Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 15
by
Levantin
What's next?
Ein kleines Spiel 3
Ich hörte Mädchenstimmen durch die Wand. Scheinbar waren einige von ihnen auf dem Mädchenklo neben dem Jungenklo gegangen. Mein Herz befand sich irgendwo in meiner Magengegend. Ich schwitzte mittlerweile am ganzen Körper, und das kam nicht von den 5 Kniebeugen. Meine Füße rutschten auf den Fliesen aus, und ich schlug der Länge nach auf den Boden. Mein Handy wurde mir aus der Hand geprellt und schlitterte von mir weg. Die Stimmen auf dem Gang wurden lauter, und nun mischten sich auch männliche darunter. „Jungs, ihr könnt auch das andere Bad benutzen, ihr müsst hier nicht Schlange stehen“, rief jemand. Ich verfluchte, rappelte mich auf und hechtete in die Kabine mit meinen Klamotten. Erneut hörte ich Türangeln, und ich warf die Tür hinter mir zu und sperrte den Riegel vor.
Füße trampelten auf dem Boden, Stimmen redeten durcheinander, Wasser plätscherte in Gläsern. Mein Herz raste, und ich kauerte mich auf dem Klo zusammen. Worauf hatte ich mich hier nur wieder eingelassen? Ich betete, dass sie einfach schnell verschwinden würden. Das Fiepen in meinen Ohren wurde wieder lauter und übertönte nun beinahe die Gespräche der Jungs. „Nicht trödeln hier, los los, beeilt euch ein bisschen. Wir wollen heute noch was schaffen“, schallte nun die Stimme von Herr Kaiser durch das Jungenklo. Die Jungs schienen sich nun das Tempo anzuziehen, und immer mehr von ihnen verließen das Bad. Ich begann mich langsam zu entspannen. Das ist ja grade nochmal gut gegangen, du Idiot, schalt mich meine innere Stimme. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn man dich nicht auf dem Klo erwischt hätte. Du wärst das Gespött der Schule geworden oder schlimmer noch. Du hättest von der Schule fliegen können. Ich versuchte meine innere Stimme zum Schweigen zu bringen, doch das war leichter gesagt als getan.
„Daniel, komm zurück, du hast einen Pinsel verloren“, hörte ich Herr Kaiser in den Gang rufen. Er fluchte unterdrückt und betrat das Jungenklo. Ich hörte seine Schritte auf den Fliesen. Es klapperte leise. Scheinbar hatte er nun selbst den Pinsel aufgehoben. Erneut Schritte. „Wer lässt denn sein Handy hier liegen? Wenn man denen nicht alles hinterherträgt.“ Mein Blut gefror mir in den Adern. Bitte nicht, bitte ...
Ich hörte Herr Kaisers Schuhe auf die Fliesen schlagen, die Türangeln quetschten ein letztes Mal. Schritte auf dem Gang.
Stille
Ich öffnete langsam meine Augen, die ich aufgrund der Anspannung zugekniffen hatte. Bitte nicht, es kann nicht sein, dass Herr Kaiser mein Handy mitgenommen hat. Ich lauschte, ob wirklich niemand mehr auf dem Jungenklo war.
Scheinbar war ich wieder allein. Ich begann damit, mich anzukleiden. Sobald ich alles angezogen hatte, öffnete ich die Tür meiner Kabine und blickte durch den Vorraum. Mein Handy war nicht mehr dort, wo es hingeschlittert war, als ich das Gleichgewicht verloren habe und es mir aus der Hand geprellt ist. Ich raufte mir die Haare. Bitte lass es wenigstens so sein, dass das Video endete und der Bildschirm gesperrt ist. Ich schluckte.
Jetzt war nicht die Zeit, um lange zu überlegen. Wenn das Handy nicht gesperrt war, als Herr Kaiser es eingesteckt hat, würde es noch weiterfilmen. Falls er in der Klasse fragt, wem es gehört, würden sie das Video bemerken. Es beenden und nachsehen, dabei würden sie die Nacktfotos finden und dadurch auch sehen, wem es gehört. Ich stürmte aus dem Klo Richtung Kunstraum. Fuck, fuck, fuck, fuck, das darf einfach nicht wahr sein. Meine innere Stimme meldete sich zu Wort und begann mir zu erklären, dass ich mich selbst in diesen Schlamassel hineingeritten hatte und wenn ich gleich auf sie gehört hätte, jetzt nicht in diesem Haufen Scheiße sitzen würde. Nicht hilfreich, garnicht hilfreich, dachte ich und klopfte an die Tür vom Kunstraum. Herr Kaiser öffnete mir und sah mich überrascht an.
„Wie kann ich dir helfen, John?“
Ich schluckte und versuchte, meine Stimme nicht ganz so erbärmlich klingen zu lassen, wie ich mich fühlte.
„Kann es sein, dass Sie ein Handy auf dem Jungenklo gefunden haben? Mein Handy habe ich dort wohl verloren“, sagte ich. Meine Stimme klang erstaunlich ruhig und normal, ganz anders als ich mich fühlte. Schweiß ran meinen Rücken hinunter und kitzelte mich. Ich hatte immer noch Gänsehaut, und mein Puls raste.
„Ja, das habe ich tatsächlich“, sagte er und griff in seine Hosentasche, aus der er mein Handy zog. Laute Musik tönte aus dem Kunstraum hinter ihm, und er drehte verärgert den Kopf. „Sevde, ich hab gesagt, ihr dürft leise Musik hören. Das heißt, ihr sollt Kopfhörer benutzen und nicht, dass du uns hier mit dem Gedudel belästigst“, rief Herr Kaiser über seine Schulter in den Raum.
Ich nutzte die Gelegenheit und schnappte mir mein Handy aus seiner Hand.
„Danke Ihnen, ich muss jetzt zurück zum Unterricht“, sagte ich, kehrte auf dem Absatz um und rannte den Gang hinunter. Erst als ich im Treppenhaus angekommen war, hielt ich an und sah auf mein Display. Es nahm immer noch auf.
Mir fiel ein Stein vom Herzen. Also hatte niemand mein Handy genauer untersucht. Ich ließ mich auf die Treppe sinken und schaute mir mein Handy genauer an. Durch die Hülle war dem iPhone zum Glück nichts passiert, auch der Bildschirm war noch ganz. Ich beendete das Video und skripte es kurz durch. Es hatte alles aufgenommen, meine fragwürdige Performance und dieses blöde Lächeln in die Kamera. Jetzt wünschte ich, ich hätte das nicht getan. Man sah, ich dabei bescheuert aus. Die Kniebeugen, wie ich losrannte, wiederkam, das Handy nahm und es mir aus der Hand flog. Man sah sogar Herr Kaisers Gesicht, als er es aufhob und in seine Tasche steckte.
Ich hatte mich wieder einigermaßen gefangen. Nach kurzem Überlegen schickte ich das Video so, wie es war, an Loona. Sollte sie sehen, wozu sie mich getrieben hatte. Ich blickte auf die Uhr. Schon 16 Minuten nach Unterrichtsbeginn. Ich erhob mich und machte mich auf den Weg zurück zu meiner Klasse.
What's next?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Johns Verhängnis
Selbstfesseln kann gefährlich sein.
John will seinem "Hobby" der Selbstfesselung nachgehen, doch es läuft anders als er es sich erholft hat, doch vielleicht so wie er es sich ertäumt hat.
Updated on Jun 8, 2026
by Levantin
Created on Nov 3, 2023
by Levantin
You can customize this story. Simply enter the following details about the main characters.
- All Comments
- Chapter Comments