Chapter 18
by
Papas_Liebling
What's next?
Marie duscht
Marie schloss die Badezimmertür hinter sich. Steve hatte nichts gesagt und kaum aufgeschaut, als sie an ihm vorbeiging. In gewisser Weise bedauerte sie es und fühlte sich nicht gesehen. War sie so unansehnlich und weniger begehrenswert als die amerikanischen Frauen, auf die Steve unbeschränkten Zugriff hatte? Ein klein wenig war ihr Stolz verletzt.
Sie zog sich langsam aus. Jede Bewegung schien plötzlich von Bedeutung zu sein. Jedes Kleidungsstück, das sie ablegte, war eine Botschaft. Das matte Glas trennte sie von Steve, schloss ihn aber nicht aus. Im Gegenteil. Es machte seine Anwesenheit spürbarer. Sie musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass er dort war. Sitzend, wartend, wachsam.
Sie vermied es, in den Spiegel zu schauen, weil sie fürchtete, in ihren Augen etwas zu erkennen, das sie nicht wahrhaben wollte.
Als sie unter die Dusche trat und das heiße Wasser aufdrehte, war es zunächst eine Erlösung. Das Rauschen füllte den Raum und schloss alle anderen Geräusche ringsum aus. Die Wärme prasselte auf ihren Nacken, lief über ihre Schultern und ihren Rücken hinunter. Sie schloss die Augen, seufzte erleichtert und genoss das Gefühl der Geborgenheit.
Doch ließ sich das Bewusstsein, dass Steve da war, nicht ausschalten.
Er musste ihre Umrisse sehen, ihre Bewegungen verfolgen können. Nicht klar, aber deutlich genug. Was dachte er? Was würde er tun?
Der Gedanke ließ sie unruhig werden. Ihr Atem wurde flacher, ihre Bewegungen betonter. Sie stellte sich vor, wie sie für ihn aussehen musste: kein Gesicht, nur Kontur. Ein Körper. Eine beliebige Frau. Nah, ungeschützt, verfügbar.
Sie fragte sich, ob er hinsah. Oder bewusst wegschaute. Beides war auf seine eigene Weise beunruhigend.
Ihre Erinnerung glitt zurück zu der Stunde vor der Konferenz in den Nebenraum. Er hatte eine der Frauen hereingerufen. Die Selbstverständlichkeit, mit der alles Folgende geschehen war, verunsicherte sie noch immer. Die Rollen waren vorgegeben und ohne Zögern eingenommen worden. Keine Fragen, keine Zweifel, keine Vorbehalte.
Was, fragte sie sich, was wäre gewesen, wenn er sie aufgefordert hätte, in den Bereich zu treten?
Die Vorstellung, was dort passiert wäre, überfiel sie und ließ sich nicht mehr verdrängen. Sie malte es sich aus. Unfreiwillig, aber lebhaft.
Sie spürte, wie ihr Körper auf diese Vorstellung reagierte, ohne dass sie es verhindern konnte. Ein Kribbeln im Bauch war nicht eindeutig, aber verräterisch. Ihre Beine zitterten leicht. Ein Ziehen in der Brust kündigte an, dass ihre Nippel fester wurden.
Marie stützte sich mit den Händen gegen die geflieste Wand und senkte den Kopf unter den Wasserstrahl, als könne er unerwünschte Gedanken fortspülen.
Ein Teil von ihr war entsetzt über sich selbst und über diese Fantasie. War der Wunsch, der sich dahinter verbarg, wirklich echt? Wollte sie von ihm ausgewählt und geführt werden? Würde sie darauf verzichten, selbst zu entscheiden, und lieber von ihm kontrolliert werden?
Hätte sie Nein gesagt?
Ihr Selbstbild zerfaserte und vermischte sich mit einem Begehren, das sie nicht einordnen konnte. Das Wasser rann über ihr Gesicht und weiter über ihren Bauch nach unten. Wie von selbst folgte ihre Hand dem Strom und fand die Stelle, wo sich Hitze und Nässe begegneten. Gefangen zwischen Abscheu und Sehnsucht, fing sie an, sich zu streicheln.
Je mehr sie sich berührte, desto stärker wurde das Begehren. Die Bilder vor ihrem inneren Auge verschwammen und überlagerten sich. Steve, die Rothaarige, das Kreuz, die Fesseln – Marie.
Ihre Finger wussten, was sie brauchte, ohne dass sie darüber nachdenken musste. Sie ergab sich ihren Instinkten. Keuchend. Bebend. Sich selbst verzehrend.
Der Höhepunkt überwältigte sie. Ihre Beine gaben nach. Matt sank sie an der Wand entlang nach unten und blieb im strömenden Wasser sitzen.
Als sie schließlich das Wasser abdrehte und sich abtrocknete, war nichts gelöst. Weder ihre Anspannung noch die Frage, was sie und Steve heute Nacht im Zimmer tun würden.
What's next?
Amerika 2075
Eine dystopische Zukunft ... oder doch nicht?
**Diese Geschichte ist reine Fantasie und hat keinen Bezug zur Realität und stellt keinen Kommentar zu tatsächlichen Ereignissen oder Personen dar.** - Die USA haben gewählt und einen Präsidenten an die Macht gebracht, der das Land Zug um Zug in eine frauenfeindliche Diktatur umwandelte. Internationale Handelsbeziehungen wurden gekappt, die Grenzen abgeschottet. Fünfzig Jahre in unserer Zukunft lässt das Regime einige Ausländer ins Land, um ein Handelsabkommen auszuhandeln. Was werden sie vorfinden? Werden sie Amerika verändern oder wird Amerika sie verändern?
Updated on Jun 12, 2026
by Papas_Liebling
Created on Dec 29, 2025
by Papas_Liebling
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