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Chapter 2 by Lysarion Lysarion

Bleibt es platonisch?

Nein

Das Schulfest

Das Schulfest am Ende des Schuljahres war ein ganz wichtiger Punkt im Schulkalender. Eltern- und Schülerschaft gaben alles, damit es ein Erfolg wurde. So auch dieses Jahr.

Das Schulfest war ein voller Erfolg gewesen. Noch immer hingen bunte Lichter in den Bäumen des Pausenhofs, und der Duft von Grillgut und Zuckerwatte lag in der warmen Sommerluft. Ich atmete durch. Ich war seit dem Vormittag auf den Beinen gewesen, doch jetzt neigte das Fest sich unerbittlich dem Ende zu. Ich war innerlich erschöpft, leer und es drängten Dinge meines sonstigen Lebens hervor, die mir all die Anstrengung hier hatte vergessen lassen.

Desiree stand im Schatten der alten Kastanie und sah zu Bernd hinüber. Bernd stand keine 2o Meter von ihr entfernt, dort neben dem Getränkestand. Er schien halb müde, halb zufrieden mit sich und der Welt. Sein Blick war wohl in Ihre Richtung gerichtet, aber er sah Sie nicht. Er sah geradeaus und doch nirgendwo hin. Die letzten Eltern verabschiedeten sich, Schüler lachten in kleinen Gruppen, und irgendwo spielte jemand leise Gitarre. Desiree war unschlüssig, sollte Sie? Ihre Entscheidung fiel intuitiv.

Desiree kam mit zwei Gläsern Limonade auf mich zu. Ihre Augen funkelten im Dämmerlicht, und ihr Lächeln war so offen, dass ich kurz nicht wusste, wohin ich sehen sollte. Dann sah ich sie direkt an. Ihre Augen schienen irgendwie zu glühen.

„Für den unermüdlichen Elternsprecher“, sagte sie, reichte mir ein Glas und lehnte sich an denselben Tisch.

„Danke“, murmelte ich, „ich glaube, das war’s für heute. Morgen räumen wir dann auf.“

„Vielleicht“, antwortete sie leise, „aber jetzt… wäre es schade, den Abend einfach so enden zu lassen, oder?“

Ich spürte, wie sich zwischen uns eine seltsame Stille legte – keine unangenehme, sondern eine von jener Sorte, in der Worte überflüssig sind. Unsere Blicke trafen sich länger als nötig, und für einen Moment vergaß ich, dass zwischen uns Lehrerzimmer, Elternversammlungen und Altersunterschiede lagen. Ich schüttelte mich kurz selbst. Auch wenn Desiree nächste Woche ihr Zeugnis bekam und die Schule verlassen würde, war es falsch, was in der Stimmung dieses Juliabends mitschwang, das wusste ich nur zu gut. Erst spürte ich ihren Blick, der über ihn glitt, dann sah ich ihn, wollte etwas sagen, doch Desirees Geste stoppte mich, ehe ich den Moment zerstören konnte.

„Weißt du?", begann Desiree, „ich mag, wie du mit uns umgehst. "Du hast keine Vorurteile, jeder hat bei Dir die gleiche Chance, Du hörst zu – wirklich zu.“

Ich lächelte verlegen. „Manchmal ist das alles, was man tun kann.“

Sie nickte. „Vielleicht. "Aber manchmal ist das Zuhören mehr.“ Desiree trank hastig einen Schluck. “Ich hatte nie das Gefühl, dass ich für Dich die “Negerfotze” bin. "Weißt Du manchmal, grüble ich, wie es wäre, wenn Du ein Klassenkamerad wärst?”

Ich nickte bedächtig. Von fern riefen die letzten Elternsprecher ein “Bis morgen um 9 Uhr!“ oder ein “Tschüss” zu.

Wir standen noch eine Weile nebeneinander, während das Licht um uns herum langsam erlosch. Sie deutete mit dem Kopf in Richtung des kleinen Schulteich. Kurz waren da wieder Zweifel, harte Worte, die mir meine Frau über mein Äußeres gesagt hatte, doch hier war alles weich und irgendwie warm. Desiree ging ein Stück voraus, ein paar Schritte und wieder deutete Ihre Kopfbewegung zum Teich hin, forderte mich auf ihr zu folgen. Schließlich folgte ich ihr, Das Wasser glitzerte im Licht der letzten Lampions. Es war still, nur das Zirpen der Grillen und das leise Plätschern begleiteten uns.

Verborgen am Schilf war da die kleine Bank, ich hatte sie selbst mit errichtet. Als Desiree sich setzte, fiel ein Strähnchen ihres Haars über ihre Schulter. Ich zögerte, dann strich ich es ihr sanft zurück. Sie sah mich mit einem Ausdruck an, in dem Zuneigung und etwas anderes lagen – eine Ahnung von Nähe, die sich nicht erklären ließ.

Ein Windstoß glitt über die Wasseroberfläche, und plötzlich war alles ganz einfach. Kein Wort, kein Gedanke, nur dieser Moment, in dem zwei Menschen spüren, dass sie sich gefunden haben – jenseits von Rollen, Regeln und Jahren.

Sanft strich ich Desiree über die Wangen. Sie öffnete den Mund und wir küssten uns.

Als sich unsere Lippen fanden, war es, als würde etwas lange Zurückgehaltenes endlich freigesetzt. Ein kurzer Schwindel, Wärme, Atem, der nicht wusste, ob er bleiben oder entweichen sollte. Nichts an diesem Kuss war laut. Und doch brannte jedes kleine Zittern, jede Sekunde zwischen ihnen, wie ein Wort, das man nie auszusprechen wagt.

Es war eine Innigkeit da und obwohl ich wusste das es falsch war glatten meine Hände über ihren Rücken. Der hintere Ausschnitt Sommerkleid reichte bis zum Poansatz. Warme Haut mit vereinzelten Schweißperlen, samtig, erregend.

Bleibt es beim Kuss?

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