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Gespräch unter Frauen
Während Christian zur Schule fuhr und Chiara und Sabrina abholen, saßen seine Frau Martha und Tanja zusammen im Wohnzimmer und plauderten, um sich die Zeit zu vertreiben.
"Hast du dich bereits in der neuen Firma eingelebt, Tanja." Fragte Martha als sie mit zwei Getränken aus der Küche ins Wohnzimmer kam und sich auf der geräumigen Couch niederließ.
"Ja, habe ich. Es freut mich endlich wieder in der Heimat arbeiten zu können, mit den Kollegen komme ich gut klar und auch der Chef ist deutlich angenehmer als der Choleriker in Coburg." Tanja wirkte richtig gehend erleichtert.
“Wow, ich wusste nicht, dass deine Anstellung in Coburg so unangenehm war.”
"War sie. Der Chef hatte ein grauenvolles Temperament und ich musste mehrmals mit ansehen, wie ihm die Hand gegenüber einer Auszubildenden oder Praktikantin ausgerutscht ist. Mein Ausbildungsleiter war ein schmieriger widerlicher Typ, der mehrfach versucht hat, mir näher zu kommen und ich weiß dass er dies auch bei anderen jungen weiblichen Angestellten tat."
"Das ist ja schrecklich. Warum bist du nicht zur Personalabteilung gegangen, das kann man doch so nicht durchgehen lassen?"
"Unsere Personalabteilung war mein Ausbildungsleiter." Tanja war sichtlich mitgenommen von den Erinnerungen an die 4 Jahre, die sie in Coburg verbracht hatte.
“Tut mir leid Tanja. Ich wollte keine unangenehmen Erinnerungen wecken. Wie geht es eigentlich Sebastian, ist er mit dir zurückgezogen? " Martha versuchte mit der Frage schnellstmöglich das Thema zu wechseln.
Leider trat sie direkt ins nächste Fettnäpfchen.
“Nein, er ist in Coburg geblieben und wir sind auch nicht länger zusammen. Ich habe nicht mal mehr Kontakt zu ihm. Als ich ihm von den Misshandlungen in der Firma erzählt habe, war er abweisend. Ich habe ihm dann erzählt, dass ich mich wieder in der Heimat bewerben werde. Anstatt Verständnis für die Situation aufzubringen, beschimpfte er mich, "ich sei so selbstsüchtig". Er sagte, wenn ich das durchziehe, trenne er sich von mir und dass sie alte Scherereien eh nicht wert sei. Dass er schon in Coburg eine andere finden wird und dass sie ihn dann wenigstens ran lassen wird.” Tanja weinte schon zum zweiten Mal heute.
Wortlos schloss Martha sie in die Arme. Nach einiger Zeit hat sich Tanja beruhigt.
“Warum können nicht alle Männer sein wie Herr Roth? Ihr Mann hat nicht zufällig einen 20 Jahre jüngeren Bruder?” witzelte Tanja.
Martha's miene versteinerte.
“Tut mir wirklich leid wenn ich eine Grenze überschritten habe ich wollte nicht das für sie unangenehm ist ich, ich, ich meinte nicht dass ich an ihrem Mann Interesse habe oder etwas dergleichen das war, dumm tut mir leid.” Tanjas unbeholfenes Stammeln riss Martha aus ihrer Trance.
“Keine Sorge, du hast nichts falsches gesagt. Es ist nur, dass mein Mann tatsächlich einen Bruder hat. Oder besser gesagt hatte, er hat unserer Familie viel Leid angetan…”
Wenn man Martha später gefragt hätte, warum sie Tanja alles erzählt hat, was in Zusammenhang mit Christians Bruder stand, hätte sie nicht antworten können. Es war nicht ihre Art, ihre Probleme mit anderen zu teilen. Normalerweise konnte nur Christian mit seiner Engelsgeduld diese aus ihr heraus locken. Aber hier sprudelten sie förmlich aus der 47 Jahre alten Frau heraus.
Unter Tränen erzählt es ja alles. Sie hatten immer ein gutes Verhältnis zu Tobias, dachten Christian und sie zumindest. Doch als sie eines Tages Tobias baten, Chiara und Sabrina zu babysitten, offenbarte sich, dass Tobias dunkle Gedanken und Gelüste hegte. Er verging sich an den Kindern und ertränkte sich im
[Anschluss.
In](http://Anschluss.In) einem Abschiedsbrief machte er all seinem Hass und seinem Neid auf seinen jüngeren Bruder, der immer in allen besser war, Luft. Er wollte die Familie und leben der einzelnen Mitglieder zerstören und sicherstellen, dass sie nie die Chance hätten, ihrer Trauer und ihrem Schmerz gegenüber dem Verursacher Luft zu machen.
Sie erzählte von den Opfern, die sie bringen musste, um ihren Töchtern durch diese harte Zeit zu helfen. Von den Schuldgefühlen, die sie plagten. Davon, wie Christian fast an der Situation zerbrochen wäre und wie stolz sie auf ihre Töchter war, dass ich trotz dieser grausamen Ereignisse optimistisch und frohen Mutes durch das Leben gingen.
Sie erzählte sogar von dem Trauma, das wieder hochgekommen war, als sie sah, was mit ihren Töchtern geschehen war. Denn Martha selbst wurde vor ihrem Leben mit Christian mit Gewalt ihrer Jungfräulichkeit beraubt.
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