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Chapter 2 by Daemony Daemony

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Das Feuer brennt herunter

Das Feuer war zu einem niedrigen Häufchen glühender Kohlen heruntergebrannt. Das laute Knistern der Flammen war mit jedem zusammenfallenden Holzscheit immer leiser geworden. Die Gruppe hatte sich gelichtet – die meisten Jungs und Mädchen waren bereits in ihre Zelte gegangen. Aber der harte Kern blieb. Sie saßen eng zusammen in der rotgoldenen Glocke des Lagerfeuers, sie fühlten sich locker durch Wein und Wärme.

Noah saß mit gekreuzten Beinen auf einem Stein am Feuer und zupfte träge auf seiner halb verstimmten Gitarre. Er sang ein paar Zeilen aus einem Folksong mit seiner tiefen, tragenden Stimme, bis Tasha entnervt stöhnte und ihm einen Tannenzapfen an den Kopf warf. „Das reicht“, rief sie lachend. „Den Song hast du heute schon zwanzig Mal gespielt.“

Noah fing die Tannenzapfen in der Luft und grinste. „Das mache ich nur für dich.“

„Vorsichtig“, murmelte Markus, den Mund verborgen hinter seinem Metallbecher, „sie kratzt und beißt, wenn man sie reizt. Ich weiß, wovon ich rede.“

Lena kicherte nur leise. Sie saß in einen übergroßen Pullover gehüllt, die Beine unter sich gefaltet, und starrte verträumt in die Überreste des Feuers. Sie hatte den ganzen Abend nicht viel gesprochen, aber wenn sie etwas sagte, dann spitz und zielsicher.

Carola lehnte sich auf ihren Ellbogen zurück, die trockenen Tannennadeln unter ihr speicherten noch die Wärme des Tages. Die Nachwirkungen des Weins strömten durch ihre Glieder und machten ihre Gedanken weich und träge. Sie hatte nicht vor gehabt, so viel zu **** – „Nur ein Glas zum Anstoßen, Carola, du bist doch die Verantwortliche.“ Aber irgendwie war ihr Becher nie leer geworden. Die jungen Leute hatten sich einen Spaß daraus gemacht, ihr ständig nachzuschenken. Sie hatte nicht wirklich darauf geachtet und völlig den Überblick verloren.

Sie streckte sich, ließ ihr Tanktop dabei ein wenig hochrutschen und einen Streifen ihres Bauches entblößen. Trotz dreier **** war er noch immer flach und glatt. Und sie war stolz darauf. Kein Grund sich zu verstecken. Bewusst ließ sie es dort, wo es war und zog es nicht wieder herunter.

Gegenüber von ihr saß Noah. Sein Blick huschte herüber und dann schnell wieder zu seiner Gitarre. Er tat so, als sei es eine zufällige Kopfbewegung gewesen, aber Carola wusste es besser. Seine Augen waren zu lange auf ihren Bauch gerichtet gewesen, dann zu ihren Brüsten gezuckt, die sich unter dem dünnen Top deutlich abzeichneten, zu ihren Shorts gewandert und an den langen, nackten Beinen entlang gestrichen. Vielleicht war es eine Täuschung des aufflackernden Feuers gewesen, aber Carola meinte, dass er dabei errötet wäre. Um ihn nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen, wandte sie sich an Markus.

"Geht ihr öfter campen?"

Er zuckte mit den Schultern. "Schon. Meine Eltern haben einen Wohnwagen. Da sind wir jeden Sommer mit unterwegs. Du aber scheinst nicht der Camping-Typ zu sein, Carola. Ich schätze, du hättest lieber in so einem Wellness-Hotel eingecheckt.“

Carol lachte leise. „Was? Glaubst du, ich kann nicht mal ein paar Nächte auf einer Luftmatratze durchhalten?“

Markus sah zu Boden und grinste. „Ich trau's dir schon zu. Aber ich wette, du hast ein großes, weiches Kissen eingepackt.“

„Bekenne mich schuldig, euer Ehren“, lachte sie und hob die Hand. „Außerdem Handdesinfektionsmittel. Eine Reserve-Klopapierrolle. Und eine Powerbank.“

Lena beugte sich vor, ihre Augen funkelten. „Ja, aber das Tanktop sieht an dir besser aus, als alles, was wir anhaben. Pfarrer Georg hat den ganzen Abend versucht, nicht hinzuschauen.“

Die Gruppe brach in lautes Gelächter aus – fröhlich, schrill. Aber einige warfen nervöse Blicke nach hinten, ob der Aufseher den frechen Spruch mitbekommen hatte.

Carola errötete. Nur teilweise aus Verlegenheit. Sie warf Lena einen Blick zu, der vorgab, empört zu sein. Innerlich musste sie aber zugeben, dass das Mädchen ins Schwarze getroffen hatte. Sie hatte die Blicke auch bemerkt und sie auf eine gewisse Weise genossen. Die Aufmerksamkeit tat ihr gut. Um sich nichts davon anmerken zu lassen, winkte sie lässig ab und meinte im Plauderton: „Ach? Der heilige Mann würde es nicht einmal bemerken, wenn ich nackt unter den Sternen tanzen würde. Er ist zu sehr damit beschäftigt zu beten.“

Lena hustete und tat so, als habe sie sich am Wein verschluckt.

Noah spielte einen Akkord und lächelte. „Ich weiß nicht. Ich glaube, er sieht mehr, als er durchblicken lässt.“

Carola beugte sich vor, legte ihr Kinn auf ihr Knie und meinte verschmitzt. „Oh, ich glaube, Pater Georg ist ein sehr aufmerksamer Mann. Er sündigt erst und beichtet nachher.“

Stille. Nur für einen Moment. Aber gerade lang genug, damit allen bewusst wurde, wie schräg der Kommentar gewesen war.

Dann pfiff Tasha durch die Zähne, und die Spannung löste sich in Gelächter auf. Aber diesmal war es dünner, weniger locker. Die Stimmung am Feuer hatte sich verändert.

Carola lachte mit, aber ihre Haut kribbelte. Sie sah nicht über ihre Schulter. Das brauchte sie nicht, um zu wissen, dass er hinter ihr stand. In der Dunkelheit jenseits des Feuers. Und er sie gehört hatte.

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