Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 2 by Daemony Daemony

What's next?

Vorstellung Theodor Kornmeier

Theo Kornmeier ist ein älterer Mann, studierter Theologe und Religionslehrer. Nachdem er seine Schülerin Marie Lehnert in einer eindeutigen Situation mit einem Schüler erwischt hat, kommt es zu einem Machtspiel zwischen den beiden. Es eskaliert, als Marie nachts in sein Haus eindringt und zufällig entdeckt, dass dort Renate Dobler in seinem Studierzimmer am Boden kniet.

POV Theo Kornmeier:

Es war, als stünde ich außerhalb meines Leibes, ein Zuschauer meiner eigenen Geschichte, wie ein Gott, der seine Schöpfung nicht mehr unter Kontrolle hat. Oder kontrollieren will.

Das Mädchen – Marie – hatte gesprochen. Mit dieser Stimme, süß wie das Gift, das einst Sokrates trank. Und auch ich trank es, mit jedem Wort, das von ihren Lippen tropfte.

„Ich will einen heißen Strip sehen, während deine Gespielin mich so richtig auf Touren bringt.“

Ein Satz, gesprochen mit der Unverschämtheit der Jugend. Ein Satz, der sich wie ein Fanal in die Luft brannte. Ich stand da, vom Klang dieser Worte durchbohrt, kämpfte um mein inneres Gleichgewicht. Ein Säulenheiliger auf schwankendem Grund.

Dobler regte sich nicht. Oder vielmehr: Sie regte sich nur innerlich. Ich sah es in der Art, wie ihre Schulterblätter unter dem Stoff bebten. Wie sie in sich zusammenfiel und in ihrem Niedergang zugleich ihre Befreiung erlebte. Ihre Demütigung war exakt das, was sie suchte. Was sie brauchte. Um sich selbst zu finden.

Marie hob die Hand.

Keine Geste der ****, sie wollte Renate nicht schlagen. Es wirkte eher wie eine Geste der Einladung. Sie legte sie auf Renates Haupt. Sanft. Wie ein Segen.

Oder war es ein Fluch?

Ich sah, wie Renate sich duckte. Kein Widerstand. Nur Ergebenheit. Atemlosigkeit. Sie neigte ihr Haupt. Wie ein Weinkrug, der sich zum Kelch beugt. Maries Kelch.

In mir tobte der Aufruhr. Ich wollte rufen: Genug! Hört auf! Ich wollte meine Stimme erheben, wie ich es im Unterricht tat, wenn die Klasse in Unordnung zu entgleiten drohte. Doch ich schwieg. Mein Herz pochte mir in der Kehle. Meine Zunge klebte am Gaumen.

Und während Renate, die so unermüdlich korrekt gewesen war, die stets mit dem Rücken gerade und der Bluse hochgeschlossen durch die Gänge geschritten war, nun dort kniete, geführt von der Hand einer Schülerin – wurde mir plötzlich bewusst: Ich war nicht mehr der Lehrer. Nicht mehr der Zuchtmeister. Nicht einmal mehr der Mann.

Ich war – das Objekt.

Ich stand, wie befohlen, wie gebannt. Und, ja – meine Finger zuckten an die Knopfleiste meines Hemdes. Der Ruf zur Entblößung war an mich ergangen. Und ich gehorchte. Ein Teil in mir, tief unten in meinem Unterbewusstsein verborgen, verleugnet, aber schamlos und archaisch, horchte auf. Zeigte sich.

Zieh dich aus, hatte sie gesagt.

Sie meinte es als Fluch. Für mich war es ein Sakrament.

Und während Renates Haupt sich neigte und sie begann, Maries Kelch zu huldigen, zog ich mich aus. Langsam. Betont. Evident. Ohne Scham.

Ich bin Zeuge: Dies ist mein Fall. Und ich falle nicht aus Schwäche. Ich falle, weil ich es will.

What's next?

Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)