Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 5 by Emmchen2010 Emmchen2010

What's next?

Was macht Sister Alt?

Sister Alt rannte durch die dunklen Straßen, ihre Schritte hallten wie ein drängendes Echo in der Leere der Nacht. Das Adrenalin jagte durch ihren Körper, und ihre Atmung war schwer und unregelmäßig. Sie musste weg, so weit wie möglich. Die Angst kroch in ihr hoch, begleitet von einer schrecklichen Schuld. Sie hatte Sister Grenz dort zurückgelassen. Ihr Herz krampfte sich bei dem Gedanken zusammen, doch sie hatte **** gesehen. Etwas Unheimliches, Unerklärliches hatte sich über die Straße gelegt, und die fremden Frauen, die sie umgeben hatten, waren wie Gestalten aus einem Albtraum.

Wie konnte das passieren? Sie hatte schon oft von solchen Orten gehört, von Versuchungen, die auf Missionarinnen lauerten, aber das hier war anders. Dies war kein bloßes moralisches Dilemma, keine Ablenkung vom rechten Pfad. Es war, als ob eine uralte Macht erwacht war und nach ihnen griff. Nach Soucek.

Doch je weiter sie lief, desto stärker wurde ein neues Gefühl – nicht nur Angst, sondern auch ein seltsamer Sog, als ob etwas in ihr zu schwanken begann. Ihre Beine wurden schwerer, jeder Schritt fühlte sich an, als ob sie gegen einen unsichtbaren Widerstand kämpfen musste. Ihre Gedanken drehten sich, ihre Sinne vernebelten sich, als ob die Stadt, die sie umgab, immer unrealer wurde. Sie konnte den festen Boden unter ihren Füßen spüren, aber gleichzeitig fühlte sie sich, als würde sie schweben, als ob die Wirklichkeit selbst zu entgleiten begann.

In der Ferne hörte sie erneut die Stimmen. Die fremde Sprache, die sie zuvor nur als ein leises Flüstern wahrgenommen hatte, war jetzt klarer, deutlicher. Sie wusste, dass es die gleichen Stimmen waren, die Sister Soucek umgeben hatten, doch sie klangen jetzt anders. Nicht mehr bedrohlich, sondern… einladend. Vertraut.

Sister Alt blieb stehen, keuchend, die Brust hob und senkte sich schnell. Sie wollte weiterlaufen, wollte zum Pfarrhaus zurückkehren, aber irgendetwas hielt sie zurück. Warum fühlte sich das hier so anders an? Es war, als ob etwas in ihr drängte, sie rief, sie aufforderte, sich umzudrehen, zurückzugehen.

„Alt!“ Eine Stimme rief ihren Namen. Es war Sister Grenz.

Sister Alt drehte sich abrupt um, und da sah sie sie – Sister Grenz, oder zumindest die Frau, die einmal Grenz gewesen war. Sie stand nur wenige Meter entfernt, in der Mitte der Straße, ihre Augen funkelten im schummrigen Licht der Straßenlaternen. Aber etwas war anders. Sister Grenz war nicht mehr die sanfte, bescheidene Missionarin, die sie kannte. Ihre schlichte Kleidung war verschwunden, ersetzt durch enge, glänzende Stoffe, die sich um ihren Körper schmiegten. Ihre Augen – früher so unschuldig und klar – schimmerten jetzt dunkel und tief, als ob sie Geheimnisse kannten, die Sister Alt nicht begreifen konnte.

„Grenz?“ flüsterte Sister Alt ungläubig, ihre Stimme zitterte.

„Nicht Grenz“, sagte die Frau vor ihr, ihre Lippen zu einem gefährlichen Lächeln verzogen. „Irina.“

Sister Alts' Herz begann schneller zu schlagen, und ihr Verstand versuchte ****, die Situation zu begreifen. Was war hier passiert? Sie konnte spüren, dass etwas unbegreiflich Mächtiges Sister Grenz verändert hatte, sie in etwas verwandelt hatte, das sie nicht mehr verstand. Und doch – trotz der offensichtlichen Verwandlung – fühlte Sister Alt eine tiefe, unerklärliche Anziehung zu ihr. Es war, als ob sie nicht wegsehen konnte.

„Du kannst nicht entkommen“, sagte Irina mit leiser, hypnotischer Stimme und trat einen Schritt näher. „Du fühlst es, nicht wahr? Der Ruf. Du hast ihn schon gehört, hast ihn gespürt, tief in deinem Inneren.“

Sister Alt wollte widersprechen, wollte sich von diesen Worten losreißen, doch sie konnte es nicht. Es war wahr. Irgendetwas in ihr regte sich, ein flüstern, das ihr sagte, dass es keinen Ausweg gab. Sie war nicht wie die anderen Missionarinnen, sie war nicht immun gegen das, was hier geschah.

„Sister Alt…“, flüsterte Irina, ihre Stimme wie Samt, das sich um Sister Alts‘ Verstand legte. „Komm zu mir. Lass los. Es gibt keinen Grund, zu kämpfen.“

Sister Alt schüttelte heftig den Kopf, als ob sie die Stimme aus ihrem Kopf schütteln wollte. Doch das Flüstern wurde lauter, eindringlicher. Es war nicht nur Irina, es waren auch die anderen Frauen. Sie tauchten plötzlich hinter ihr auf, fast lautlos, ihre schlanken Gestalten schienen aus der Dunkelheit zu fließen, und sie bewegten sich auf sie zu.

„Es gibt nichts, wovor du Angst haben musst“, sagte eine der Frauen, ihre Augen glänzten wie die eines Raubtiers, das seine Beute fixiert. „Du gehörst zu uns.“

„Nein…“, murmelte Sister Alt, aber ihre Stimme klang schwach, als ob sie sich selbst nicht mehr glaubte.

Irina trat näher, bis sie direkt vor Becks stand. Ihre Hand berührte sanft Sister Alts‘ Gesicht, und ein Schauer durchlief ihren Körper. Die Berührung fühlte sich falsch an, aber auch seltsam vertraut, als ob sie immer darauf gewartet hätte. Warum fühlte sich das so an, als hätte sie diesen Moment schon einmal erlebt?

„Du bist stark, Sister Alt“, sagte Irina leise, „aber du kannst nicht gegen dein eigenes Blut ankämpfen.“

Die Worte trafen Sister Alt wie ein Schlag. Ihr eigenes Blut? Sie versuchte sich zu konzentrieren, sich zu erinnern, aber die Gedanken in ihrem Kopf waren wie durch einen Nebel verdeckt. Etwas stimmte nicht, aber sie konnte es nicht erfassen. Sie hatte immer geglaubt, dass sie anders war, dass sie gegen Versuchungen immun sein würde. Doch nun, hier in dieser verlassenen Straße, fühlte sie sich schwach, ****.

„Lass es geschehen“, flüsterte Irina, während ihre Finger Sister Alts‘ Haar durchkämmten. „Du gehörst hierher.“

Sister Alts‘ Herz schlug schnell, ihre Beine fühlten sich schwer an. Sie wollte sich wehren, wollte die Hand wegschlagen und rennen, aber ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Was war los mit ihr? Sie spürte, wie ihre Gedanken langsamer wurden, als ob sie in einem tiefen Schlaf versinken würde.

Die Frauen um sie herum begannen zu flüstern, ihre Stimmen vermischten sich zu einem hypnotischen Chor, der Sister Alt umgab. Sie fühlte, wie ihre Kleidung sich zu verändern begann – das einfache, weiße Hemd, das sie immer getragen hatte, schien sich aufzulösen, wurde durch enge, glänzende Stoffe ersetzt, die sie wie eine zweite Haut umschlossen. Ihre Schuhe veränderten sich ebenfalls, wurden hoch und schmal, schwarze High Heels, die ihre Schritte schwer und gleichzeitig unwiderstehlich machten.

„Nein…“, flüsterte Sister Alt erneut, aber die Worte waren schwach, unbedeutend. Der innere Widerstand, den sie gespürt hatte, war fast vollständig verschwunden. Sie konnte sich nicht mehr erinnern, warum sie überhaupt kämpfen wollte.

„Du bist nicht Sister Alt“, sagte Irina sanft, „du bist Kalinka. Die Schwester, die wir verloren haben.“

Kalinka. Der Name durchdrang ihre Gedanken, ließ die letzten Reste von Sister Alts‘ Persönlichkeit zerbröckeln. Er fühlte sich richtig an, so viel richtiger als der Name, den sie ihr ganzes Leben lang getragen hatte. Sie spürte, wie das Flüstern in ihrem Kopf zu einer klaren Stimme wurde – einer Stimme, die sie nicht länger ignorieren konnte. Es war, als ob sie sich an etwas erinnerte, das immer in ihr gewesen war, nur verborgen, tief unter der Oberfläche.

„Ja“, sagte sie schließlich, ihre Stimme jetzt fest, aber fremd. „Ich bin Kalinka.“

Irina lächelte, ein zufriedenes Lächeln, während sie Ana in die Arme schloss. „Willkommen zu Hause, Schwester.“

What's next?

Comments

      Want to support CHYOA?
      Disable your Ad Blocker! Thanks :)