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Chapter 19
by
Papas_Liebling
What's next?
Das Handtuch rutschte nach unten
Marie trat aus dem Bad. Nach der feuchten Hitze, die in dem winzigen Raum herrschte, wirkte die Luft im Zimmer kühl und verschaffte ihr eine Gänsehaut. Sie hatte nur ein Handtuch um sich gewickelt und hielt sich daran fest, als sei es eine Rüstung, die letzte Barriere zwischen ihr und einer feindlichen Welt.
Steve saß noch immer da. Natürlich, wo sollte er denn sonst sein?
Ohne ihn anzusehen, ging sie an ihm vorbei. Sie musste ihn nicht sehen, um zu wissen, dass er da war. Seine Präsenz war fast körperlich zu spüren. Er war eine Konstante in diesem Amerika 2075, die sie nicht vorhergesehen hatte, aber die sie einkalkulieren musste, um ihre Aufgabe erfüllen zu können.
War das der Preis, den Étienne von ihr verlangte?
Ein Teil von ihr versuchte, die Situation nüchtern zu erfassen: Die Amerikaner hatten ein vorgegebenes Sicherheitsprotokoll. Offiziell war er zu ihrem Schutz da. Als Frau allein konnte sie sich in dieser Gesellschaft nicht frei bewegen. Sie würde auf zu viele Hindernisse stoßen, zu vielen Risiken ausgesetzt. Er war eine rationale Notwendigkeit, beinahe banal.
Aber ihr Körper widersprach. Steve war mehr.
Sie setzte sich auf die Bettkante. Das Handtuch rutschte minimal nach unten. Nicht weit, aber weit genug, dass Steve es bemerkte. Maries Schultern strafften sich. Sie saß aufrechter, nicht weil sie damit etwas ausdrücken wollte, sondern aus Instinkt. Sie fragte sich, ob er ihre Haltung registrierte – selbstverständlich tat er das; er erfasste jede Kleinigkeit – und wie er sie interpretierte.
Der nächste Gedanke traf sie wie ein Schock: Von ihm beobachtet zu werden, war nicht mehr außergewöhnlich für sie. Es fühlte sich nicht ungewohnt oder unangenehm an. Es war das neue Normal.
Sie atmete tief ein, das Handtuch spannte sich über ihre Brust. Ein nervöses Flattern machte sich in ihrem Bauch breit. Da war keine Angst. Es war auch keine Erregung, eher ein Dazwischen. In ihr sammelte sich eine nervöse Energie, die sich in die eine oder andere Richtung entladen könnte.
Marie riskierte einen kurzen Seitenblick auf den Bodyguard. Er sah sie an, neutral, äußerlich unbewegt. Er war Teil eines Systems, das sie nicht bewertete und ihr eine angemessene Bedeutung zumaß. Nein, als Frau war in diesem Land ihr Wert bereits vorbestimmt und ihre Rolle unausweichlich.
Konnte sie das hinnehmen? Und was würde passieren, wenn sie sich dagegen auflehnte?
Und dann war da noch diese eine Frage, die gefährlicher war als alle anderen: Was wäre, wenn Steve mehr war als nur ihr Bewacher?
Sie stand auf, drehte sich um, wandte ihm den Rücken zu und löste das feuchte Handtuch. Es sank zu Boden. Es war eine alltägliche Handlung, praktisch, unaufgeregt. Und doch fühlte es sich an wie eine bewusste Entscheidung: Ich weiß, dass du da bist, und ich weiß, dass du mich siehst.
Marie legte sich ins Bett, zog die Decke bis zum Hals hoch. Sie schloss die Augen und tat, als sei sie müde. Aber Schlaf war in diesem Moment ausgeschlossen. Das Licht blieb an.
Die letzte Frage war: Wie lange würde sie diese Situation noch aushalten, ohne etwas zu tun?
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Amerika 2075
Eine dystopische Zukunft ... oder doch nicht?
**Diese Geschichte ist reine Fantasie und hat keinen Bezug zur Realität und stellt keinen Kommentar zu tatsächlichen Ereignissen oder Personen dar.** - Die USA haben gewählt und einen Präsidenten an die Macht gebracht, der das Land Zug um Zug in eine frauenfeindliche Diktatur umwandelte. Internationale Handelsbeziehungen wurden gekappt, die Grenzen abgeschottet. Fünfzig Jahre in unserer Zukunft lässt das Regime einige Ausländer ins Land, um ein Handelsabkommen auszuhandeln. Was werden sie vorfinden? Werden sie Amerika verändern oder wird Amerika sie verändern?
Updated on Jun 12, 2026
by Papas_Liebling
Created on Dec 29, 2025
by Papas_Liebling
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