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Chapter 2
by
drz
What's next?
Wer bin ich?
Anna, ja das bin ich.
Ca. 1,70 Meter, 62 Kg, Glatze. Aber meistens trage ich eine Perücke. Je nach Laune
Heute bin ich 36 Jahre alt.
Damals, als alles anfing, als ich frisch von der Uni, nach dem Referendariat meine erste Stelle als Lehrerin antrat, da war ich erst 26 Jahre. Schneller geht es nicht. Zumindest nicht, wenn man Mathe und Sport in der Oberstufe am renommiertesten Gymnasium der Stadt unterrichten will.
Vor 10 Jahren also, da fing alles an. Heute kann ich euch berichten, welche Intrige gegen mich gesponnen worden ist. Heute kenne ich die Zusammenhänge. Denn ich habe überlebt.
Nein, ich habe den Spieß umgedreht. Ich habe gelogen und gestohlen, geraubt und gemordet, bestochen, erpresst und….
Ich bin keine Nutte. Ich bin eine Zuhälterin. Beides wollte ich nicht. Ich wollte doch nur eine Lehrerin sein. Eine von den Guten. Die dafür sorgt, dass nicht die Herkunft entscheidet, sondern die Intelligenz und das Engagement. Doch das ging an dieser Schule nicht.
Wie kam ich denn an diese Schule?
Aufgewachsen bin ich als einzige Tochter eines Uni Professors und einer Wirtschaftsprüferin beim Finanzamt. Die ersten Jahre meiner Kindheit war ich neugierig, mutig und hatte viele Freunde mit denen ich viel lieber abhing, als für die Schule zu lernen.
Doch mit 16 änderte sich das schlagartig.
Ich verließ das Haus nur noch, wenn ich musste. Ging nicht mehr aus und verlor so alle meine Freundinnen. Die Zeit, die ich traurig zu Hause verbrachte, nutzte ich zum Lernen. Mit den Jahren vergehen sogar die schlaflosen Nächte. Mein Zustand normalisierte sich. Kann auch an dem Psychologen liegen, zu den mich meine Eltern schickten.
Gesagt habe ich nie etwas. Was auch. Was geschehen ist, ist geschehen. Davon bekomme ich meine Jungfräulichkeit nicht wieder. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche und Tote nicht wieder lebendig werden. Tränen sind getrocknet. Ich dachte, ich hätte keine Tränen mehr.
Mehr will ich an dieser Stelle nicht darüber reden. Ihr wisst. Was mit 16 geschehen ist, das kann ich euch hier nicht erzählen.
Also zurück zur Schule.
Das renommierteste Gymnasium der Stadt. Da war ich angestellt.
War ganz einfach. Papa kennt den Rektor der Schule. Ist ein alter Schulfreund und schuldete meinen alten Herrn noch einen Gefallen.
Vitamin B schadet nur dem, der keines hat.
Und genau das ist bei dieser Schule das Problem.
Die Noten, die an dieser Schule vergeben werden, sind im Schnitt viel besser als an anderen Schulen.
Wie geht das?
Ganz einfach. Die Schule vergib Stipendien an höher begabte ****. Die können hier besser lernen und erreichen einfach bessere Noten. Das Geld für die Stipendien kommt von den Eltern der ****, die dafür bezahlen, dass deren **** ebenfalls an dieser Schule aufgenommen werden. Das drückt zwar den Notenspiegel, aber; Hey ein Abschluss an dieser Schule…
Und warum sollen die reichen **** den weniger guten Noten bekommen? Wozu gibt es denn Nachhilfe.
Ich war in meinem ersten Jahr an der Schule und glaubte noch an das System. Doch diese Schule hatte ein ganz eigenes System. Die Arbeiten werden geschrieben. Dann kommen die Nachhilfelehrer zu den Lehrern nach Haus und holen sich die Arbeiten ihrer Schüler zurück. Die Schüler schreiben die Arbeiten noch einmal zusammen mit den Nachhilfelehrern. Das Ergebnis sind tadellose Arbeiten, die jeder externen Prüfung standhalten.
An der Schule war das Usus. Bei mir nicht.
Das Kollegium war ein verschworener Haufen von vor allem alten Männern, die heute alle in Rente sind.
Nur ich machte die Ausnahme.
Wieder fand ich nur schwer Anschluss. Ich spürte es. Ich war hier ein Störfaktor. Doch noch wusste ich von nichts.
So vergingen die Monate. Alle 28 Tage meldete ich mich für einen Tag krank. Sonst war ich jeden Tag da. Jeden Tag das gleiche Spiel. Hochbegabte lernten wie besessen, während reiche **** sich einen lauen Lenz machten. Wer zu welcher Gruppe gehörte, dass konnte man sehen. Kleidung, Schmuck und Benehmen. Und dann diese Leistungsexplosionen. Unerklärlich.
8 Wochen vor den großen Ferien gab es den ersten persönlicheren Kontakt im Lehrerzimmer.
Wegen meiner Fehltage alle 28 Tage sollte ich Avocados essen, Brennnessel oder Frauenmanteltee ****. Das sollte meine Beschwerden lindern. Das hatte mir eine Kollegin geraten. Ich glaubte an einen gutgemeinten Rat und hatte es versucht. Ja diese Beschwerden traten nicht mehr auf.
Heute weiß ich warum. Diese Nahrungsmittel helfen beim schwanger werden.
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