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Chapter 11 by Rotstiftakrobat Rotstiftakrobat

Das erste echte Abenteuer?

Ein heißer Morgen

Das erste, was ich spüre, als ich erwache, ist die Stille. Kein Schnarchen von fremden Männern, kein Rascheln von Mülltüten, kein leises Stöhnen aus dem Nachbarbett. Nur das leise Zirpen der Insekten draußen und das Rauschen des Windes, der sanft über die Metallhaut meines Vans streicht. Ich strecke mich, fühle, wie meine Muskeln sich nach dem tiefen, erholsamen Schlaf dehnen. Ein warmes, wohliges Gefühl breitet sich in mir aus. Freiheit.

Langsam öffne ich die Augen. Das erste Licht des Morgens fällt durch das kleine Fenster über meinem Bett und taucht alles in ein weiches, goldenes Licht. Mein Van. Mein Zuhause. Ein Lächeln huscht über meine Lippen. Dann spüre ich es. Ein leichtes Kribbeln tief in meinem Unterleib, ein Pulsieren, das sanft und beharrlich ist. Es ist kein ****, es ist etwas anderes. Etwas, das ich nur selten so deutlich gespürt habe. Lust. Mein Atem stockt für einen Moment. Was mache ich jetzt? Hier, allein, mitten im Nichts?

Die Hitze steigt mir in den Kopf. Ich fühle mich unanständig, naughty, hot. Die Gedanken beginnen zu rasen, Bilder von gestern, von Prince, von dem Waschraum, blitzen durch meinen Kopf. Plötzlich kommt mir eine Idee. Eine schmutzige, aufregende, verrückte Idee. Soll ich das wirklich machen? Mein Herz rast, eine Mischung aus Panik und aufgeregter Vorfreude. Ja. Ich will es tun.

Mit zitternden Händen stehe ich auf. Jeder Bewegung fühlt sich bewusst an, fast theatralisch. Ich ziehe mein Nachthemd langsam über den Kopf, der Stoff streicht über meine Haut und lässt sie kribbeln. Mein Gesicht ist bereits rot vor Hitze und Aufregung. Als nächstes kommt der Sport-BH. Ich mache den Verschluss auf, lasse ihn von meinen Schultern gleiten. Meine kleinen Brüste sind frei, die Nippel hart von der kühleren Morgenluft. Zuletzt sind meine Shorts dran. Ich schiebe sie über meine Hüften, sie fallen zu meinen Füßen. Nur noch der schwarze, sportliche Tanga bedeckt mich. Ich schließe die Augen, atme tief durch, dann ziehe ich auch ihn langsam meine Beine hinab.

Ich stehe splitterfasernackt in meinem Van. Das gleißende Sonnenlicht, das durch die Fenster fällt, trifft auf mein neues Piercing. Die kleinen Metallkugeln fangen das Licht ein und werfen winzige Reflexe an die Wände. Es funkelt, ein kleiner, geheimer Diamant. Ich schaue auf meinen Körper, auf die Bräunungsstreifen, die sich wie weiße Pfade auf meiner gebräunten Haut zeichnen. Ich bin eine Fremde für mich selbst.

Vorsichtig, ohne ein Geräusch zu machen, ziehe ich die Schiebetür auf einen Spalt. Mein Kopf lugt hinaus. Die australische Buschlandschaft erwacht. Stille. Weit und breit keine Menschenseele in Sicht. Nur rote Erde, silbergrüne Eukalyptusbäume und der endlose, blaue Himmel. Ich sauge tief die frische, klare Luft ein, öffne mit einem Ruck die Tür komplett und springe nackt aus dem Van.

Die Erde unter meinen nackten Füßen ist kühl und fest. Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Ich bin nervös, mein Puls pocht in meinem Hals. Ich fühle mich so **** und gleichzeitig so unglaublich lebendig. Schnell gehe ich zur Heckklappe, öffne sie und ziehe eine der riesigen Schubladen heraus. Sie dient mir als perfektes Stativ. Ich stelle mein Handy auf die Lade, öffne die Kamera und stelle den Selbstauslöser auf zwanzig Sekunden. Schnell entferne ich mich vom Handy, laufe ein paar Meter in den Busch hinein. Ich stehe nackt mitten im Outback. Die Morgensonne brennt auf meiner Haut, wärmt mich, erfüllt mich mit Energie. Ich warte, bis der Timer fast abgelaufen ist, dann setze ich zum Sprung an. Im Sprung mache ich einen Spagat. Die Beine nach links und rechts abgewinkelt, meine Hüften öffnen sich in einer Bewegung, die ich aus meiner Zeit in der Sportakrobatik kenne. Diese Beweglichkeit hat mir schon oft beim Fußball geholfen, aber noch nie auf diese Weise.

Ich lande weich im Sand, mein Herz hämmert. Keuchend gehe ich zurück zum Handy und schaue auf das Bild. Es ist unfassbar hot und naughty, aber es ist unscharf. Meine Bewegung war zu schnell. Ich probiere es erneut. Diesmal konzentriere ich mich mehr, springe höher, halte die Pose länger. Wieder unscharf. Erst beim dritten Versuch klappt es. Das Bild ist perfekt. Überall der Busch, die rote Erde, der blaue Himmel. Und in der Mitte ich. Meine Körper ist eine Linie aus Spannung und Kraft, und zwischen meinen im Spagat-Sprung gespreizten Beinen funkelt das Intimpiercing wie ein geheimer Stern.

Ich grinsen. Dieses Bild ist ich. Das neue Ich. Ich schneide das Foto schnell zu, sodass mein Gesicht nicht zu sehen ist, nur mein Körper, meine Geheimnisse. Dann öffne ich den Chat mit Prince. Mein Finger zittert, als ich das Foto auswähle. Ich zögere nur einen Moment, dann drücke ich auf „Senden“.

Kaum ist die Nachricht weg, überflutet mich eine Welle der Scham. Was habe ich da nur getan? Aber gleichzeitig spüre ich ein Kribbeln, eine Hitze, die sich von meinem Unterleib ausbreitet. Ich steige schnell zurück in den Van, schließe die Tür und lege mich auf mein Bett. Die Erinnerung an den Blowjob, an seinen Geschmack, an die Macht in seinen Händen, kommt mit voller Wucht zurück. Meine Finger wandern nach unten, berühren die feuchte, heiße Haut. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie er mich ansieht, wie er auf dieses Bild reagiert. Die Bewegung meiner Finger wird schneller, dringender. Nach einigen intensiven Minuten, die sich wie eine Ewigkeit anfühlen, durchfährt mich ein heftiger Orgasmus. Ich zittere, atme schwer, mein Körper ist entspannt und gleichzeitig voller Energie.

Danach liege ich still da und schäme mich. Aber ich habe einen Glow im Gesicht und grinse zeitgleich zufrieden und befriedigt.

Nach einer Weile stehe ich auf und ziehe mich an. Einen schwarzen Tanga, eine schwarze Adidas Fußball-Short und ein Bandeau-Top in rot. Den BH lasse ich weg, den brauchen meine kleinen Brüste nicht. Die Hose sitzt tiefer auf der Hüfte als meine Leggings-Shorts, und so sehe ich nun deutlich die weißen Streifen des Bräunungsabdrucks auf meiner Haut. Über meinem Po sticht der weiße Abdruck des Tanga-Dreiecks besonders hervor. „Oh Gott.“, denke ich mir. „Daran werde ich mich gewöhnen müssen.“ Außerdem stechen über dem trägerlosen Bandeau-Top auch die Bikini-Abdrücke des Oberteils deutlich hervor. Ich bin eine Landkarte meiner Erfahrungen in Australien. Dieser Gedanke wird bleiben.

Der Hunger meldet sich als ein lautes Grollen in meinem Magen und reißt mich aus meinen Gedanken. Ich bin eine Landkarte meiner Erfahrungen in Australien. Dieser Gedanke wird bleiben. Ich schiebe ihn beiseite und klettere nach vorne in den Fahrersitz. Mit einem Druck auf den Knopf springt der kleine Kühlschrank zum Leben an und summt leise. Ich hhole eine Packung Müsli, einen Becher Joghurt und eine Banane heraus. Es ist seltsam, hier in meinem eigenen kleinen Reich zu frühstücken, während draußen die Welt erwacht. Die Banane ist süß und cremig, der Joghurt kühl und erfrischend. Jeder Bissen ist ein Akt der Unabhängigkeit.

Als ich esse, checke ich mein Handy. Der Bildschirm leuchtet auf und zeigt mir eine volle Balkenanzeige für mein Starlink. Überall Netz. Die moderne Welt in meinem kleinen, analogen Van. Und dann sehe ich sie. Die Nachricht von Prince. Mein Herz macht einen Sprung, obwohl ich es erwartet habe. Ich öffne sie. Es ist kein Text. Nur ein einzelnes Wort: „Mehr.“

Das Wort trifft mich wie ein Schlag. Mehr? Was soll das bedeuten? Mehr Bilder? Mehr Nacktheit? Mehr... Gehorsam? Ein Schauer läuft mir über den Rücken, und es ist nicht nur die Aufregung. Es ist Angst. Die Angst vor dem Verlieren der Kontrolle, die Angst davor, wie weit er mich treiben will. Ich schaue auf das Foto, das ich ihm geschickt habe. Auf die splitsernackte Frau im Spagat, die fremd und vertraut zugleich ist. Ist das nicht schon genug? Offensichtlich nicht. Ein Teil von mir, der dunkle, devote Teil, den ich erst seit Kurzem kenne, fühlt sich geschmeichelt. Er will mehr von mir. Er kann nicht genug bekommen. Ein anderer Teil, das Mädchen aus Norddeutschland, schreit nach Luft. Ich atme tief durch und schließe die Nachricht. Ich beschliesse, ihn warten zu lassen.

Ich räume mein Frühstücksding weg, schiebe den Sitz nach vorne und drehe den Schlüssel im Zündschloss. Der Motor brüllt zum Leben, ein kräftiges, zufriedenes Grollen, das die Stille des Busches durchbricht. Ich verbinde mein Handy mit der Stereoanlage und schalte meine Lieblingsplaylist ein. Der erste Song, ein schneller, energiegeladener Popsong, dröhnt aus den Boxen. Ich lege den Gang ein und fahre zurück auf die unbefestigte Piste, dann auf die Hauptstraße.

Die Straße ist lang und gerade, sie schneidet durch die endlose rote Landschaft wie ein Narbenfaden. Die Sonne steht schon hoch und brennt auf die Asphaltdecke. Ich drehe die Musik lauter. Der Refrain kommt, und ich fange an zu mitsingen. Laut. Mit voller Lunge. Ich singe falsch, aber es ist mir egal. Ich schlage mit der Hand auf dem Lenkrad den Takt, bewege meinen Oberkörper im Rhythmus. Es ist ein Gefühl von purer, unbeschwerter Freiheit. Ich bin allein, ich bin stark, und ich fahre in ein Abenteuer.

Stunden vergehen. Die Landschaft verändert sich kaum. Roter Staub, silberne Blätter, blauer Himmel. Ich bin in einer Blase aus Musik und Bewegung. Plötzlich bewegt sich etwas am Straßenrand. Ich bremsen ab, meine Augen verengen sich. Kangaroos! Eine ganze Gruppe von ihnen, groß und graubraun, grasen ruhig neben der Straße. Einer von ihnen, ein großer Männchen mit einem muskulösen Schwanz, schaut auf, als ich näherkomme. Unsere Blicke treffen sich für einen Sekundenbruchteil. Seine Augen sind dunkel und wachsam, intelligent und wild. Dann hebt er die Nase, wittert die Gefahr, und mit einem einzigen, kraftvollen Satz verschwindet die ganze Gruppe im Busch. Ich bleibe stehen und starre auf die leere Stelle, wo sie gerade noch waren. Das ist das wahre Australien. Wild, frei und unglaublich schnell.

Mein Herz klopft noch von der Begegnung, als ich weiterfahre. Die Musik läuft weiter, aber ich singe nicht mehr so laut. Die Begegnung mit den Kängurus hat mich zur Ruhe gebracht. Als der Mittag naht, spüre ich, wie die Müdigkeit von der Fahrt und der aufregenden Morgen in meinen Knochen sitzt. Ich brauche eine Pause. Das Navi zeigt einen kleinen Parkplatz an, ein paar Kilometer voraus, mit einem Picknickplatz und einer Aussichtsplattform. Das ist es. Mein nächster Halt.

Ich biege vom Highway ab und fahre die kurze Strecke den schmalen Weg hinauf. Der Parkplatz ist leer, nur ein paar Vögel zwitschern in den Bäumen. Ich parke den Van, stelle den Motor ab und öffne die Tür. Die Stille, die hier herrscht, ist anders als die im Busch. Sie ist friedlich, weiträumig. Ich steige aus, strecke mich und gehe zur Aussichtsplattform. Unter mir breitet sich eine weite, grüne Talsohle aus, durchzogen von einem schmalen Fluss, der wie ein Silberband in der Sonne glänzt. Ich lege meine Hände auf das kalte Metallgeländer und atme die frische Luft tief ein. Für einen Moment ist alles einfach. Nur ich, der Wind und die unendliche Weite des Landes.

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