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Chapter 22 by adric

Wie geht es weiter?

Zur gleichen Zeit irgendwo in den weiten der sibirischen Tunguska

Gelangweilt starrte Sascha auf den Computerschirm und nippte währenddessen an ihrem Tee, welchen sie etwas mit Vodka aufgepeppt hatte. Eigendlich war **** während des Dienstes verboten, doch die beiden führenden Offiziere waren abwesend, einer Krank und der andere im Urlaub bei seiner **** in Murmansk. Obwohl sie erst 25 war, hatte sie nun die Verantwortung für die kleine Forschungsbasis hier am Arsch der Welt. Sascha sollte sich eigentlich geehrt fühlen als einfache Unteroffizierin hier die Stellung halten zu müssen, doch sie bezweifelte es, dass es davon zeugte ihr viel zuzutrauen, wenn man ihr das Kommando über ein paar Wohnmodule, Computer und einen rostigen Schneepanzer übergab. Ach ja und dann waren auch noch die beiden Zivillisten, die einzigen Menschen die sie für den Rest des langen nordischen Winters zur Gesellschaft haben würde.

Genervt trank Sascha einen tiefen Schluck und spürte wie sich das warme Gefühl des Vodkas in ihrer Magengrube ausbreitete. Die kleine Japanerin, war ja ganz Ok. Total schüchtern und einsilbig, obwohl die 19jährige Metereologie Studentin ganz passabel Englisch und Russisch sprach, doch alles im allen kein unangenehmer Mensch.

Doch dann war da noch die Amerikanerin. Im Gegensatz zu Matsumi war Lynn der Inbegriff der Penetranz. In ihrer typischen amerikanischen Dekadenz versuchte sie dauernd ihre beiden Gefährtinnen zu sinnfreien Aktivitäten wie Haareflechten, Gymnastik oder Schminksessions zu motivieren. Wenn Sascha nicht von ihrem Vorgesetzten Oberst Litschnovsky eingeschärft bekommen hätte die 22jährige Physikdoktorantin mit Samthandschuhen anzufassen, hätte Sascha Lynn garantiert irgendwann für ein paar Stunden vor die Tür gesetzt. Bei 30°Celsius unter Null wäre der Blondine garantiert das Grinsen vergangen. Doch Lynn Anderson war die Tochter von Larry Anderson, welcher nicht nur Senator im US-Senat, sondern auch persönlicher Freund des russischen Agrarminister war, welcher wiederum der Großcousin des Verteidigungsministers war. Dämliche Vetternwirtschaft. Sie hatte es ohne Familienkontakte ganz allein zum Feldwebel geschafft und würde bestimmt noch die Uniform eines Majors oder sogar Oberst tragen bevor sich ihr rotes Haar grau färbte.

In diesem Moment fing eines der vielen Lämpchen auf der Palette zu ihrer linken an gelb zu leuchten und riss Sascha aus ihren Gedanken. Verwirrt schaute sie auf die Palette, welche für die Überwachung der direkten Umgebung des Außenposten zuständig war. Als sie gerade im Handbuch nachschauen wollte, was es bedeutet wenn SK-251 aufleuchtet, öffnete sich die Tür zum Überwachungsraum und Matsumi betrat frierend den Raum. Der Treibstoff für den Generator war zu knapp um die Flure und unbenutzten Räume der Station zu heizen.

"Wieder eine Energieanomlaie?" fragte die Japanerin im nahezu perfekten Russisch.

"Nö" meinte Sascha gelangweilt. Vor einigen Tagen hatte es einige hundert Kilometer weiter nördlich eine merkwürdige Energieentladung gegeben, welche ihre Station und einige andere Stationen gemessen hatten. Moskau hatte durchgegeben über den Vorfall stillschweigen zu bewahren. Sascha vermutete dass es sich um irgendeinen alten Atomsprengkopf handelte welche bei einem Test oder Unfall detoniert war. Lynn hingegen war fest davon überzeugt dass es sich um ein Alienexperiment mit Strahlenkanonen handelte, genauso wie 1908. Matsumi hingegen sprach schlichtweg von einer Anomalie, da ihrer Meinung nach weder Bomben noch Laser solch ein Energiemuster auslösen konnten. Für Sascha sah das Gekritzel das die Messinstrumente ausspuckten zwar alles gleich aus, doch das war schließlich Matsumis Fachgebiet.

"Was bedeutet es denn?" fragte Matsumi und beugte sich über Saschas Schulter. Sascha hatte inzwischen das Handbuch entschlüsselt.

"Ein Eindringling!" meinte sie überrascht. "Die Sensoren haben in dirketer Nähe der Station eine Lebensform entdeckt und diese als Menschen identifiziert.

"Wer sollte im Stockdunkeln und bei den eisigen Temperaturen dort draußen sein?" stellte Matsumi die offensichtliche Frage

"Keine Ahnung..." gab Sascha zu. Vielleicht irrten sich die Sensoren und es war nur irgendein verirrtes Rentier.

"Vielleicht ist es ein einsamer Jäger, der um sein Überleben kämpft und den wir retten müssen!" schlug Lynns hohe Stimme vor. Verdammt! Wann war die Amerikanerin hereingekommen?
"Ich hatte schon immer eine Schwäche für einsame Jäger, Waldläufer und Goldschürfer! Hacj so roh und männlich!" schmachtete Lynn seufzend und träumte zweifellos davon die zweimonatige Einsamkeit durch die Anwesenheit eines knackigen Männleins zu unterbrechen. Amerikanerinnen...

"Die nächste menschliche Siedlung ist hundert Kilometer entfernt" meinte Matsumi "Es ist sehr unwahrscheinlich dass..."

"Seit ruhig und schaut einfach auf den Monitor" unterbrach Sascha genervt das Mutmaßen "Ich schalte jetzt die Außenkammeras an vielleicht..."

In diesem Moment ertönte ein metallenes Klopfen, welches durch den ganzen Wohnkomplex schallte und an den metallenen Wänden der Station widerhallte.

Ponnnng... Ponnnnng... Ponnnnnnnng...

In diesem Moment erblickten die drei jungen Frauen auf dem Monitor der Außenkameras den dunklen Schatten der direkt vor dem schmalen Eingang der Station stand und gegen dessen stählerne Tür hämmerte. Eine Sekunde später hallte erneut das metallene Pong durch den Raum

Ponnnng... Ponnnnng... Ponnnnnnnng...

Lynn quiekte erschrocken auf, Matsumi keuchte überrascht und auch Sascha bekam auf einmal ein ganz komisches Gefühl im Magen.

Und es lag nicht am Vodka in ihrem Tee...

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