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Chapter 7 by Rotstiftakrobat Rotstiftakrobat

Wohin geht es so früh am Morgen?

Comic-Laden

Die Haustür knarrt als ich sie öffne. Schüchtern und unsicher aufgrund dieses aufreizenden Outfits, steige ich die Treppen hinab. Ich öffne die schwere Holztür und werde direkt davor begrüßt. Neben mir steht ein Mann mit lila Haaren und mustert mich: „Wer bist denn du?“

Ich schaue schüchtern auf den Boden. Seine Augen brennen sich in mich hinein. Langsam wandert mein Blick hinauf. Der Mann ist groß, dünn, aber trotzdem irgendwie athletisch. Er trägt ein Band-T-Shirt und eine schwarze Cargohose mit Nietengürtel. Mein Mund öffnet sich: „Hey, ich bin Jette und ich wohne seit gestern in einer der Wohnungen oben.“, dabei reiche ich ihm meine kleine Hand mit den dünnen Fingern.

„Ich bin Brad und das ist mein Laden.“, zeigt er rüber zum Comic-Store. „Du kommst nicht aus Australien, das hört man an deinem Akzent. Woher kommst du?“, fragt er.

„Ich komme aus Norddeutschland und starte gerade mein Work and Travel Jahr.“, antworte ich. Brad ist nett und wir unterhalten uns über Australien, Deutschland und unsere Hobbies. Dann fragt er mich: „Jette, du wohnst in der Wohnung von Jez?“. Ich bin etwas verwirrt: „Ich weiß nicht wer da vor mir gewohnt hat. Auf jeden Fall eine Frau. Jack, mein Vermieter sagt, dass sie Ende 20 sei. Sie hat alles hier gelassen. Mein Koffer ist beim Flug verloren und jetzt trage ich sogar ihre Kleidung.“ Brad mustert mich und grinst. Ich werde direkt rot, denn ich wollte sicherlich keinem Fremden erzählen, dass ich die Kleidung einer Fremden Frau trage. Brads Blicke wandern über meinen ganzen Körper. Das ist irgendwie erniedrigend, aber trotzdem richten sich meine Beusrwarzen ohne, dass ich es merke langsam auf und stechen fast durch das dünne Top.

„Dann ist das definitiv die Wohnung von Jez. Das passt vom Style. Da hast du ja echt Glück gehabt, die Sachen scheinen dir ja zu passen. Steht dir. Das sieht wirklich gut aus.“, schmeichelt er mir. „Naja, ja es passt wirklich wie angegossen, aber ist gar nicht mein Style.“, erzähle ich. Ich berichte über meinen Style, meine Hobbies und meine sportliche Art. Brad lächelt und hört mir geduldig zu. Dann fragt er: „Jez ist E-Girl und Cosplayerin. Hat sie wirklich alles dagelassen? Auch Ihre Kostüme? Sie ist in der Szene ein Star. Ist nachh Dubai gezogen.“ Ich nicke nur. Brad überlegt und fragt dann beinahe schüchtern: „Also du suchst einen Job?“, fragt er. Ich erzähle ihm, dass ich jetzt 2 Wochen lang meinen Van umbaue und deshalb eigentlich nicht suche, aber danach einen Job brauche. Jack aber ist hartnäckig: „Wie wäre es mit einem Job abends?“.

Geld kann ich natürlich gebrauchen. Und vielleicht muss ich dann nicht direkt arbeiten, sondern kann erstmal ein bisschen reisen sobald der Van fertig ist. Ich bin schon interessiert und frage: „Was für ein Job denn? Comics verkaufen? Davon habe ich keine Ahnung.“ Brad druckst etwas herum: „Naja, also verkaufen auch, aber es wäre viel cooler, wenn du mich bei meinen Veranstaltungen unterstützen könntest.“ Irgendwie verstehe ich ihn nicht richtig: „Wie unterstützen?“, bohre ich nach. „Ok, weißt du ich veranstalte hier Themenabende. Meine Kunden kommen vorbei und es geht um ein bestimmtes Buch, einen bestimmten Comic, ein Genre oder ähnliches. Die Abende kommen ganz gut an, aber es geht einfach besser. Meine Idee war, dass Jez ein Cosplay für die Abende macht, aber naja, sie ist wie gesagt ein Star in der Szene und ich konnte mir das einfach nicht leisten. Naja und da kommst du ins Spiel. Du sagtest sie hat die Outfits dagelassen uuuuund die passen ihre Klamotten, also könntest du vielleicht an den Abenden ein Cosplay machen. Ich zahle auch 40 Dollar pro Stunde und du bekommst sicherlich Trinkgeld.“

Ich muss mich kurz sammeln. Cosplay? Ich? Das passt halt gar nicht. Andererseits sind 40 Dollar wirklich viel Geld. „Wie stellst du dir das vor? Ich kenne die Comics nicht, habe 0 Ahnung davon.“, bringe ich ein. Brad überlegt nicht lange: „Naja, ich helfe dir. Ich bin Fan von Jez. Ich kenne ein paar ihrer Outfits. Dann kann ich dir das beschreiben. Außerdem würde ich dir den entsprechenden Comic vorher geben, damit du dich kurz einlesen kannst. Wir würden um 21:00 Uhr starten, du wartest im Lager und kommst dann dazu. Die Kunden werden überrascht sein und du servierst ein paar **** und stehst für Fotos bereit. Wie klingt das?“, fragt er. 40 Dollar um sich umzuziehen, **** zu servieren und Fotos zu machen? Hier kennt mich ja sowieso niemand, also warum nicht? „Ok, ich bin dabei.“, Stimme ich zu. Brad grinst über beide Ohren: „Alles klar, komm mal mit. Ich habe eine Idee für ein Thema. Ich gebe dir einen Comic dazu mit und wir sehen uns dann heute Abend.“

Jetzt hat er mich überrumpelt: „Heute Abend?“, frage ich. Er nickt enthusiastisch: „Ja, ich habe heute Abend sowieso eine Veranstaltung hier. Das passt echt super! Wir treffen uns uns um 19:00 Uhr und dann kann ich dir helfen dich vorzubereiten und dich ein bisschen über deine Rolle informieren.“ Pläne für heute Abend habe ich zwar sowieso nicht, aber irgendwie ist das trotzdem alles so schnell und auch neu. Egal. 40 Dollar pro Stunde sind zu gut, um das abzulehnen. „Brad, wie wäre es damit, dass wir uns um 18:30 Uhr treffen und ich zeige dir in der Wohnung die unterschiedlichen Outfits? Dann weißt du welche Themen möglich sind.“ Brad lächelt nur: „Super Idee, dann kann ich für die nächsten 2 Wochen einen Themenkalender erstellen. Brad führt mich durch den Laden, drückt mir drei Comics in die Hand und wir verabschieden uns.

Wie geht mein Tag weiter?

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