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Chapter 18
by
Mercadus
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Unter der Brücke
Der Leihwagen ist schwarz. Neutral, sauber, wie Thomas’ Firmenwagen, der immer ein bisschen nach Leder und Michelle roch. Jetzt steht er unter dieser Betonbrücke, mitten im Licht, das durch die Baumkronen bricht, staubig wie in einem alten Film. Tom ist schon da. Sein Wagen schwarz. Hinten die Hundebox
Sie sagen nichts. Kein Händeschütteln, kein „Wie geht’s?“. Nur Blicke, schwer wie Regenwasser. Thomas spürt das Tier in sich, das noch nicht weiß, ob es fliehen oder fressen will. Sie gehen den Trampelpfad hinunter, schmal, fast zugewachsen. Rechts der Bach, hell wie Glas, eingefasst in sein Betonbett.
Als sie Deckung finden, keine Worte. Kein Raum für Sprache. Thomas geht in die Knie. Das hier ist keine Geste. Kein Ritual. Das ist Not. Hunger. Schuld. Vielleicht auch Reue, aber nur eine winzige, schäbige Spur davon. Tom hält ihn, ruhig, wie ein alter Freund, der weiß, dass kein Gespräch jetzt besser wäre als dieser Moment.
Stille.
Nur das Keuchen der Welt, irgendwo oben der Verkehr, das Summen von etwas Fernem. Und dann das Zittern, das Kommen. Thomas schluckt alles, nicht weil es muss, sondern weil es Teil von ihm ist. Von dem, was er braucht.
Auf dem Rückweg sprechen sie.
Thomas erzählt. Von Rolf. Vom Poolhaus. Von dem Video. Vom Schatten in sich selbst, den er plötzlich mit offener Hand berührte. Und wie er in dieser Berührung nicht sich selbst, sondern jemand anderen gespürt hatte.
Tom sagt nichts. Nimmt ihn einfach am Arm, bleibt stehen. Schaut ihn an. Lange.
„Wir sind aus dem gleichen Holz, Thomas. Nur du verbrennst schneller.“
Und da ist diese Wärme, die Thomas mit niemandem teilt. Nicht mit Michelle. Nicht mit sich selbst. Nur mit Tom.
Nur mit dem, der ihn ganz sieht. Und ihn trotzdem bleiben lässt.
Sie stehen zwischen Farn und Schatten. Thomas spürt noch den Geschmack, aber mehr noch das Nachzittern in seinen Beinen, das sich langsam in Sehnsucht verwandelt. Nicht bloß nach dem Körper. Nach Tom.
„Ich weiß nicht, was mit mir passiert“, sagt Thomas. Nicht als Bitte um Verzeihung. Mehr als Warnung. Oder vielleicht als letzter ehrlicher Satz.
Tom nickt nur. Dieser Blick, tief und weich wie ein See bei Nacht. „Du wirst gebraucht, das ist das Problem“, sagt er leise.
Thomas schaut ihn an. „Nicht von mir.“
Tom tritt näher. Er berührt ihn nicht. Nicht direkt. Aber Thomas spürt ihn. Wie man einen Sonnenuntergang spürt, auch mit geschlossenen Augen.
„Du bist bei Rolf geblieben, weil du dachtest, du müsstest. Weil das Spiel dich zu dem macht, der du glaubst, sein zu müssen.“
Thomas schluckt.
„Aber du kommst zu mir, wenn du du selbst sein willst.“
Und da ist er wieder, dieser Moment. Der nicht schreit, sondern zittert. Keine ****, kein Druck. Nur Nähe. Tom zieht ihn leicht zu sich. Stirn an Stirn. Atmen. Ein Pendel zwischen zwei Körpern. Fest
Thomas flüstert, fast schmerzhaft ehrlich: „Wenn ich dich nicht hätte, wär ich längst verloren.“
Tom lächelt. „Dann bleib. Bleib so lange du willst.“
Sie umarmen sich. Diesmal nicht getrieben. Nicht wie unter der Brücke zuvor. Jetzt ist es still. Jetzt ist es Bedürfnis, das ein Zuhause sucht. Und findet.
Thomas will ihn. Wieder. Langsam. Ohne Druck. Kein Tier. Ein Mann. Ein Freund. Jemand, den er nicht ausnutzt, weil er ihn zu sehr braucht
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1 Verborgen und Versteckt
Thomas und Michelle
Die ersten Wochen ihrer Beziehung waren wie ein Spiel. Thomas wusste, dass sie war, unerfahren. Doch in ihr spürte er das Drängen nach mehr, nach Erfahrungen jenseits der gewöhnlichen Grenzen. Und er wusste, dass er sie formen konnte – langsam, fast unmerklich. Sie war bereit, so schien es ihm. Sie war bereit, sich zu verlieren, ohne es zu wissen.
Updated on Jul 30, 2025
by Mercadus
Created on May 2, 2025
by Mercadus
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