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Chapter 10 by Filiusfiliae

Wie geht es weiter?

Das heimliche Date nimmt seinen Lauf

Chris nahm Vera die Rotweinflasche ab, ging mit ihr in den Flur, sah sie noch mal an und sagte: „Richtig hübsch siehst du aus!“ Vera hatte schwarze Ballerinas, einen ebenfalls schwarzen knielangen Rock und eine cremefarbene Bluse an, unter der sich ein anscheinend weißer BH abzeichnete. Ihre Lippen leuchteten in sinnlichem Rot. „Danke!“, sagte sie lächelnd in der Art eines Schulmädchens, machte einen Knicks, drehte sich ein bisschen nach links, ein bisschen nach rechts, wedelte dadurch ein bisschen mit ihrem Rock. Dann zog sie ihre Schuhe aus, folgte barfuß Chris ins Wohnzimmer, wo er zwei Weingläser auf den Tisch stellte, die mitgebrachte Flasche öffnete, ihnen beiden einschenkte. Sie prosteten sich zu, nahmen Platz – er auf dem Sofa, sie auf einem Sessel –, saßen so einander gegenüber. Chris ließ mit Anerkennung seinen Blick über Veras Körper schweifen. Sie hatte sich richtig rausgeputzt, machte nicht wie üblich einen eher verhärmten Eindruck, sondern war munter und fröhlich.

„Trägst du öfter Röcke und Blusen?“, fragte er sie aus Interesse.

„So gut wie nie, jetzt als erwachsene Frau. Als Jugendliche noch häufiger. Aber nun eigentlich nur noch bei besonderen Gelegenheiten.“

„Schöne Beine hast du.“

„Danke! Freut mich, dass sie dir gefallen. Ja, sie sind noch ganz ansehnlich, insbesondere wenn man mein Alter bedenkt.“ Dann kicherte Vera.

„Was ist?“, wollte Chris nun wissen.

„Bitte nimm es mir nicht übel. Ich dachte nur: Du hast mich ja bereits nackt gesehen, du hast sogar mit mir geschlafen, aber meine Beine hattest du da offenbar keines Blickes gewürdigt.“

„Liegt bestimmt daran, dass du auch andere interessante Körperteile hast“, antwortete Chris mit einer Selbstsicherheit, die ihn selbst erstaunte. Als Antwort lächelte Vera süß, nahm einen Schluck aus ihrem Glas.

„Das heißt, ich darf mir was darauf einbilden, dass ich dich heute in Bluse und Rock sehe?“, fragte Chris weiter.

„Ja, denn so oft wird es die Gelegenheit nicht unbedingt geben. Wäre von meinen Familienmitgliedern nur eins zu Hause gewesen, hätte ich schlicht Jeans und T-Shirt angezogen. Sonst hätte mein Outfit natürlich Fragen aufgeworfen. Kann doch keinem erzählen, dass ich für ein Date zu einem jungen Mann will, der mein Sohn sein könnte. Würden wir in der Großstadt leben, wäre das was anderes. Aber so ...“

„Keine Angst vor Fragen, falls jemand da ist, wenn du zurückkehrst?“

„Hängt davon ab, wann ich zurückkehre. Mein Mann und ich schlafen seit einem Vierteljahr getrennt. Wenn er davon ausgeht, dass ich bereits schlafe, wir er erst gar nicht nach mir sehen. Es ihm also gar nicht auffallen, sollte mein Bett leer sein. Das ja immer noch unser Ehebett ist, wie du gesehen hast. Für alle Fälle habe ich aber in der Tasche T-Shirt, Hose und Sportschuhe mit, falls es mir sinnvoller erscheinen sollte, dies Haus schlichter zu verlassen, als ich gekommen bin.“

„Du hast an alles gedacht.“

„Ob alles, weiß ich nicht“, sagte sie grinsend, „aber ich versuche halt, unser Geheimnis zu schützen, so gut ich kann. Und du ja auch. Oder habt ihr häufiger die Vorhänge im Wohnzimmer geschlossen?“

„Eher seltener“, entgegnete Chris grinsend.

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