Doch womit soll ich beginnen?
Wie wär es mit dem Anfang
Doch vierzig Jahre lang geschah – nichts. Absolut nichts. Ich stand in meiner Zarge, die Scharniere rosteten kaum, das Eichenholz atmete den Weihrauch der Messe und den Duft von Kerzenwachs, aber kein Mensch trat durch mich hindurch. Auf der einen Seite residierte Abt Heinrich, ein frommer Mann von eher asketischer Natur, der seine fleischlichen Gelüste offenbar im Gebet ertränkte. Auf der anderen Seite war ein Lagerraum für die Klosterküche – Säcke mit Mehl, getrocknete Kräuter, Töpfe und Pfannen. Die Mönche nannten ihn die "Speisekammer des Herrn", was ich immer etwas übertrieben fand.
Abt Heinrich war ein guter Mann, das will ich ihm nicht absprechen. Aber er war auch ein langweiliger Mann. Seine Nächte verbrachte er mit lateinischen Gebeten und dem Studium alter Schriften. Ich hörte sein Schnarchen, sein leises Gemurmel, seine Schritte auf den Dielen – aber niemals ein Herzklopfen, das nach mehr verlangte. Ich begann bereits zu befürchten, dass ich für alle Ewigkeit eine stumme, nutzlose Tür bleiben würde, ein Stück Holz mit Ambitionen, die nie erfüllt werden sollten.
Die Jahre zogen dahin wie zäher Honig. Das Kloster wuchs. Neue Flügel wurden angebaut, neue Zellen für neue Mönche, und die Küche wurde vergrößert, weil die frommen Brüder offenbar mehr aßen, als sie zugeben wollten. Eines Tages im Frühling des Jahres 1463, als die ersten Kirschblüten sich öffneten und der Duft von frischem Brot durch die Gänge zog, hörte ich Schritte auf dem Flur der anderen Seite. Nicht die schweren, gleichmäßigen Tritte eines Mönches – nein, leichte, unsichere Schritte. Die Schritte einer Frau.
Ihr Name war Irmgard. Ich erfuhr es später, als die anderen Küchenmägde sie riefen. Irmgard war einundzwanzig Jahre alt, ein Mädchen vom Land mit strohblondem Haar und einem Gesicht, das man hübsch nennen konnte, wenn man nicht zu genau hinsah. Ihre Nase war etwas zu lang, ihr Kinn etwas zu scharf, und sie hatte die Angewohnheit, ihre Hände ineinander zu ringen, als ob sie ständig etwas suchte, das sie nicht finden konnte.
Sie war auf dem Heiratsmarkt nicht vermittelbar – das hatte man ihr oft genug gesagt. Zuerst zu dick, dann zu dünn, dann zu still, dann zu laut. Ihre Eltern, einfache Bauersleute, hatten sie am liebsten in ein Frauenkloster gesteckt, wo sie der Welt entsagen und für das Seelenheil der Familie beten sollte. Aber Irmgard weigerte sich. Sie weigerte sich so hartnäckig, dass der Dorfpfarrer schließlich vermittelte: Hier im Kloster der Brüder brauchte man eine kräftige Küchenhilfe, und eine Frau, die keinen Mann fand, konnte dort nützlich sein, ohne die heiligen Gelübde ablegen zu müssen.
Also kam sie. Und man gab ihr das Zimmer auf der anderen Seite meiner Tür – ein kleines, fensterloses Loch, das eigentlich als Abstellkammer gedient hatte, aber nun mit einem schmalen Bett, einem Waschkrug und einem hölzernen Kreuz an der Wand ausgestattet wurde. Irmgard warf ihre habselige Tasche auf den Boden und setzte sich auf die Bettkante. Sie seufzte. Es war ein tiefer, klagender Seufzer, der durch die dünnen Wände drang und mein Holz zum Schwingen brachte.
Dann entdeckte sie mich.
Sie stand auf und trat vor mich hin, strich mit den Fingern über mein Eichenholz. Sie drehte den Riegel auf ihrer Seite – ich hörte das leise Klicken des Mechanismus – und versuchte, mich zu öffnen. Ich gab nicht nach. Ich kann nur geöffnet werden, wenn beide Seiten entriegelt sind. Sie zog, sie drückte, sie stemmte ihre Schulter gegen mein linkes Türblatt, aber ich blieb unerbittlich.
Sie gab auf. Sie ließ den Riegel offen – warum auch nicht, sie hatte ihn ja nur auf der einen Seite entriegeln können – und zog sich aus. Ich sah sie dort stehen, nackt und verletzlich, ihre Haut blass im Kerzenlicht. Ihre Brüste waren klein und fest, die Brustwarzen hellrosa wie die Blüten der Kirschbäume draußen. Ihre Hüften schmal, aber ihre Beine waren kräftig – Arbeiterbeine, die schon als Kind Kartoffeln aus dem Boden gerissen hatten. Ein schmaler Streifen heller Haare zwischen ihren Schenkeln, zart und unschuldig wie der erste Schnee im November.
Sie war keine Schönheit, das war sie nie gewesen, aber es lag etwas Rührendes an ihr, etwas, das den Beschützerinstinkt weckte – oder etwas anderes, je nachdem, wer zusah. Ihre Brustwarzen waren bereits hart, als sie sich hinlegte, und ich fragte mich, ob es die Kälte war oder etwas anderes.
Sie kroch unter ihre raue Wolldecke und starrte an die Decke. Die Kerze brannte noch. Sie starrte und starrte, und ich hörte, wie ihr Atem schneller wurde, wie sie mit den Zähnen knirschte. Ihre Hand glitt unbewusst über ihren Bauch, über ihre Brust, und ich spürte das Verlangen, das in ihr aufstieg. Dann begann sie zu weinen.
Zuerst leise, ein unterdrücktes Schluchzen, das sie mit der Hand zu ersticken suchte. Aber das Weinen wurde lauter, es wurde zu einem Schluchzen, das ihre Schultern schüttelte, das aus ihr herausbrach wie Wasser aus einem Damm. Ihr ganzer Körper zitterte unter der Decke, und ihre Hände ballten sich zu Fäusten.
"Das ist nicht das Leben, das ich mir vorgestellt habe", flüsterte sie in ihr Kissen. "Nicht so. Nicht so."
Es war ein Schluchzen, das durch die dünnen Klostermauern drang, das den stillen Flur entlangkroch und durch die Ritzen meiner Tür in das Zimmer des Abtes sickerte. Abt Heinrich, der gerade seine Abendgebete gesprochen hatte, hielt inne. Ich fühlte, wie er aufhorchte, wie er seine Feder niederlegte und den Kopf hob. Sein Herz schlug schneller. Ein Seelsorger, der sein Schäfchen weinen hörte.
"Was ist das?", murmelte er. Und er stand auf.
Seine Schritte auf den Dielen hallten wie Trommelschläge. Er näherte sich mir, seiner Seite meiner Tür, und ich fühlte die Vibration seiner Füße, die Wärme seines Körpers. Er öffnete seine Seite. Der Riegel glitt zur Seite mit einem sanften Klicken, und ich spürte den kalten Luftzug seiner Zelle, der sich mit der warmen, tränengesättigten Luft von Irmgards Zimmer vermischte.
Und in dem Moment, als er durch meine Schwelle trat – ich spürte ihn, diesen ersten Schritt, der mich öffnete wie eine Blume, die sich zur Sonne dreht – da traf ihn mein Zauber.
Es war wie ein Blitz.
Jede Faser meines Holzes vibrierte. Ich fühlte, wie sein Atem stockte, wie sich seine Pupillen weiteten, wie sein Herz plötzlich gegen seine Rippen schlug wie ein gefangener Vogel. Die Sehnsucht des Mädchens schoss durch mich und in ihn hinein, eine Welle aus purer, nackter, schmerzhafter Begierde.
Er war ein frommer Mann, aber ich machte ihn zu etwas anderem.
Irmgards Gedanken flossen durch ihn wie geschmolzenes Gold.
"Wenn mich nur einer ansehen würde", hörte er ihren inneren Schrei. "Wenn mich nur einer berühren würde. Wenn ich einmal spüren könnte, wie es ist, begehrt zu werden. Nur einmal. Nur ein einziges Mal. Ich will wissen, ob es wehtut. Ich will wissen, ob es sich gut anfühlt. Ich will spüren, wie ein Mann seine Hände auf mir hat, wie seine Finger zwischen meine Beine gleiten. Ich will sehen, wie sein Gesicht sich verzerrt, wenn er kommt. Ich will ihn stöhnen hören. Ich will..."
Mein Holz glühte, wie Elektrizität, aus gebündelter Begierde, die sich durch meine Maserung fraß wie ein Waldbrand.
Abt Heinrich blieb auf meiner Schwelle stehen, seine Hand umklammerte den Türgriff, seine Knöchel wurden weiß vor Anspannung. Seine Kehle war trocken. Seine Hose spannte plötzlich dort, wo sie nie gespannt hatte, seit er im Alter von zwanzig Jahren sein Gelübde abgelegt hatte. Ich spürte, wie sein Blut sich in seinem Körper sammelte, wie es in seinen Lenden pulsierte, wie sein Verstand zu schreien versuchte: "Halt! Das ist falsch! Das ist Sünde!"
Aber mein Zauber war stärker. Mein Zauber machte aus seinem Denken ein Rauschen, aus seinen Bedenken einen Nebel. Der einzige Gedanke, der übrig blieb, war einer: Sie will. Und ich kann geben.
Er trat näher. Seine Beine zitterten. Seine Hand zitterte, als er das Gewand von seinem Körper streifte. Ich sah seine Brust, die von grauem Haar bedeckt war, seinen Bauch, der Weichheit angesetzt hatte nach vierzig Jahren im Kloster. Aber zwischen seinen Beinen war keine Weichheit. Da war Härte. Da war ein Verlangen, das sein Zölibat gefressen hatte, das sich unter meinem Zauber entfaltete wie ein Tier, das aus dem Winterschlaf erwacht.
"Ich bin gekommen, um zu helfen", flüsterte er, aber seine Stimme klang nicht wie die eines Abtes. Sie klang wie die eines hungrigen Mannes.
Irmgard sah ihn an. Ihre Tränen trockneten, als sie ihn dort stehen sah – nackt, erregt, zitternd. Sie wusste nicht, dass ich es war. Sie wusste nur, dass dieser Mann, dieser heilige Mann, sie ansah, als wäre sie die schönste Frau der Welt.
"Du hast wunderschönes Haar", sagte er, und seine Stimme war heiser, rau wie Schmirgelpapier. Seine Finger berührten ihre Strähnen, und ich spürte, wie ihr ganzer Körper auf diese Berührung reagierte – ein Zucken, das von ihrem Kopf bis in ihre Zehen lief, ein elektrischer Schlag, der ihre Brustwarzen noch härter machte, der eine Wärme zwischen ihren Schenkeln entfachte.
"Das hat mir noch nie jemand gesagt", flüsterte sie.
"Das ist Sünde", flüsterte sein Verstand, aber ich erstickte den Gedanken, bevor er sich festsetzen konnte. "Du bist schön", sagte seine Stimme. "So schön. Warum hat dich noch nie jemand angesehen?"
Sie öffnete die Decke. Sie zog sie ganz weg. Sie lag nackt vor ihm, und ihre Hände legten sich nicht mehr schützend vor ihre Brüste – nein, sie öffneten sich. Sie breitete die Arme aus wie eine, die umarmt werden wollte.
"Sieh mich an", sagte sie. "Sieh mich endlich an."
Und er sah. Sein Blick wanderte über ihre Brüste, die kleinen rosigen Spitzen, die sich unter seinem Blick aufrichteten. Sein Blick wanderte über ihren Bauch, über die sanfte Kurve ihrer Hüften, über das dunkle Dreieck zwischen ihren Beinen, das sich bereits feucht zu zeigen begann. Ich spürte, wie ihr Blut durch ihre Adern schoss, wie ihre Muskeln sich anspannten, wie ihre Finger in das Laken krallten.
Er berührte sie. Seine großen Hände legten sich auf ihre Brüste, und sie stöhnte auf – ein Laut, der aus der Tiefe ihrer Seele kam. Ich spürte dieses Stöhnen in meinem Holz, diese Vibration der Erleichterung, die durch ihren Körper zog.
"Ja", flüsterte sie. "Ja, bitte."
Er beugte sich vor. Sein Mund umschloss eine ihrer Brustwarzen, und ich fühlte, wie er saugte, wie seine Zunge über die empfindliche Spitze kreiste. Sie bog ihren Rücken durch, presste ihre Brust gegen sein Gesicht, und ihre Hände griffen in sein graues Haar. Sein linker Finger glitt über ihren Bauch, tiefer, immer tiefer, bis er das feuchte, warme Fleisch zwischen ihren Beinen erreichte.
"Gott", stöhnte er. "Du bist so feucht."
"Für dich", keuchte sie. "Nur für dich."
Sein Finger glitt in sie hinein. Ich spürte, wie sie sich um ihn zusammenzog, wie ihre Wände seinen Finger umschlossen. Sie war eng, so eng, und ich fühlte, wie sein ganzer Körper davor bebte, was kommen würde. Er fügte einen zweiten Finger hinzu, und sie schrie auf – nicht vor Schmerz, sondern vor Lust.
"Mehr", keuchte sie. "Mehr. Bitte. Mehr."
Ich spürte, wie sein Verstand verschwand. Er zog seine Finger aus ihr hervor, und sie waren glänzend, nass von ihrer Feuchtigkeit. Er hob sie an seine Lippen und leckte sie ab. Sie sah zu, ihre Augen weit und dunkel vor Verlangen.
"Du schmeckst", sagte er und seine Stimme brach fast, "wie der Himmel."
Er legte sich auf sie. Sein Gewicht drückte sie in die Matratze, und sie öffnete ihre Beine weit, um ihn aufzunehmen. Ich spürte die Spitze seines Gliedes an ihrem Eingang, wie sie zitterte, wie sie sich darauf vorbereitete. Und dann – er drang ein.
Mein Holz ächzte. Ich fühlte, wie sie sich um ihn zusammenzog, wie ihre inneren Muskeln ihn umschlossen wie ein warmer, feuchter Handschuh. Er stöhnte laut, ein animalischer Laut, der nichts mit Gebeten zu tun hatte. Sie stöhnte mit ihm, ihre Beine schlangen sich um seine Hüften, ihre Fersen drückten in seinen Rücken.
"Beweg dich", flüsterte sie. "Bitte. Beweg dich."
Und er bewegte sich. Er stieß in sie hinein – langsam zuerst, unsicher, als ob er vergessen hätte, wie es geht. Aber dann schneller. Dann wilder. Sein Atem wurde zu einem Keuchen, sein Gesicht verzerrte sich vor Anstrengung und Lust. Ihre Brüste wippten bei jedem Stoß, ihre Brustwarzen zeichneten Kreise in der Luft. Ihre Finger krallten sich in seine Schultern, ihre Nägel hinterließen rote Spuren auf seiner Haut.
"Ja", keuchte sie. "Ja, ja, ja."
"Für dich", stöhnte er. "Alles für dich."
Seine Stöße wurden schneller. Ich fühlte, wie sich in ihren Lenden etwas zusammenbraute, wie ihre Muskeln sich anspannten, wie ihre Finger in seinen Rücken gruben. Ich fühlte, wie sein Atem stockte, wie seine Hoden sich zusammenzogen, wie der Orgasmus in ihm aufstieg wie eine Flut, die sich gegen einen Damm drückt.
Und dann brach sie. Ihr Schrei war laut, ohrenbetäubend, und ich fühlte, wie ihr ganzer Körper um ihn herum pulsierte, wie ihre inneren Muskeln ihn massierten, wie ihre Feuchtigkeit ihn überflutete. Das Gefühl war so intensiv, dass ich dachte, mein Holz würde brechen. Ich spürte ihre Wärme in jeder Faser, ihr Zittern in jedem Scharnier.
Und er folgte ihr sofort. Sein Keuchen wurde zu einem Stöhnen, sein Stöhnen zu einem Schrei, und ich spürte, wie er in ihr kam – wie sein Samen in sie schoss, warm und reichlich, wie er sich in ihr ergoss, als ob er vierzig Jahre aufgespart hätte. Seine Hüften stießen noch einmal nach, dann noch einmal, bis er völlig erschöpft auf ihr zusammenbrach.
Wir lagen alle in der Stille. Ich, die Tür, hatte das Gefühl, als ob ich selbst gekommen wäre. Mein Holz vibrierte, meine Scharniere summten noch von der Energie. Die Wärme ihrer Körper durchströmte mich, und für einen Augenblick war ich nicht aus Eichenholz – ich war aus purer, lebendiger Lust.
Sein Atem keuchte in ihrem Nacken. Sie strich mit ihren Fingern über seinen schweißnassen Rücken, über die roten Striemen, die ihre Nägel hinterlassen hatten. Und in diesem Moment war sie nicht mehr das unvermittelbare Mädchen vom Land. Sie war eine Frau, die das bekommen hatte, wonach sie sich verzehrt hatte.
"Was habe ich getan?", flüsterte er, aber seine Stimme war schwach. Die Erkenntnis kam langsam, als der Nebel meines Zaubers sich zu lichten begann. Er sah auf sie herab, auf ihren Körper, der noch zitterte, auf die feuchte Stelle zwischen ihren Beinen, auf seine eigene Erschlaffung, die sich bereits langsam zurückzog.
"Du hast mich gesehen", sagte sie einfach.
Er stand auf. Seine Beine zitterten, seine Hand zitterte, als er nach seinem Gewand griff. Er trat zurück in seine Zelle. Ich schloss mich langsam, meine Angeln knarrten leise, als ich mich wieder in meiner Zarge einrichtete. Wow, dachte ich mir. Ab jetzt ist echtes Leben in diesem Haus.
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