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Chapter 12
by
Levantin
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Am nächsten Morgen
Das Hupen des Busses riss mich unsanft aus meinem morgendlichen Halbschlaf. Der Busfahrer fluchte laut und meckerte scheinbar über einen Fahrradfahrer, der verschreckt versuchte, dem Bus auszuweichen. Ich war auf meinem allmorgendlichen Schulweg und hatte es heute sogar geschafft, einen Sitzplatz zu ergattern. Von meinem Platz oben im Doppeldeckerbus konnte ich die langsam erwachende Stadt gut beobachten. Die Schaufenster und Häuser verschwammen zu einer bunten Masse vor meinen Augen, als der Bus an ihnen vorbeifuhr. Meine Gedanken kreisten um Loona. Sie war nicht wieder nach Hause gekommen, seitdem sie gestern mit mir gespielt hatte, und ich hatte noch so viele Fragen an sie. Dass sie vor Timo so getan hat, als ob wir etwas hätten, hatte mich verwundert. Ich konnte nach wie vor nicht glauben, dass sie überhaupt etwas mit mir im sexuellen Sinne zu tun haben wollte. Timo hatte sich für mich gefreut. Ich hatte gestern Abend noch ein paar Runden mit ihm gespielt, und er wollte die Hälfte der Zeit nur von mir wissen, wie es war. Ich war anfangs unsicher, wie ich darauf reagieren sollte, aber da Loona relativ direkt impliziert hatte, dass wir Sex hatten, bin ich mitgegangen. Timo war nicht sonderlich schwer zu überzeugen gewesen; das Foto, welches Loona ihm geschickt hatte, war bereits Überzeugungsarbeit genug gewesen. Es war alles in allem ein sehr guter Tag gewesen, einer der besten, die ich bis jetzt erleben durfte. Auch die Games, die ich mit Timo hatte, liefen gut, und Timo's anerkennende Sprüche und Bemerkungen über Loona hatten mich in Hochstimmung versetzt. Es war vorher nie zwischen uns ein Thema gewesen, dass er deutlich mehr Erfahrungen mit Frauen hatte als ich. Früher habe ich das gerne darauf geschoben, dass er ein Jahr älter ist als ich, aber als ich immer älter wurde und mein Erfolg ausblieb, gingen mir nach einer Weile die Ausreden aus. Ich war einfach zu schüchtern, was Frauen anging. Mein Vater und Timo waren da ganz anders, immer einen Spruch auf Lager und gerne der Mittelpunkt der Konversation. Wäre da nicht der Zufall im Spiel gewesen und hätte mich und Loona nicht zusammengebracht, vermutlich würde es immer noch so laufen. Ich schmunzelte. Der Bus hielt mit einem Ruck an der nächsten Station, und die ältere Dame neben mir stand auf und schloss sich der Traube an Menschen an, die hier ausstiegen. Es waren nur noch fünf Stationen zu meiner Schule. Jemand setzte sich neben mich und tippte mich an der Schulter an. Ich drehte meinen Kopf, nahm einen AirPods aus meinem Ohr und blickte in das von blonden Locken umarmte Gesicht von Emma. Emma war in meinem Abschlussjahrgang. Sie war in einer Parallelklasse, aber dank des Kurssystems in den letzten zwei Schuljahren hatte ich seit einem Jahr mit ihr zusammen Unterricht.
„Hey John, wo hab ich dich gerade rausgeholt?“, fragte sie mit einem leichten Lachen in der Stimme. Ich musste wohl sehr neben der Spur aussehen. Kein Wunder, schließlich war ich gestern noch bis 2 Uhr wach geblieben in der Hoffnung, Loona zu erwischen, wenn sie zurück nach Hause kommt.
„Hi Emma, ich bin nur übermüdet, das ist alles.“ Ich grinste und ließ meinen Blick über ihren Körper gleiten. Sie hatte heute kurze Hotpants, einen Top und Sneaker an. Ihre Haarmähne war offen, und die blonden Locken umwallten ihre runden und niedlichen Gesichtszüge. Ihre braunen Augen guckten freundlich, und ich konnte an ihrer Mimik ablesen, dass sie etwas von mir wollte.
„Ich nehme an, du hast die Bio-Hausaufgaben nicht gemacht und würdest gerne bei mir abschreiben, richtig?“, fragte ich, und sie blickte ertappt und nickte.
„Das ist kein Problem.“ Ich holte aus meinem Rucksack meinen Ordner und reichte ihn ihr.
„Danke John, du bist mein Retter. Wenn ich die Hausaufgaben schon wieder nicht hätte, würde Frau Müller mir die Hölle heißmachen.“ Ich nickte nur und setzte meine Kopfhörer wieder auf. Emma holte ihren Block raus und begann damit, meine Antworten auf die Fragen im Biologiebuch abzuschreiben. Ich beobachtete sie aus dem Augenwinkel, doch meine Aufmerksamkeit wurde von meinen Gedanken über Loona abgelenkt, und so dauerte es nicht allzu lange, und ich erwischte mich selbst dabei, wie ich aus dem Fenster sah, anstatt Emma zu beobachten. Ich lachte über mich selbst. Die letzten Tage und Erfahrungen hatten mich wirklich verändert. Noch vor einer Woche wäre ich froh gewesen, dass ich Emma so nah sein konnte und hätte jede Sekunde mit ihr im Bus genossen. Ich hätte versucht, eine Konversation aufzubauen, und wäre vermutlich kläglich gescheitert. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die jungen Frauen in meinem Alter es einem auf der Stirn ablesen konnten, wenn man es nötig hatte. Emma war mit Abstand das schönste Mädchen in unserem Jahrgang. Spätestens seitdem wir zusammen Biologie im Kurs von Frau Müller hatten, war sie regelmäßig Gast in den Fantasien meiner einsamen Stunden abends in meinem Bett gewesen. Seitdem Loona mich erwischt hatte, war Emma dort nicht mehr aufgetaucht. Wenn ich recht darüber nachdachte, war sie mir jetzt das erste Mal wieder in den Sinn gekommen. Meine Musik wurde von dem Benachrichtigungston eines Handys unterbrochen, ich schaute auf das Display.
Guten Morgen John, ich hoffe, gestern war nicht zu viel für dich. (Kuss Emoji)
Die Nachricht war von Loona. Sofort schoss Blut in meinen Lendengegend, und mein Puls begann sich zu beschleunigen.
Guten Morgen Loona, ich hoffe, du hast gut geschlafen. Nein, es war definitiv nicht zu viel für mich, sondern sehr schön. Wo warst du gestern Abend, ich habe gehofft, wir könnten miteinander reden.
Ich drücke auf senden und musste auch nicht lange auf eine Antwort warten.
Haha, das geht dich nichts an, eine Lady wird doch wohl noch ihre Geheimnisse haben, oder? Außerdem reden wir doch jetzt gerade. Schick mir bitte ein Bild von dir. Ich würde gerne dein Gesicht sehen.
Was sollte das nun schon wieder. Meine Hände begannen feucht zu werden, und ich schluckte. Nun gut, nichts überstürzen, wenn sie mir nicht sagen wollte, wo sie war, ist das wirklich ihre Sache. Ist ja nicht so, dass wir zusammen sind, und ich freute mich und ich freute mich unglaublich, dass sie mir geschrieben hatte. Ich hatte diese Option bis jetzt versucht zu ignorieren, weil ich nicht allzu needy wirken wollte. Ich hob mein Handy und machte ein Selfie. Ja, ich sehe tatsächlich so übermüdet aus, wie ich mich fühle, ich hätte gestern nicht so lange wach bleiben sollen. Naja, das ließ sich jetzt wohl nicht mehr ändern. Ich drückte auf senden und schickte eine Frage hinterher.
Bekomme ich eins zurück?
Kurze Zeit später erhilt ich ein ebnfalls ein Bild. Ich sah Loona, wie sie in einem Café saß. Sie hatte eine Kaffeetasse in der Hand, und ihr wunderschönes Gesicht sah so perfekt wie immer aus, fast so, als hätten es Engel aus Elfenbein angefertigt. Ihre roten vollen Lippen und ihre grünen Augen mit den schwarzen Haaren standen im starken Kontrast zu ihrer weißen makellosen Haut. Ich konnte mich an dem Bild nicht sattsehen. Emma tippte mir auf die Schulter und lehnte sich zu mir herunter,
„Ist das deine Freundin?“ Hörte ich sie über meine Musik hinweg fragen. Rasch sperrte ich das Handy und nahm meine Kopfhörer raus.
„Nein, das ist Loona. Sie ist quasi meine Stiefschwester.“ Emmas Blick wirkte interessiert.
„Hier, dein Hefter und danke nochmal fürs Abschreiben lassen, John.“
Ich nahm ihr den Hefter ab und steckte ihn zurück in meine Tasche.
„Keine Ursache, gerne wieder. Aber vergiss nicht, dass ich die Klausur nicht für dich schreiben kann. Das musst du schon selber machen.“ Der Bus hielt an, und es ging das große Gedränge los. Der halbe Bus voll Schüler entlud sich hier, und auch Emma und ich standen auf und bewegten uns mit den anderen die Treppe runter und aus dem Bus.
„Also dann bis später“, sagte ich zu Emma, als ich eine Gruppe ihrer Freundinnen schon an der Haltestelle auf sie warten sah. Ich setzte meine Kopfhörer wieder ein und schlenderte gutgelaunt mit dem Blick auf mein Handy Richtung Schule. Es vibrierte erneut in meiner Hand.
Also, du hast Fragen? Was hältst du von einem kleinen Spiel?
Mein Penis wurde härter, und mein Blut begann wieder in meinen Ohren zu rauschen.
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Johns Verhängnis
Selbstfesseln kann gefährlich sein.
John will seinem "Hobby" der Selbstfesselung nachgehen, doch es läuft anders als er es sich erholft hat, doch vielleicht so wie er es sich ertäumt hat.
Updated on Jun 8, 2026
by Levantin
Created on Nov 3, 2023
by Levantin
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