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Chapter 8
by
Meister U
What's next?
Bernd ließ sich auf das Bett im Gästezimmer fallen
Ein Doppelbett mit einer harten, durchgehender Matratze. Perfekt.
Sein Blick wanderte zur weißen Decke. Ein Riss zog sich durch den Putz. Sein Geist begann zu sortieren.
Liv. Die Architektin. Sie hatte ihn nicht nur hereingelassen, sie hatte ihm die zweite Frau im Haus serviert, auf dem Silbertablett der schüchternen Verzweiflung. Es war ein Geschenk, eine Prüfung und eine Machtdemonstration in einem. Ich sehe dich. Ich verstehe dich. Und ich gebe dir, was du brauchst, bevor du danach fragen musst. Aber vergiss nie, wer es gibt. Eine offene Beziehung? Das war zu banal. Es war eine Komplizenschaft auf Leben und ****, oder zumindest auf Geburt und Erziehung. Sie würde ihre eigenen Beobachtungen machen, ihre Experimente designen. Er würde die praktische Feldarbeit übernehmen. Sie würden beide auf ihre Kosten kommen.
Astrid. Das überraschende Bonus-Level. Ein Weichkörper, geformt aus Angst und einem schlummernden, tiefen Drang nach Anweisung. Sie war… einfach. Erholsam. Keine komplexen Machtspiele wie mit Liv, keine laute, aggressive Energie wie mit Tobi damals. Nur stille, willige Verfügbarkeit. Ihr Zimmer war jetzt sein Revier. Ein gedanklicher Haken dran. Erledigt.
Seine Gedanken schweiften ab. Berlin. Der Dauerrausch, die immer gleichen Bars, die Suche nach dem nächsten Kick, dem nächsten interessanten Blick, der nächsten Herausforderung. Es war anstrengend geworden. Vorhersehbar.
Hier… hier war es kalt, sauber, still. Und unter dieser stillen Oberfläche brodelte es. Livs kalkulierender Intellekt. Astrids dampfende Unterwerfung. Ein Kind in Livs Bauch, das sein Fleisch und ihren Verstand trug. Das war keine Ablenkung. Das war ein Projekt. Ein langfristiges, fesselndes, pervers faszinierendes Projekt.
Eine Sprache mit harten Kanten und singendem Tonfall. Schwedisch. Er hatte keine Ahnung. „Tack“ und „Hej“ und das war’s. In Hamburg oder Berlin hätte ihn das nicht gekümmert. Hier war es ein Handicap. Eine Barriere. Und er hasste Barrieren.
Er griff zum Handy, das auf dem Nachttisch lag. Öffnete die Babbel-App. Hatte ihm damals geholfen, sich mit einer polnischen Kellnerin zu verständigen. Nützlich.
Er scrollte durch die Sprachen, fand „Schwedisch“. Klickte „Anfangen“.
Die erste Lektion: Begrüßungen. „Hej. Jag heter Bernd.“ Langweilig. Er übersprang, suchte nach dem Inhaltsverzeichnis, den fortgeschritteneren Modulen.
„Allmänna konversationer“ – Allgemeine Konversation. Nein.
„Rese svenska“ – Reiseschwedisch. Uninteressant.
„Affärssvenska“ – Geschäftsschwedisch. Lächerlich.
Dann sah er es. „Relationer och dating.“ Beziehungen und Dating. Bingo.
Er öffnete das Modul. Die erste Vokabel erschien: „att flörta“ – flirten.
Ein halbes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. Er tippte auf die Sound-Schaltfläche. Eine klare, neutrale Frauenstimme sprach das Wort aus. Er wiederholte es leise. „Att flörta.“
Die nächste Vokabel: „Du är vacker.“ – Du bist schön.
Er sprach es nach. Die Betonung war falsch. Er wiederholte es. Wieder. Bis es sich nicht mehr komplett falsch anhörte.
Er scrollte weiter. Sätze tauchten auf, die sein Interesse weckten. Einfache, direkte Sätze.
„Jag gillar dig.“ – Ich mag dich.
„Kom hit.“ – Komm her.
„Vill du…?“ – Willst du…?
Das war der Anfang. Das reichte fürs Erste. Er musste nicht philosophieren können. Er stellte das Lernziel im Kopf ein: Konversation im Kontext von Geschlechtsverkehr. Alles andere war überflüssig.
Draußen im Flur hörte er leise Schritte. Astrid, die ins Badezimmer schlich. Er hörte das leise Rauschen der Dusche.
Er blieb liegen, die Hände noch immer hinter dem Kopf. Die App war noch offen. Ein neuer Satz tauchte auf.
„Var inte rädd.“ – Hab keine Angst.
Er sprach ihn ins halbdunkle Zimmer. Die Worte fühlten sich hart und weich zugleich an im Mund. Perfekt für Astrid. Perfekt für das, was kommen würde.
Er schloss die App, legte das Handy weg. Die Dusche lief noch. Livs Geige war verstummt.
Berlin war weit weg. Hamburg ein blasser Fleck. Hier war jetzt das Spielfeld. Und er hatte gerade die ersten, wichtigsten Vokabeln für seine neue Rolle gelernt: Verfügbarkeit fordern. Angst nehmen. Kontrolle ausüben. In jeder Sprache.
Die Tür zum Gästezimmer ging auf, ohne Anklopfen. Liv stand im Rahmen, eine schlanke Silhouette gegen das warme Licht des Flurs. Ihr Gesicht war im Schatten.
„Ich habe Pläne für den Abend“, sagte sie, ihre Stimme schnitt durch das Dämmern des Raums. „Drei Optionen. Du entscheidest.“
Bernd blieb liegen, die Hände noch immer hinter dem Kopf. „Ich höre.“
„Erstens: Ein Mädelsabend. Bei einer Freundin von mir. Eine geschlossene Gesellschaft.“ Liv trat einen Schritt näher, ihr Blick war messerscharf. „Männer sind geduldet. Unter Bedingungen. Sie sind nackt. Sie stehen zur Verfügung. Für alles, was verlangt wird.“
Sie ließ die Worte wirken. Bernds Gesicht zeigte keine Regung. Ein nackter Diener auf einer Frauenparty.
„Zweitens“, fuhr Liv fort. „Eine Studentenparty. In einer Villa auf Djurgården. Laut. Chaotisch. Viele junge, naive Seelen, durstig nach Erfahrung.“ Ein winziges, wissendes Lächeln spielte um ihre Lippen.
Das klang nach mehr Action. Nach Jagd.
„Und drittens?“
„Sauna“, sagte Liv knapp. „Ich kenne eine. Besonders heiß. Besonders… traditionell. Gemischt. Nackt. Schweigend. Es geht nicht um Gespräche. Es geht um Ausdauer. Um das Aushalten von Hitze und Blicken. Um die Reduktion auf den schwitzenden, verwundbaren Körper im Halbdunkel. Danach das Eisloch im See - das aber nur im Winter“
Bernd schwieg. Er sah die Bilder vor sich. Die demütigende Servilität der ersten Option. Das unberechenbare Chaos der zweiten. Die stille, primitive Herausforderung der dritten.
„Die Sauna“, sagte er, ohne zu zögern. „Wann?“
Liv nickte, als hätte sie genau diese Antwort erwartet. „In zwei Stunden. Iss vorher nichts Schweres. Du wirst schwitzen.“ Sie drehte sich zum Gehen, hielt dann noch einmal inne. „Astrid bleibt hier. Sie hat… Hausaufgaben.“
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Der Komplize
[Bernd vögelt sich durch Stockholm | Johanna spinn-off]
Berlin liegt hinter ihm. Vor ihm: Liv. Kühl, berechnend, schwanger von ihm. Ihre Einladung nach Stockholm ist kein Neuanfang, sondern die nächste Stufe eines perfiden Spiels. Liv, die Meisterin der Inszenierung, hat das Spielfeld vorbereitet. Bernd, der stille Stratege, soll es besetzen.
Updated on Mar 19, 2026
by Meister U
Created on Jan 11, 2026
by Meister U
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