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Chapter 48 by ThormGravis
Welche Wahl trifft Lara?
Zunächst siegt Laras Vernunft
Laras Verstand brauchte einige Augenblicke, um sich gegen ihr Temperament durchzusetzen - einen Kampf, den er in adrenalingeladenen Momenten eher selten gewann. Hastig hantierte die heiße Archäologin an dem Schloss des mysteriösen Nebenraums herum und sah sich schon einmal nach Hilfsmitteln um, die ihre dabei helfen würden, die Verriegelung zu knacken. Sie war in den langen Jahren ihres abenteuerlichen Lebens eine erfahrene Einbrecherin geworden, doch diesmal waren ihre Talente gar nicht nötig. Zu ihrer Überraschung war der Raum unverschlossen. Offenbar reichte von Waldheims Autorität aus, die Bediensteten von einem Betreten zurückzuhalten. Gerade noch rechtzeitig huschte Lara hinein, bevor Stimmen den Gang entlang kamen und um die nächste Ecke bogen. Lara war sich dennoch sicher, gerade noch einige Silben von der arroganten Stimme von Waldheim gehört zu haben, bevor sie die Tür gerade noch rechtzeitig schloss und die Worte somit aussperrte.
Nach wenigen Augenblicken hatten sich Laras Sinne an das schwache Licht im Raum gewöhnt. Es war ein kleines, längliches Zimmer und wurde von der Innenseite eines breiten und fast mannshohen Einwegspiegels dominiert, durch das Lara den angrenzenden Salons sehen konnte. Zwei Stühle und ein kleiner Tisch waren die einzigen Ausstattung in diesem offensichtlich zur Überwachung gedachten Zimmer, das durch eine weitere Tür direkt mit dem Salon verbunden war, der opulent und protzig ausgestattet war. Köpfe von Tieren hingen als Jagdtrophäen an den Wänden. Gekreuzte Waffen stellten einen martialischen Charme zur Schau. Die Möbel waren sicherlich sehr teuer gewesen, aber ihre Zusammenstellung verriet den schlechten Geschmack und das mangelnde Kunstverständnis des Eigentümers. In einem Kamin brannte ein kräftiges Feuer und ein schwerer, alter Schreibtisch stand in der entfernten Ecke des Raumes.
"Bitte, treten sie ein." Von Waldheim hatte die Tür zum Salon geöffnet und Lara spürte sofort das Verlangen, dem schleimigen Mistkerl das falsche Grinsen aus dem Gesicht zu prügeln. Sie hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen, aber ihre Abneigung gegen ihn hatte nicht im Geringsten nachgelassen. Dass er nun auch noch mit irgendwelchen finsteren Schurken paktierte, machte ihn nicht gerade sympathischer. Jovial ließ seinem Gast den Vortritt. Es war ein alter Mann, den Lara auf sicherlich 70, vielleicht sogar 80 Jahre schätzte. Er war hager, hatte ein eingefallenes Gesicht, strähniges Haar und dürre lange Finger, die in ungepflegten Nägeln endeten. Seine Schulter wirkten hängend, aber seine Schritte waren sicher und seine blutunterlaufenden Augen waren kraftvoll, als er sich missbilligend umblickte und die dürren Lippe schürzte. Er trug ein altes, nicht gerade sauberes Gewand, was an eine Mischung aus Bademantel und Kaftan erinnerte, und hielt einen seltsamen, gekrümmten Stab in der Hand, in dessen Kopfende eine kleine Kugel eingearbeitet war.
"Nehmen sie doch Platz, verehrter Magister", biederte sich von Waldheim dem Alten an und machte eine einladende Geste.
"Kommen wir direkt zur Sache", erwiderte der Alte, der sich in diesem Raum oder in von Waldheims Gegenwart unbehaglich zu fühlen schien. Er schnupperte wie ein Nagetier in der Luft, als wolle er eine Witterung aufnehmen.
"Aber ganz wie sie wünschen. Darf ich ihnen vielleicht zuvor noch eine Erfrischung bringen lassen?" Von Waldheim schien ernsthaft bemüht, seinem Gast ein höchstes Maß an Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, und bemerkte dabei gar nicht, dass er ihn damit nur noch mehr verstimmte.
"Ich habe doch schon gesagt, dass ich nicht an diesem eitlen Firlefanz interessiert bin, du jämmerliches Exemplar eines schleimigen Emporkömmlings", herrschte der Alte von Waldheim so scharf an, dass dieser zurückwich. "Nicht genug, dass die Lady von Meroe einen so nichtswürdigen Wurm als Unterhändler schickt, als wolle sie mich mit Vorsatz beleidigen. Nun muss ich mir auch noch dein hohles Prahlen anhören über Ruhm, der nicht dein eigener ist, und Tand, der nichtig ist."
"Aber ich wollte doch nur... ich..." Von Waldheim stotterte und suchte nach den passenden Worten. Lara grinste hinter dem Einwegspiegel, während sie die Situation mit wachsender Genugtuung beobachtete. Der Alte war ihr suspekt und sicherlich kein potentieller Alliierter, aber ihr gefiel, wie er mit von Waldheim umsprang. Dass dieser sich solche Beleidigungen gefallen ließ, konnte hingegen nur bedeuteten, dass sein Gast eine wichtige Rolle in diesem Puzzle spielen musste.
"Spar dir deine Phrasen. Das Bellen eines Hunde ist interessanter als dein unwürdiges Geplapper. Ich bin nicht den weiten Weg aus meiner Heimat gekommen, um mich mit einem erbärmlichen Handlanger zu befassen." Er griff mit einer Hand unter sein wallendes Gewand und holte eine aufwendig gearbeitete, reich verzierte Schatulle heraus, der Lara auf den ersten Blick eine zentralasiatische Herkunft zuordnete. "Ich kann nicht einmal erahnen, warum die ehrwürdige Lady von Meroe dich ausgewählt hat, dieses wichtige Amt auszuüben, doch steht es mir nicht zu, ihren Willen zu hinterfragen." Er stellte die Schatulle auf einen kleinen Beistelltisch zwischen zwei Sesseln. "Berichte der hohen Dame, dass dies das Geschenk meiner Bruderschaft in Demut und Hoffnung auf die Erneuerung alter Bande gegeben wurde. Mögen sie und ihr Meister sich wohlwollend daran erinnern, wenn die Zeit des schwarzen Geistes gekommen ist und seine Stadt sich aus dem Sand der Zeit erheben wird." Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, wandte er sich zum Gehen.
Lara hatte den Worten des Alten fasziniert gelauscht. Ohne die Zusammenhänge zu kennen, ergab seine Rede nur wenig Einblick in das Unheil, dass sich zusammenbraute und irgendwie mit der Lady Amuharesh und den Pyramiden von Meroe zu tun hatte. Sie war nicht gewillt, den Kerl einfach so gehen zu lassen. Er konnte sicherlich noch eine ganze Menge Antworten liefern. Lara handelte schnell und entschlossen: Mit einem gezielten Fußtritt stieß sie die Verbindungstür zwischen ihrem Zimmer und dem Salon auf und trat mit MP und einer Pistole in den Händen ein. "Hier geblieben, Mister. Ich habe da noch einige Fragen."
"Lara...", entfuhr es von Waldheim und sein Kiefer klappte nach unten. Es war schwer zu sagen, ob es nur reine Überraschung war, die heiße Schatzräuberin zu erblicken, oder ob auch der Anblick ihrer nur von einem knappen Bikini verhüllten Kurven zu seiner Mimik beitrug.
"Wer ist dieses Weib." Der alte Mann schien eher die Unterbrechung zu missbilligen als ernsthaft von den auf ihn gerichteten Waffen eingeschüchtert zu sein.
"Lara...", wiederholte von Waldheim. "Das ist Lara Croft. Ein verdammtes Ärgernis."
"Schön, dass du dich an mich noch erinnerst, Kurt", kommentierte Lara mit gespielt jovialer Stimme, kam mit wiegendem Schritt näher und verpasste dem verhassten Kerl urplötzlich einen harten Schlag mit der Pistole an die Schläfe. Mit einem dumpfen Keuchen sackte von Waldheim auf einem der Sessel zusammen und atmete schwer. "Jammer nicht rum", herrschte Lara ihn an und wandte sich dann dem Alten zu. "Und wer bist du? Welche Rolle spielst du in diesem beschissenen Drama?"
"Du bist eine Kriegerin", nickte der Alte anerkennend, der sich ein Grinsen hatte nicht verkneifen können, als von Waldheim den Schlag kassiert hatte. Aber es hatte keine Spur von echter Freude in seiner Mimik gelegen. "Das respektiere ich", fuhr er fort, "und daher will ich dir sagen, dass ich Magister Taresh von der Bruderschaft des Seidendolches bin."
Lara hob eine Augenbraue. "Wirklich? Die Bruderschaft des Seidendolches?" Sie hatte schon einmal Gerüchte gehört. Offenbar handelte es sich dabei um eine Gruppe von Attentätern, Intriganten, Schmugglern und Händlern, die seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden im Gebiet der alten Seidenstraße operierte.
"Wirklich." Magister Taresh musterte Lara. "Und ich kann nicht dulden, dass du mich mit deinen Waffen bedrohst. Lege sie nieder und bitte um Gnade, dann wird dein Leben vielleicht geschont."
Lara konnte sich ein grimmiges Lächeln nicht verkneifen. "Das ist eine nette Ansprache gewesen, aber ich bezweifele, dass ich ein solches Angebot von jemandem annehme, der mit diesem Bastard hier gemeinsame Sache macht." Sie versetzte von Waldheim einen harten Tritt in die Rippen, um ihre Standpunkt zu untermauern.
"Kein Bündnis verbindet mich und diesen Wurm." Die Stimme des Alten klang beinahe angeekelt angesichts dieses Gedankens. "Ich weiß nicht, weshalb er von der edlen Lady von Meroe als Lakai ausgewählt wurde, doch muss ich ihre Entscheidung akzeptieren. Ihren Meister, den schwarzen Geist von Meroe, kannte meine Bruderschaft jedoch schon vor dem Fall und unsere Wege waren miteinander verbunden. Daher muss ich meine Zeit mit diesem unwerten Wurm verschwenden. Und dir, Kriegerin, gebiete ich, die Waffen niederzulegen und unseren Handel nicht weiter zu behelligen."
"Hier ist mein Gegenvorschlag: Du kannst verschwinden und nach Taschkent oder Samarkand oder wo immer du herkommst zurückkehren, nachdem du mir erklärt hast, was genau hier abläuft. Ich tappe nicht so gerne im Dunkeln und darf dich daran erinnern, dass ich diejenige bin, die die Waffen hat. Aber mit deiner Bruderschaft habe ich keine Probleme. Mit dem hier..." Lara trat von Waldheim, der sich gerade auf dem Sessel aufrappeln wollte, hart in die Kniekehle, so dass er mit einem schmerzhaften Laut wieder zusammenbrach. "... habe ich aber noch ein Hühnchen zu rupfen."
"Ich verstehe und respektiere deinen Standpunkt." Der Magister nickte. "Aber ich kann diesem Handel leider nicht zustimmen." Der alte Mann stieß mit dem Fußende seines Stabes auf den Boden und die Kugel leuchtete. Bevor Lara reagieren konnte, schossen aus dunkeln Bereichen zwischen den Möbeln schlangenartige Gebilde aus Schatten hervor, die sich äußerst real anfühlten und sich um die Handgelenke und Fußknöchel der heißen Archäologin wanden.
"Was zur Hölle..." Lara keuchte, als ihre Arme mit einem Ruck auseinander gezogen und schmerzhaft verdreht wurden. Die MP entglitt ihren Fingern und sie konnte die Pistole nur mit Mühe festhalten, jedoch nicht mehr auf den Alten oder von Waldheim richten.
"Beeindruckend." Magister Taresh nickte anerkennend. "Noch immer kämpfst du, doch dein Schicksal ist besiegelt, Amazone. Schwerter und Pfeile konnten sich dem Schattenweben meiner Bruderschaft niemals erfolgreich widersetzen und auch deine Waffen werden dich nicht retten." Er gab mit einem Finger einen kleinen Wink und weitere Ranken aus Schatten schlangen sich um Lara: um ihre Oberschenkel, ihre schmale Taille, die Oberarme und den Hals.
"Verdammte Scheiße..." Lara wand sich, wurde aber von den dunklen Fangarmen mit einem Ruck vom Boden hochgehoben. Arme und Beine wurden schmerzhaft auseinandergezogen. Lara fühlte sich als wäre zur Vierteilung verurteilt worden. Schließlich gaben auch die Finger ihrer rechten Hand nach und die Pistole fiel zu Boden.
"Sei stolz auf deinen Kampfgeist", lobte der Alte und trat näher heran. "Viele Söldner und Krieger, die ich kannte, haben den Fingern des Schattens weit weniger lang widerstanden. Du hast eine ganz besondere Kraft in dir, doch die Zeit der Gegenwehr ist vorüber." Er stand neben ihr und grinste auf sie herab. Zum ersten Mal schaute er ihr auf die prallen Brüste und schien erst jetzt Laras außergewöhnliche Reize wahrzunehmen. Für einen winzigen Moment spürte Lara, wie die Kraft ihrer Fesseln nachließ, doch schon einen Augenblick später hatte der Magister seine Konzentration wieder gesammelt. Ein weiter Schattenarm schob sich zwischen Laras Brüsten hindurch, wand sich erst um die eine, dann um die andere und drückte dann langsam zu. "Du wirst eine ausgezeichnete Sklavin abgeben."
Kann sich Lara befreien? Was hat Magister Taresh mit ihr vor? Wie reagiert von Waldheim?
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Lara Croft
Die nicht jugendfreien Abenteuer einer Grabräuberin
Wer hat nicht von ihr gehört? Lara Croft, die Actionlegende, die Grabräuberin. Doch aus Gründen der Altersfreigabe und somit der Umsätze verschweigen uns die Computer-Spiele, Comics und Filme uns seit jeher jene Abenteuer der Actionheldin, die keine Jugendfreigabe erhalten würden. Hier können wir hingegen Zeugen ihrer mehr oder weniger freiwilligen und heldenhaften Abenteuer für die erwachsene Leserschaft werden.
Updated on Apr 4, 2024
by ThormGravis
Created on Apr 9, 2016
by ThormGravis
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