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Chapter 4 by Daemony Daemony

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Zimmer 7

Die Villa roch nach Papier, Kaffee, dem Duft der Sommerblumen, der aus dem parkähnlichen Garten hereinwehte – und der Aufregung von Menschen, die sich an etwas Neues wagten.

„Willkommen in der Schreibwerkstatt“, sagte der Seminarleiter, ein hagerer, älterer Mann mit Brille, wirrem Haar und einem Lächeln, das irgendwie verschwörerisch wirkte. „Heute schreiben wir Geschichten, die unter die Haut gehen.“

Ich setzte mich zwischen eine Frau mit leuchtend roten Haaren, die eine schwarze, fast durchsichtige Spitzenbluse trug, und einen jungen Mann in Jeans und T-Shirt, der nervös mit seinem Füller spielte und immer wieder heimlich an mir vorbei auf den Ausschnitt der Frau starrte.

Kaum hatte der Leiter ein paar inspirierende Sätze gesagt und den Teilnehmern das erste Thema genannt, beugten sich schon alle über ihre Schreibblöcke, Tablets und Laptops und fingen an zu schreiben. Ich bevorzugte die traditionelle Methode mit Stift und Papier. Aber die weißen Blätter vor mir blieben leer. Mir wollte einfach nichts einfallen. Hilfesuchend starrte ich an die hohe Zimmerdecke, als ob dort die Geschichte zu finden wäre, die ich suchte.

Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, wie der Seminarleiter auf mich zukam. Er zwinkerte mir zu. "Startschwierigkeiten?"

Ich nickte und grinste verlegen. "Männern passiert sowas manchmal. Ist bei mir aber das erste Mal. Ich schwöre."

Sein Lächeln wurde breiter. "Ich verstehe", flüsterte er verschwörerisch und legte mir einen Umschlag vor die Nase: „Für die, die mehr... Anreiz brauchen.“

Der Umschlag, weiß, unbeschriftet. Darin: nur ein Zettel. Darauf zwei Worte.

"Zimmer Sieben"

Ich zögerte. Suchte den Blick des Seminarleiters, um eine Erklärung zu bekommen. Der aber hatte sich längst abgewandt und schaute anderen Teilnehmern über die Schulter.

Noch einmal machte ich einen Anlauf, nahm den Stift zur Hand, konzentrierte mich auf einen spannenden Anfang meiner Geschichte und - Nichts.

Schulterzuckend stand ich auf. Dann könnte ich auch dem mysteriösen Hinweis nachgehen. Zimmer 7? Weniger als nichts konnte ich dort auch nicht finden.

Als ich die Tür erreichte, stand sie einen Spalt offen. Von innen drang leises Lachen, das Rascheln von Stoff – und ein Geräusch, das… nun ja, sagen wir, mich neugierig machte.

Ich schob die Tür weiter auf. Sah hinein.

Da war ein kleiner Raum, gedimmtes Licht, die Vorhänge zugezogen. Auf dem Tisch: Kerzen, Notizbücher, ein altertümliches Tintenfass mit Schreibfedern, ein halbvolles Glas Rotwein. Und in der Ecke ein Regal, in dem sich Objekte befanden, die ich eher in einem Erotik-Shop als in einer Schreibwerkstatt erwartet hätte. Fast an der gegenüberliegenden Wand eine breite Couch. Darauf saß...

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„Komm rein“, sagte die Frau mit langen seidig-schwarzen Haaren, ohne von dem Manuskript aufzusehen, das sie gerade las. „Wir testen hier Material – für den Wettbewerb.“

„Welchen Wettbewerb?“ fragte ich.

Der Seminarleiter stand plötzlich hinter mir, lächelte noch verschwörerischer als zuvor.

„Den Wettbewerb für die heißesten Kurzgeschichten der deutschsprachigen Community. Wer hier mitschreibt, kann tolle Preise gewinnen.“

Er beugte sich vor, sein Mund ganz nah an meinem Ohr, seine Stimme kaum hörbar:

„Und glaub mir – Inspiration ist hier garantiert.“

Er schob mich ins Zimmer. Ich war zu verdutzt, um Widerstand zu leisten. Die Tür schloss sich hinter mir mit einem sanften Klick.

Die Frau sah auf. Ihre tiefgrünen, sinnlichen Augen jagten mir einen Schauer über den Rücken. Mein Herz schlug schneller.

Wo genau hatte ich mich hier angemeldet?

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