Wen hat Malia im Sinn?

Einen sehr üblen Kerl

Chapter 259 by Hentaitales Hentaitales

Einige Stunden später - die Sonne war schon untergegangen - saßen Tom und Alex in einem Zugabteil in der ersten Klasse und fuhren Richtung München. Beide waren sichtlich nervös, was angesichts dessen, was Malia über ihren Kontakt erzählt und Pandora hinzugefügt hatte, kein Wunder war: Es erwartete sie keine angenehme Gesellschaft, und das hier konnte leicht schiefgehen. Dementsprechend hatte Alex sich auch schon etwas vorbereitet und maß derzeit knappe zwei Meter, ohne Schuhe.

Keine zehn Minuten, nachdem sie eingestiegen waren, öffnete sich die Tür ihres Abteils und zwei andere Männer stiegen ein, ein sehr muskulöser, allerdings nicht besonders hochgewachsener Mann mit kurzgeschorenem schwarzen Haar und ein um so größerer, sportlicher Schwarzer mit Glatze. Beide trugen im Gegensatz zu den unauffällig gekleideten Zarathustras Anzüge, und zumindest der Schwarze hatte eine Rolex am Handgelenk. "Shorty gar nicht dabei?" eröffnete er das Gespräch, als sich die Türen hinter ihm geschlossen hatten.

"Sie hält sich gerade ein bisschen bedeckt", gab Tom zurück. "Ich bin Atlas, das ist Roadie, und Sie müssen Maurice sein."

"Bin ich, und mein schweigsamer Freund hier heißt Sergej und ist etwas nervös", gab Maurice zurück. "Ich darf also bitten, keine hektischen Bewegungen zu machen."

Tom lächelte. "Hatten wir nicht vor. Wir sind hier, weil wir was von Ihnen brauchen. Shorty sagt, sie sind gut im Organisieren von Reisen von und nach Südostasien."

Zustimmend nickte Maurice. "Was brauchen Sie denn aus Südostasien? Jungs oder Mädchen, und wie viele?"

"Es geht um die andere Richtung", gab Tom zurück. "Wir wollen nach Südostasien. Kleine Gruppe. Keine zehn Mann. Und eine Woche später wieder zurück."

"Kurzurlaub, oder was?" brummte Sergej missmutig.

Tom sah nicht zu ihm und hielt Blickkontakt mit Maurice. "Nein, ist was Geschäftliches."

Aber Maurice lächelte nur mitleidig. "Bedaure, aber das ist nicht mein Business. Ich betreibe Großhandel. Für so was suchen Sie sich besser ein Reisebüro."

"Für Shortys Familie waren Sie aber ein Reisebüro", meldete sich nun Alex zu Wort.

"Hat sich aber für mich nicht gelohnt", gab Maurice zurück. "Genauer gesagt, es gab nur Scherereien."

Tom lächelte. "Hat Shorty uns erzählt. Einer Ihrer Geschäftspartner war der Ansicht, den Profit nicht mit Ihnen teilen zu müssen. Shorty hat deswegen für Sie zwei Kugeln abbekommen."

Maurice verdrehte die Augen. "Und ich war vollkommen neben mir, weil ich da noch nicht wusste, wie gut sie das verkraften würde. Und vielleicht hab ich Dinge gesagt, die ich nicht gemeint hab-"

"Sie sagten, sie wären ihr jetzt einen Gefallen schuldig", sagte Alex. "Genau darum sind wir jetzt hier: um den Gefallen für sie einzulösen."

"Selbst wenn ich das für einen angemessenen Gefallen halten würde", konterte Maurice, "hab ich gar nicht die Möglichkeit, Ihnen zu helfen. Wie gesagt, ich betreibe Großhandel; meine Lieferketten sind-"

Tom hob einen Finger. "Sie haben einen Privatjet", sagte er. "Eine Northwind IC-35. Und sie haben einen Pilotenschein dafür. Das reicht für unsere Zwecke."

Irritiert hob Maurice eine Augenbraue. "Sie haben Erkundigungen über mich eingeholt? Was fällt Ihnen ein-"

"Außerdem haben Sie in Malaysia ein Boot vor Anker, die 'Pattaya Princess', fügte Tom hinzu. "Das bräuchten wir auch, für eine Woche."

"Unverschämt sind sie aber gar nicht, mh?" Sergej erhob sich langsam von seinem Sitz. "Ich glaub nicht, dass mein Chef noch lange-"

Da stand auch Alex ebenfalls auf und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Bitte, bleib doch sitzen. Wart doch erst mal ab, was dein Chef dazu sagt."

Wütend griff Sergej nach seiner Hand und versuchte sie wegzustoßen - aber das gelang ihm nicht. Und die Überraschung in seinen Augen war noch größer, als Alex ihn mit sanfter Gewalt zurück in seinen Sitz schob.

"Mein Jet und eins meiner Boote also", sagte Maurice ruhig, als wäre das eben nicht passiert. "Sie haben hohe Ansprüche."

"Und Sie als Pilot noch mit dazu", nickte Tom. "Damit alles seine Richtigkeit hat."

Maurice sah ihn unbewegt an. "Das ist verdammt viel verlangt für einen Gefallen", sagte er.

Tom nickte. "Ich weiß. Aber ich sagte nicht, dass wir das alles kostenlos wollen. Im Gegenteil. Machen Sie uns ein Angebot."

"Meinen Jet mit mir als Piloten und die PP für eine Woche?" Maurice überlegte einen Moment. "Gut. Ich rechne es als Personentransport ab. Pro Person hunderttausend."

"Hunderttausend Euro?!" Roadie starrte ihn entgeistert an. "Pro Person? Das-"

Tom schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab. "Einverstanden. Sie bekommen das Geld, wenn wir wieder zurück in Deutschland sind."

Mit einem amüsierten Lachen schlug sich Maurice auf den Schenkel. "Ein guter Scherz, Atlas! Nein, selbstverständlich bezahlen Sie mich im Voraus!"

"Worin besteht denn dann Ihr Gefallen für Shorty?" gab Tom zurück. "Für die Summe, die Sie wollen, kriegen wir das Gleiche auch woanders, wenn wir im Voraus zahlen. Der Haken ist, wir können erst zahlen, wenn wir zurück sind. Vorher ist das Geld nicht verfügbar."

"Oh." Maurice schien plötzlich zu verstehen. "Und sie sind... geschäftlich in Südostasien unterwegs?"

Tom nickte. "In Indonesien, genauer gesagt."

Nachdenklich blickte Maurice kurz zu Boden, ehe er wieder aufsah. "Sie würden mir bei meinen Handelsgeschäften doch keine Konkurrenz machen, oder?"

"Wir sind Freunde von Shorty", gab Tom zurück. "Wir haben nichts mit Menschenhandel zu tun. Das Einzige, was uns verbindet, ist ein gemeinsames Interesse an Geheimhaltung. Shorty würde nicht wollen, dass Sie ihre Geheimnisse rumerzählen. Und Sie würden nicht wollen, dass Ihre Geschäfte an die Öffentlichkeit kommen, richtig?"

"Sie wissen", gab Maurice langsam zurück, "dass jemand mit einem anderen Temperament als ich das gerade eben als Drohung verstehen könnte, oder?"

Tom hielt Blickkontakt zu ihm. "Dann haben wir ja beide Glück", sagte er, "dass wir unser Temperament so gut im Zaum halten können."

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Wird es dann was mit dem Geschäft?

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