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Chapter 9 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Chat mit meiner besten Freundin Kathy

Am Ende sind es acht Sets, die Dirk mit mir auswählt. Während er bezahlt, gehe ich nochmals in die Umkleide. Das Stück, das mir am besten gefällt, lasse ich gleich an; ich habe ja sonst nichts zum Drunterziehen.

Ein letzter Blick in den Spiegel. Ein Traum in Zartrosa. Eigentlich schade, die schönen Sachen unter der Oberbekleidung verstecken zu müssen. Es ist nur der halbe Spaß, wenn man mit neuen Klamotten nicht angeben kann.

Mir kommt eine gewagte Idee. Schnell das Handy gezückt und ein Selfie gemacht. Ich schicke es an Kathy, meine beste Freundin. Die wird Augen machen.

Draußen auf der Straße drückt mir Dirk die Einkaufstasche und ein paar Geldscheine in die Hand. „Fahr du schon mal heim, ich hab‘ noch was zu erledigen.“

Anstatt das Geld für ein Taxi auszugeben, stecke ich sie ein und nehme den Bus. In der hintersten Sitzreihe checke ich meine Nachrichten. Ich muss grinsen. Wie erhofft habe ich mit dem Bild Kathys Neugier angestachelt. Sie hat eine ganze Serie von Fragen abgefeuert, die mit „Ist das echt oder KI-Fake?“ endet.

„Alles echt. Heute gekauft“, antworte ich, was natürlich eine neue Lawine an Fragen auslöst. Wo ich es her habe und wie ich mir das leisten kann.

Spontan tippe ich „Geschenk von Dirk“. Dann kommen mir Zweifel. Kathy wird wissen wollen, wer Dirk ist und was ich mit ihm zu tun habe. Ich nage an meiner Unterlippe. Wie soll ich das erklären? Ich kann ja schlecht schreiben, dass er der Liebhaber meiner Mutter ist und dass er mir Dessous schenkt, weil er in meinem Zimmer übernachten durfte.

Ich lösche die drei Worte und schreibe stattdessen: „Hat mir mein Onkel nachträglich zum Geburtstag geschenkt.“

„Ganz schön frech, seiner Nichte sowas zu schenken ;-)“

Mein Grinsen wird breiter. Ich blödle noch ein wenig herum und komme dabei so in Fahrt, dass ich behaupte, Dirk sei nicht nur großzügig, sondern richtig reich. Gutaussehend und nett sowieso.

„Bring ihn heute Abend mit in den Club. Wenn das so ein Traummann ist, muss ich ihn unbedingt kennenlernen.“

Oh. Damit habe ich nicht gerechnet. Eigentlich wollte ich nur ein wenig angeben. Kathy und ich frotzeln oft so miteinander herum. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie es für bare Münze nimmt. Jetzt stecke ich in der Klemme. Wie komme ich da wieder raus?

„Dafür ist er zu alt und hat bestimmt keine Lust drauf“, versuche ich, den Vorschlag abzuwehren.

„Wieso? Frag ihn doch einfach.“

Mein Finger schwebt über der Tastatur. Soll ich zugeben, dass ich nur Quatsch gemacht habe? Andererseits, warum sollte ich ihn nicht fragen, ob er ausgehen möchte? Ich muss ihm nur beibringen, dass er Kathy gegenüber behauptet, wirklich mein Onkel zu sein.

Ich spüre, wie ich rot werde, als ich mein „OK“ absende. Aber hier sieht das ja niemand.

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