What's next?
Umkleide
Als ich den Raum betrat, umfing mich der schwere Duft von Lavendel und altem Holz. "Hier, der Herr, willkommen im Fundus! Nun denn, Sie wissen Bescheid. Legen Sie ab, treffen Sie eine Auswahl, und wir freuen uns schon wenn Sie uns nachher im Salon beehren. Ich übernehme in der Zwischenzeit das ..." Dabei nahm er mir meine Tasche aus der Hand, und schon war er verschwunden. Etwas verdutzt akzeptierte ich mein Schicksal.
Ehrfürchtig blickte ich mich in den Raum um. Der Mann hatte mich in ein Nebenzimmer des Vorzimmers gebracht, das voller Kleider war. Die Wände waren gesäumt von hohen, dunklen Schränken, deren Türen offenstanden und barocke Gewänder in allen erdenklichen Farben und Mustern zur Schau stellten.
Überrascht stellte ich fest, dass Maria ein weiteres mal nicht übertrieben hatte. Samt, Seide und Brokat schimmerten im warmen Licht der Kronleuchter, und ein großer Spiegel in einem vergoldeten Rahmen füllte die gegenüberliegende Wand aus. Daneben fiel mir ein Berg Jutebeutel auf, in dem die Gäste wohl ihre Alltagskleider verstaut hatten. Offenbar waren aber einige der Gäste direkt im Partyoutfit gekommen, denn nur wenige der Beutel waren gefüllt.
Ich zog meinen Mantel aus und legte ihn vorsichtig über einen der kunstvoll geschnitzten Stühle, die um einen kleinen Tisch standen. Verwundert fiel mir auf, dass es in dem Raum gar keine Umkleidekabine oder ähnliches gab. Schulterzuckend nahm ich auch das hin, da es in dem Raum wohlig warm war, und auch der Teppichboden half. Ich entledigte mich also meiner Schuhe, von meinen Jeans, und von meinem Hemd – ein modernes Ensemble, das in diesem Raum wie ein Fremdkörper wirkte.
Schließlich stand ich barfuß und nur in meiner "sexy" langen Unterwäsche da.
Meine Hände glitten über die schweren Stoffe, während ich die Auswahl musterte. Ein tiefroter Justaucorps mit goldenen Stickereien fiel mir sofort ins Auge, doch daneben hing ein marineblauer Mantel mit silbernen Knöpfen, der ebenso verlockend wirkte. Ich griff nach einem elfenbeinfarbenen Hemd mit weiten Ärmeln, die an den Handgelenken in feine Rüschen ausliefen, und hielt es vor meinen Oberkörper. Im Spiegel sah ich, wie sich das Hemd wunderbar von meiner Haut abhob, ein erster Hauch von barocker Eleganz.
Nach einigem Zögern entschied ich mich für den marineblauen Justaucorps. Ich zog ihn über das Hemd und befestigte die Knöpfe sorgfältig, während ich im Spiegel mein Spiegelbild betrachtete. Eine passende Kniebundhose fand ich in einem schlichten Grau, die mit einem Band unterhalb der Knie fixiert wurde. Meine Unterhose passte nun aber nicht mehr dazu. In einem Moment voll überschwänglichem Mut entledigte ich mich also dieser. Kurz stand ich nun unten ohne in diesem edlen Zimmer und betrachtete mein rasiertes Genital. Mit einem Kichern zupfte ich einmal daran, was mir ein Kribbeln bescherte. Daraufhin griff ich schnell zu einer weißen Seidenstrümpfe und zog sie an, bevor ich in die Kniebundhose schlüpfte und das Bild meines Outfits abrundete.
Zum Schluss suchte ich nach einem passenden Accessoire und fand ein schlichtes weißes Halstuch, das ich mir locker um den Hals band. Auf eine der ollen Berücken verzichtete ich. Mit einem leichten Lächeln betrachtete ich mein Spiegelbild – ein barocker Edelmann, der bereit war, in die opulente Welt des Schlosses einzutauchen.
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