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Chapter 3 by Filiusfiliae

Wie geht es weiter?

Chris spricht Katrin an

Dann war es so weit. Katrin, heute in langer blauer Jeans, langärmeligem Fleecepulli und weiße Söckchen an den Füßen, die in Sandalen steckten, schaute immer noch in die andere Richtung, dahin, wo der Bus längst verschwunden war – und erschreckte sich, als er sie mit „Hallo Katrin“ begrüßte. „Hi Chris“, sagte sie schüchtern lächelnd, „entschuldige bitte, dass ich so zusammengeschreckt bin, ich war in Gedanken.“ Und vor allem nicht gewohnt, von Männern nett angesprochen zu werden, dachte Chris sich und sagte dann: „Keine Ursache, Katrin. Hast du gerade eine Freundin verabschiedet?“

„Nein, eine Cousine“, antwortete Katrin fröhlich-überrascht, da nicht gewohnt, dass sie jemand was fragte, was auf Interesse an ihrer Person schließen ließ, „meine Lieblingscousine. War hier eine Woche zu Besuch. Musste leider heute schon abreisen, da sie übermorgen mit ihrem Freund nach Malle fliegt.“ Ein Schatten huschte über Kathrins Gesicht, denn sie hatte keinen Freund, egal ob der mit ihr nach Malle fliegen würde oder nicht – und wohl auch noch nie gehabt. „Hattet ihr eine schöne Zeit miteinander?“, fragte Chris, wodurch er bereits Katrin zum Aufblühen brachte. „Oh ja, wir haben viele Ausflüge in die Umgebung gemacht, und ich war nicht so allein. Mama muss zurzeit echt viel arbeiten und oft für mehrere Tage verreisen. Tut ihr alles so leid. Zum Glück muss sie sich keine großen Sorgen machen, schließlich bin ich ja endlich volljährig. Das Jugendamt kann mich mal.“ Dass ihre Mutter alleinerziehend war, erwähnte sie nicht, brauchte sie auch nicht, war allgemein bekannt.

Und dann war es Katrin, die ihn überraschte, indem sie sagte: „Und bei dir so: Chillst du noch oder bereitest du dich schon auf deine Englisch-Nachprüfung vor?“ Bemerkenswert, dass Katrin das registriert und sogar behalten hatte. Zu der Englisch-Nachprüfung am Ende der Ferien war er verdonnert worden, weil er bei zu vielen Englisch-Klausuren gefehlt hatte und auch zu viele der Nachschreibtermine versäumte. Was daran lag, dass er die Englischlehrerin nicht ausstehen konnte. Die aber nun im Ruhestand war, die Nachprüfung würde ein anderer Lehrer wahrnehmen. Üben dafür musste er allerdings noch einiges. „Sowohl als auch, auch wenn ich für die Nachprüfung doch noch einiges vor mir habe.“

„Wenn ich dir dabei irgendwie helfen kann ... du weißt ja, dass ich in Englisch nicht ganz schlecht bin“, bot Katrin ihm rot werdend an. Chris musste lächeln: In Englisch nicht ganz schlecht – soweit er wusste, war Katrins schlechteste Note in Englisch eine Zwei plus gewesen. Aber das war Katrins bescheidene, zurückhaltende Art. Irgendwie auch süß.

„Ja, gerne!“, antwortete Chris begeistert. Das lief ja besser als erhofft!

„Gerne doch!“, grinste Katrin nun wie ein Honigkuchenpferd, „wann wollen wir anfangen?“

„Ich hab heute nichts Besonderes vor, wie ist es bei dir?“

„Ich bin frei mit meiner Zeiteinteilung, wie meistens. Von mir aus können wir sofort beginnen.“

Wie geht es weiter?

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