Kopf und schaute sie ungläubig an.

„Mund zu und weitergehen“ meinte sie freundlich und konnte sich wieder ihr Grinsekatz-Grinsen nicht verkneifen.

„Du hast ihr nicht wirklich einen Analplug geschenkt?!“

„Psst, nicht so laut“ sagte Sophia, obwohl die Musik so laut war, dass es niemand gehört haben konnte. „Ja, habe ich. Und eventuell solltest Du mir dafür dankbar sein.“

„Wieso sollte ICH Dir dafür dankbar sein?“

„Na, weil Du dann leichter reinkommst.“

„Das Ding ist für den Hintern“

„Gut, dass Du nicht für'n Arsch gesagt hast“ sagte sie und lachte wieder.

Er verdrehte die Augen und war nun eher von Svea überrascht, dass sie „sowas“ so offen zur Schau stellte, aber offensichtlich empfand es niemand als anstößig.

Der Abend verlief dann doch besser, als er nach den anfänglichen Bedenken vermutet hatte.

Er unterhielt sich sogar eine Zeitlang mit Roger und kam zu dem Schluss, dass männliche Betazoide nicht so aufdringlich wie die Frauen der Spezies waren.

Es verabschiedeten sich immer mehr Gäste und am Ende standen Svea, Thea, Sophia und Melinda, die LMO, als eine Gruppe zusammen, Patrick stand etwas abseits mit einer Frau zusammen und unterhielt sich.

Die Frau war vom Planeten Tellar und sie hatte ihm erklärt, dass sie zu den vier Gründerspezies der Föderation gehörte und nun in der CON/OPS Abteilung arbeitete. Wie es für Tellariten üblich war, war sie etwas grob und so meinte sie: „Wir haben jetzt genug Zeit miteinander verbracht, ich gehe in mein Quartier, aber ohne Dich.“

Er hatte nicht vor gehabt, mit der Frau mitzugehen und auf sein: „Einen schönen Abend noch“ bekam er keine Antwort.

Er schaute sich um und sah „seine“ Mädelsgruppe zusammenstehen.

Gut gelaunt ging er zu ihnen und gesellte sich dazu. Sofort schwiegen alle.

„Ähm, habe ich irgendetwas angestellt?“

„Nein“ kam es von Svea und Sophia gleichzeitig und Thea deaktivierte die Musik.

„Dann lasst uns schnell alles wegräumen, damit wir morgen früh den Raum wieder wie gewohnt nutzen können“ meinte Svea und begann damit, die Leuchtbänder abzunehmen.

„Habt ihr gerade über mich gesprochen?“ hakte er nun nach.

„Das möchtest Du nicht wissen“ sagte Thea schnippisch.

„Irgendwas ist doch. Ihr plappert sonst immer und kaum komme ich dazu, herrscht Stille“

Melinda und Sophia schauten sich an und grinsten.

„Nun?“

„Thea sagt es Dir“ erklärte Melinda und Sophia nickte zustimmend, doch Thea schwieg.

Svea drehte sich um und sagte eine Spur lauter, als es hätte sein müssen, da doch nun die Musik abgeschaltet war: „Thea meinte, dass die Anderen bestimmt neidisch auf so einen schönen Schwanz sind und wenn sie wüssten, von wem das die Kopie ist, dann könntest Du Dich vor Frauen hier nicht mehr retten und man sollte eine Wahl veranstalten, das Geschlechtsteil des Monats.“

Melinda und Sophia drehten sich weg und lachten und es war das erste Mal, dass er sah, dass auch Thea sich rot verfärben konnte und ihn wie ein begossener Pudel anblickte.

Patrick holte tief Luft.

„Du hättest echt Chancen“ murmelte Thea etwas zerknirscht.

„Ein menschlicher Penis sieht eben doch ästhetischer aus, als der Fleischprügel eines Klingonen oder der kleine Schlauch vom Andorianer“ fügte nun Melinda hinzu.

„Könnt ihr vielleicht mit anpacken?“ kam es von Svea und schnell teilten sie sich auf und halfen mit, die Spuren des Abends zu beseitigen.

Zum Abschied umarmten sich alle noch einmal und Patrick ließ sich in seinem Quartier auf's Bett fallen.

Der Tag danach

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