Ja, jemand was dagegen?

Überraschenderweise Lorena

Chapter 98 by Hentaitales Hentaitales

Fast augenblicklich erhob sich Lorena. "Tamara, das geht nicht", sagte sie. "Das ist nicht unser Weg."

"Es ist mein Weg", gab Tamara zurück. "Ich hab mit Roadie jemanden gefunden, der zu mir gehört. Ich will niemand anderen mehr." Sie sah zu Steffen. "Eidolon, ich hatte immer viel Spaß mit dir, aber mit Roadie hab ich mehr als nur Spaß. Das ist was Großes. Ich hoffe, du kannst das verstehen und-"

"Ich bin noch nicht fertig", unterbrach Lorena sie mit einem Zorn in der Stimme, den Alex zuvor noch nie von ihr gehört hatte. "Wir alle hier haben eine Verantwortung vor der Welt, und die besteht darin, uns mit so vielen wie möglich zu paaren, unseren Genen eine Chance zu geben, sich möglichst breit zu streuen. Wenn du dich an einen einzigen Mann bindest, dann entziehst du dich dieser Verantwortung! Und was noch schlimmer ist: du nimmst auch noch allen anderen Frauen Roadie weg!"

Tamara schüttelte den Kopf. "Tu ich nicht. Roadie kann sich weiter mit jeder Frau 'paaren', die er will." Sie zeichnete bei dem Wort "paaren" mit den Fingern Gänsefüßchen in die Luft. "Aber ich geb mich keinem anderen Mann mehr hin."

Wütend starrte Lorena sie an. "Du bist selbstsüchtig! Du hast dieser Welt noch nicht einmal Nachwuchs geschenkt, und du willst schon-"

"Hathor, lass sie es doch versuchen", meldete sich plötzlich Steffen zu Wort. "Es ist ja nicht so, dass sie's nicht probiert hätte, im Gegenteil. Sie hat es wirklich ernsthaft probiert, wie alle deine Töchter. Bisher hat es noch nicht geklappt. Vielleicht bekommt sie ja ein Kind von Roadie? Dann wäre doch schon einmal etwas Gutes aus der ganzen Sache herausgekommen."

"Aber wenn sie nur Kinder von ihm bekommt-" Lorena presste die Lippen zusammen. "Die Vielfalt macht die Menschheit stark! Du weißt das! Gerade du!"

Steffen nickte ruhig. "Und genau deshalb denke ich, du solltest ihr das hier nicht verwehren. Wenn Tamara sich im Moment an Roadie binden möchte, warum nicht? Wer weiß, was sie in einem Monat will, in einem Jahr, in zehn Jahren? Sie hat noch viel Zeit, Kinder zu bekommen. Und wir alle leben gefährlich, das haben wir gerade erst wieder mal so entschieden. Wer sagt, dass Roadie überhaupt lange genug lebt, um ihr viele Kinder zu machen?"

Alex sah ihn schief an. "Ähm, also ich hab schon vor, noch ein bisschen am Leben zu bleiben."

"Weiß ich doch." Steffen musste lachen. "Hathor, du hast in deinem Leben Schlimmes mitgemacht. Gib deinen Töchtern doch die Chance, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Schau dir, ähm, BM hier an. Er ist ja auch seinen eigenen Weg gegangen, oder?"

"Bei ihm ist das was anderes", gab Lorena zurück. "Er stammt aus der Zeit vor meiner... Veränderung. Er hatte eine Chance auf ein normales Leben."

Tamara atmete tief durch. "Mama, zu einem normalen Leben gehört, dass man sich seine Partner selbst aussucht. Ich hab Roadie ausgesucht. Und ich will nur ihn. Ist das so schwer zu verstehen?"

Lorena sah ernst zu ihr. "Es wird Probleme geben", sagte sie. "Du und deine Schwestern, ihr seid nicht für nur einen Mann gemacht. Das liegt in eurem Blut. Und ich will dir diese Probleme ersparen."

"Versteh ich doch, Mama", gab Tamara etwas versöhnlicher zurück. "Aber ich will selbst meine Entscheidungen treffen, und wenn ich dann Probleme habe, dann lebe ich halt damit. Ich bin stärker, als du denkst. Ich bin auch die Tochter von Atlas! Denkst du, Paps würde beim ersten Problem zusammenbrechen?"

"Ähm, Kleines", warf Tom ein, "ich überdenke mein Handeln gewöhnlich so lange, bis ich mir sicher bin, dass ich damit keine Probleme habe. So eilig wie du hab ich's nicht mit meinen Entscheidungen."

Mit einem Lächeln sah Tamara zu ihm. "Aber wenn es doch Probleme gibt", sagte sie, "dann beißt du dich durch, oder?"

Tom nickte. "Dran, drauf, drüber. Hab ich nie anders gelernt."

"Siehst du, Mama?" Tamara blickte wieder zu ihr. "Ich kann das auch. Ich werd nicht zusammenbrechen, selbst wenn es Probleme gibt."

"Und wenn es die wirklich gibt", fügte Alex hinzu, "hat sie ja auch noch mich. Ich hab auch eine Verantwortung für sie, Hathor. Also vertrau uns, okay?"

Lorena seufzte. "Ich bin mir immer noch sicher, dass das nicht gut ausgehen wird", sagte sie leise. "Aber wenn ihr darauf besteht, werd ich euch nicht im Weg stehen." Sie sah in die Runde. "Damit wissen alle hier Bescheid. Tamara wird ihre Sexualität nicht mehr mit allen anderen teilen. Bitte schließt sie deswegen nicht aus unserer Gemeinschaft aus. Sie ist immer noch eine von uns."

Steffen nickte. "Okay, nachdem wir das geklärt haben, gibt es noch etwas anderes? Nein? Okay, dann alle, die an unserer nächsten Mission teilnehmen, folgt Tom. Wir gehen den Plan durch. Ah, und Roadie, auf ein Wort?"

"Mh?" Alex trat zu ihm, während die anderen schon am Gehen waren. "Was ist noch?"

"Wir alle leben gefährlich", sagte Steffen mit gesenkter Stimme zu ihm, "jeder Einsatz ist ein Risiko. Aber glaub mir, das ist gar nichts gegen das Risiko, das du eingehst, wenn du Tamara unglücklich machst. Sie hat sich für dich entschieden. Und ich verspreche dir, du wirst es sehr bereuen, wenn du sie enttäuschst."

Alex zog eine Augenbraue hoch. "Soll das eine Drohung sein?"

Steffen schüttelte den Kopf. "Nein. Das ist ein Versprechen."


Mehr sagte Steffen nicht zu der Angelegenheit, und die nächste halbe Stunde konnte Alex auch nicht allzu viel darüber nachdenken, denn seine Aufmerksamkeit wurde nun von Tom und der Missionsplanung beansprucht. Es war in der Tat eine gefährliche Angelegenheit; das Gesundheitsministerium wurde zwar nicht von vielen Leuten bewacht, aber es waren gut ausgebildete und ausgerüstete Leute, und es war nicht zu erwarten, dass die sich leicht überrumpeln lassen würden. Viel hing davon ab, wie sie reagierten, dementsprechend war der Plan einer mit vielen Varianten. Die einzige positive Seite daran war, dass alles in einer Viertelstunde vorbei sein würde, wenn alles glatt lief, und für diesen Zeitraum konnte Pandora ziemlich sicher verhindern, dass ihre Gegenseite Verstärkung zu Hilfe rief. Aber wenn es Verzögerungen gab, dann sah das schon ganz anders aus.

Alex war nicht unbedingt zuversichtlicher, als er aus der Besprechung herauskam - immerhin schien alles gut durchdacht zu sein, aber die Risiken waren doch ziemlich groß. Es ging gegen Leute mit Schusswaffen, und sie selbst hatten keine Schusswaffen, oder besser gesagt, sie würden sie nur sehr eingeschränkt einsetzen. Wenn die Wachen des Ministeriums kaltblütig genug waren oder wenn eine verirrte Kugel doch etwas Lebenswichtiges bei ihm traf-

"Hey", sprach ihn jemand von hinten an.

"Mh?" Alex war so in Gedanken gewesen, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass jemand im Gang auf ihn gewartet hatte, und er wandte sich um.

Es waren Fanny und Steffi. "Hast du uns etwa vergessen?" sagten sie beide gleichzeitig.

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Wie wird es wohl mit den beiden?

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