Wohin geht die Reise?

Herausforderung im Zug

Chapter 136 by petra1 petra1

Ich habe absolut keine Ahnung, was Lukas im Schilde führt.

Als seine Sklavin habe ich eigentlich kein Recht, Fragen zu stellen. Trotzdem siegt die Neugier. Als wir auf dem Bahnsteig warten, beuge ich mich leicht zu ihm und flüstere:

„Meister… wohin fahren wir?“

Lukas’ Reaktion kommt prompt und hart. Seine Stimme ist leise, aber schneidend:

„Sklavin, du wirst bestraft wegen Missachtung der Regel. Du sprichst nur, wenn der Meister es verlangt.“

Ein sonderbares Kribbeln schießt durch meinen ganzen Körper. Erregung. Pure, heiße Erregung. Wie gut er das spielt. Wie natürlich ihm der strenge Ton plötzlich liegt. Gleichzeitig spüre ich meine Hilflosigkeit, die totale Auslieferung. Ich weiß nicht, wohin wir fahren, was er vorhat, welche Überraschungen, welche Gefahren oder Strafen auf mich warten. Und genau dieses Nicht-Wissen lässt mich innerlich glühen.

Wir steigen in den Zug. Über zwanzig Haltestellen bis zur Kreishauptstadt – mehr als eine Stunde Fahrt, fast fünfzig Kilometer. Ich frage mich die ganze Zeit, wo wir wohl aussteigen werden.

Anfangs ist das Abteil noch relativ leer. Nur ein paar einzelne Fahrgäste. Sie starren uns an – mich in meinem aufreizenden Outfit, das Halsband, die Art, wie Lukas mich führt. Nach der Busfahrt und dem Bahnhof ist es für mich schon fast normal geworden. Und zu meiner eigenen Überraschung spüre ich dabei sogar einen komischen, verbotenen Reiz. Dieses Ausgeliefertsein in der Öffentlichkeit hat etwas Süchtiges.

An der zweiten Station ändert sich alles.

Eine ganze Horde junger Männer steigt ein – laut, angeheitert, offensichtlich auf dem Heimweg von einer langen, durchzechten Nacht oder einem Festival. Sie sind zu acht oder neunt, vielleicht Anfang bis Mitte zwanzig. Bierdosen werden noch in den Händen gehalten, Gelächter dröhnt durch den Wagen. Sie verteilen sich im Abteil, einige lassen sich direkt in unsere Nähe fallen.

Mein Puls beginnt zu rasen.

Ich spüre ihre Blicke sofort. Erst neugierig, dann eindeutig interessiert. Einer stupst seinen Kumpel an und nickt in meine Richtung. Ein anderer mustert unverhohlen meine Beine, den kurzen Rock, das Halsband. Das Gelächter wird etwas leiser, die Aufmerksamkeit richtet sich spürbar auf uns.

Lukas sitzt aufrecht neben mir. Seine Hand liegt ruhig, aber besitzergreifend auf meinem Oberschenkel. Die Leine hat er unauffällig unter seiner Jacke verschwinden lassen, aber das Halsband ist deutlich sichtbar. Ich wage nicht, ihn anzuschauen. Mein Atem geht schneller. Die Mischung aus Scham, Angst und einer tiefen, dunklen Erregung lässt meine Haut prickeln.

Einer der jungen Männer – breite Schultern, kurze blonde Haare – lehnt sich etwas vor und grinst.

„Na, wo geht’s denn hin mit der Schönheit?“

Lukas antwortet nicht sofort. Ich spüre, wie sich sein Griff an meinem Bein leicht verstärkt. Mein Herz hämmert inzwischen bis zum Hals. Ich bin nur die Sklavin. Ich darf nicht sprechen. Ich darf nichts tun.

Und ich habe keine Ahnung, wie Lukas mit dieser Situation umgehen wird.

Die Fahrt hat gerade erst begonnen – und sie fühlt sich plötzlich sehr, sehr lang an.

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Gehen die Männer weiter?

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