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Chapter 8 by Rotstiftakrobat Rotstiftakrobat

Was bringt der Tag?

Arbeit und Strand

Die Stille im Zimmer ist fast ohrenbetäubend. Ich setzemich langsam auf, mein Körper schreit nach einer Dehnung. Mein Blick fällt auf das leere Bett gegenüber, auf dem Prince gestern saß. Die Decke ist ordentlich gefaltet, das Kissen aufgeschüttelt. Kein Anzeichen von der wilden Nacht, von dem Mann, der mich so verändert hat. Nur ein kleiner, zerknitterter Zettel auf dem Nachttisch fängt mein Auge.

Mit zitternden Fingern nehme ich ihn auf. Seine Handschrift ist kräftig, selbstsicher, genau wie er. "Prince +61 412 345 678. Call me." Eine Telefonnummer. Nichts weiter. Kein "Danke für den schönen Abend", kein "Wie geht es dir?". Nur ein Kommando. Mein Herz macht einen Sprung, eine Mischung aus Panik und aufgeregter Erwartung. Ich schiebe den Zettel in die Seitentasche meines Rucksacks.

Langsam stehe ich auf, jede Bewegung ist eine Erinnerung an gestern. Das Ziehen in meinem Schritt, das leichte Brennen des Metallstabs, wenn ich mich bewege. Ich gehe zum Schrank, ziehe meine Teveo-Shorts in einem leuchtenden Pink heraus und den passenden Sport-BH. Darunter schlüpfe ich in den grauen, sportlichen Tanga, der sich vertraut und sicher anfühlt. Ich flechte meine Haare zu einem festen Zopf, bereit für den Tag. Dann packe ich eine Tasche mit einem Bikini – wieder ein String-Höschen, das kaum etwas verdeckt, und ein Oberteil mit dünnen Schnüren im Nacken und Rücken in einem schönen Rosaton. Ich will nachmittags an den Strand, will die Sonne auf meiner Haut spüren, will diese neuen Geheimnisse mit Gold überziehen.

Jack's Werkstatt ist weiter draußen, in einem Industriegebiet. Der Van rumpelt über die holprigen Straßen, und ich fühle mich frei, stark. Im Baumarkt kaufe ich eine Solarplatte, Kabel, Plastikrohre, Dämmung und einen Wassertank. Die Begriffe sind fremd, aber ich lerne schnell, frage nach Hilfe, nicke verständnisvoll, auch wenn ich nur die Hälfte verstehe.

Zurück in der Werkstatt verbringe ich Stunden damit, einen Teil einzubauen. Meine Hände werden schmutzig, meine Nägel brechen, aber ich fühle mich unabhängig und kompetent. Zwischendurch schreibe ich der Nummer von Prince: „Hey, it’s me, Jette. The Night was amazing. I Hope to meet you again some time.“ Einige Stunden mit viel Arbeit später, möchte ich zum Strand. Umziehen muss ich mich später auf der Toilette von Jacks Werkstatt. Es ist eng, muffig, aber ich ziehe den rosafarbenen Bikini an, schnüre die Bänder fest. Als ich aus der Tür komme, pfeift Jack durch die Zähne. "Wow, Jette. Das habe ich heute nicht erwartet." Ich werde rot, nicke nur und gehe schnell zum Van. Ich drehe schnell den Schlüssel im Zündschloss um, tippe eine Adresse in das Navi meines Handys, stecke das Handy an die Halterung am Amaturenbrett, lasse den Motor kurz, aber kräftig aufheulen und düse los.

Der Strand ist wunderschön. Die Sonne brennt auf meiner Haut, das Meer ist ein unendliches Blau. Ich breite mein Strandtuch aus, lege mich in den Sand und schließe die Augen. Dann vibriert mein Handy. Eine Nachricht von Prince. "Was machst du gerade so?"

Mein Herz rast. Ich atme tief durch und tippe eine Antwort: "Am Strand. Sonnen."

Er antwortet sofort. Die drei Punkte, die anzeigen, dass er tippt, fühlen sich an wie eine Ewigkeit. Dann steht es da: "Wie geht es dir? Hat dir gestern gefallen?"

Die Frage trifft mich wie ein Schlag. Ich starre auf die Worte, mein Kopf wird leer, dann überflutet ihn eine Welle von widersprüchlichen Gefühlen. Meine Finger schweben über dem Bildschirm. Ich will lügen, ihm erzählen, dass es nur ein betrunkenes Spiel war, aber ich kann nicht. Die Wahrheit pocht in meinen Schläfen.

Langsam, Buchstabe für Buchstabe, beginne ich zu tippen, mein Gesicht wird heiß, und ich bin dankbar, dass hier niemand mich sehen kann.

„Die Wahrheit ist, dass ich mir nicht sicher bin.“

Ich pausiere, lese den Satz. Er ist schwach, aber er ist ehrlich. Ich tippe weiter.

„Die Erinnerung ist aufregend, aber gleichzeitig... das Piercing und die Tattoos sind **** und nicht 'normal'.“

Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Die Angst, kalte und spitz, kriecht in meine Magengrube.

„Ich habe Angst, was die Leute in Deutschland sagen werden, wenn ich zurück bin.“

Tränen brennen in meinen Augen, ich blinzle sie weg. Die Scham ist ein physischer ****.

„Ich war ****. Jetzt würde ich das nie wieder machen. Ich war wie verwechselt.“

Ich stocke. Ist das die Wahrheit? Oder nur die Wahrheit, die ich mir selbst erzählen will? Die Erinnerung an seinen Körper, seine Dominanz, es ist kein reiner Albtraum. Ich tippe weiter, mein Herz hämmert.

„Der Blowjob war intensiv. Ich würde gerne sagen wollen, dass das falsch war, aber in meiner Erinnerung fühlte es sich richtig an.“

Ich werde beim Tippen puterrot. Die Hitze steigt mir in den Kopf, mein Puls rast. Ich muss es aussprechen, muss diesen Gedanken, der mich seit dem Aufwachen verfolgt, formulieren.

„Ich stocke. Ich habe noch nie einen schwarzen Penis gesehen, aber dein Teil... es ist ein Monster. Ich kann mir nicht erklären, wie das Teil in meinen Mund gepasst hat... und meinen Hals schon gar nicht.“

Ich starre auf die Nachricht, die ich geschrieben habe. Es ist die rohste, verletzlichste Sache, die ich je jemandem geschickt habe. Mein Finger zittert, als ich über den "Senden"-Button wische. Es ist getan. Ich habe mein Innerstes offengelegt, und nun warte ich auf sein Urteil.

Seine Antwort kommt prompt, aber meine vorherige Nachricht ignoriert er: "Schick mir ein Foto." Ich mache ein Foto des Meeres, auf dem mein Körper vom Bauch abwärts zu sehen ist.

Ich schlucke. Auf das Bild kommt eine schnelle Antwort: "Zieh deinen String über die Hüften. Ich will, dass du einen Bräunungsabdruck kriegst, der sichtbar ist, wenn du ein bauchfreies Top mit Shorts trägst. Das finde ich heiß. Und andere Männer auch."

Mein Körper wird heiß, eine Mischung aus Scham und Erregung. Ich schaue mich um, der Strand ist relativ leer. Mit zittrigen Fingern schiebe ich den schmalen Stoff höher, bis er auf meinen Hüftknochen liegt. Ich halte das Handy in die Luft, mache ein Foto von meinem Bauch, von dem winzigen Dreieck des Strings. Ich drücke auf "Senden", bevor ich es mir anders überlegen kann.

Fast sofort kommt seine Antwort: "Perfekt. Du lernst schnell."

Genieße ich die Sonne?

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