Was mache ich am nächsten Tag?

Umbau und Shopping

Chapter 3 by Rotstiftakrobat

Ich wache auf, als jemand sanft an meiner Schulter rüttelt. Die alte Couch in der Werkstatt ist unbequem, mein Rücken schmerzt ein wenig, und das dünne Laken hat sich um meine Beine gewickelt. Die Sonne scheint bereits durch die hohen Fenster der Garage und taucht alles in warmes Licht. Liz steht über mir, frisch geduscht, die blonden Locken noch feucht. Sie trägt wieder ein enges Tanktop und kurze Shorts.

„Guten Morgen, Schlafmütze“, sagt sie mit einem Lächeln. „Du hast tief geschlafen. Ich hab dir was mitgebracht.“ Sie hält eine kleine Tüte hoch. „Unterwäsche. Ich habe leider nichts anderes. Meine alten Sporttangas. Die sind sauber und praktisch für heiße Tage.“

Ich setze mich auf, noch etwas benommen, und schaue in die Tüte. Obenauf liegt ein knapper sportlicher Tanga in Neonpink. Der Stoff ist minimal, vorne gerade genug, um das Nötigste zu bedecken, hinten ein dünner Streifen. Ich starre ihn an, total überrascht. Zu Hause trage ich auch Tanga, aber nicht so auffällig und knapp. So etwas Enges und Freizügiges habe ich noch nie angezogen. Soll ich das wirklich tragen? Aber ich habe keine Wahl. Mein alter Slip ist durchgeschwitzt und liegt gewaschen zum Trocknen.

„Danke“, murmele ich und verschwinde schnell im kleinen Badezimmer. Ich ziehe den Tanga an. Der Stoff sitzt eng, schmiegt sich an meine Haut und teilt meine Pobacken auf eine ungewohnte, fast intime Weise. Es fühlt sich fremd an, ein bisschen wie nichts, aber auch irgendwie kühl und direkt. Ich bewege mich probehalber – bei jedem Schritt spüre ich den dünnen Streifen. Mein Sport BH trocknet ebenfalls im Badezimmer. Ein BH ist bei mir nicht unbedingt nötig, meine kleinen Brüste sitzen fest. Liz’ BH wäre sowieso viel zu groß. Später müssen wir richtige kaufen.

Ich schlüpfe in das Crop-Top und die Shorts vom Vortag und komme zurück. Liz nickt anerkennend. „Steht dir gut. Du hast eine tolle Figur dafür.“ Sie sagt es ganz natürlich, ohne besonderen Unterton. Mick kommt dazu, einen Kaffee in der Hand. „Frühstück gibt’s gleich. Dann planen wir den Van.“

Nach einem schnellen Frühstück aus Toast und Kaffee setze ich mich mit Papier und Stift hin. Es soll mein Van werden. Ich will den Großteil selbst machen, auch wenn ich Hilfe brauche. Ich skizziere den Grundriss: Bett hinten mit ausziehbaren Schubläden darunter, kleine Küche seitlich, Stauraum oben, Sitzecke. Mick schaut mit und gibt praktische Tipps. „Gute Idee, Kleine. Aber achte auf die Isolierung, sonst wird es nachts kalt oder tagsüber wie im Ofen.“ Liz meint, sie übernimmt später das Lackieren außen, wenn der Rest steht. Wir planen eine Woche intensiven Umbau.

Zuerst fahren wir zum Baumarkt. Mick hilft beim Schleppen der schweren Platten für den Boden und der Dämmmaterialien. Ich trage selbst, was ich kann – meine Sportlichkeit hilft. Im Laden sucht Liz nebenbei Kleidung für mich aus. „Du brauchst mehr Zeug für die Arbeit hier und zum Reisen.“ Sie greift gezielt zu kurzen Miniröcken – einige kaum länger als meine Hand, trashig im Style, teils mit auffälligen Prints, einer sogar mit Leo-Muster. Dazu enge Croptops und Tanktops. Bei der Unterwäsche greift sie nur zu Tangas und Strings – leuchtend grell: knallpink, feuerrot, neonorange, giftgrün. „Die sind praktisch und trocknen schnell“, sagt sie. Ich bezahle alles, etwas überfordert von den Farben und der Kürze der Röcke, aber dankbar für die Hilfe.

Zurück in der Werkstatt geht es richtig los. Ich reiße als Erstes den alten, muffigen Teppichboden heraus. Staub und Dreck wirbeln auf. Ich schwitze stark in der Hitze. Der knappe Tanga von Liz verrutscht etwas bei der anstrengenden Arbeit. Zu 100% passt er doch nicht. Als ich mich bücke, um eine Platte zu halten, während Mick schweißt, blitzt der neonpinke Tanga deutlich über den Shorts hervor. Mick schaut kurz hin, tut aber sofort so, als wäre nichts passiert, und konzentriert sich wieder auf die Schweißnaht. „Gut festhalten, Jette.“ Seine Stimme bleibt ruhig und professionell.

Mir wird heiß vor Scham. Wahnsinnig unangenehm. Ich richte mich schnell auf, ziehe die Shorts wieder nach oben und spüre, wie mein Gesicht glüht. Liz, die gerade Material sortiert, sagt nur: „Pass auf, dass du nicht stolperst.“ Kein Kommentar zum Tangablitzer. Ich beiße die Zähne zusammen und arbeite weiter. Es ist mein Van. Ich will das schaffen.

Den ganzen Tag schleppen wir, sägen, dämmen und schrauben. Mick übernimmt die schweren Schweißarbeiten am Rahmen und gibt mir geduldige Anleitungen, wie ich die Elektrik richtig verlege. Ich mache den Großteil selbst – den Boden auslegen, die ersten Schränke skizzieren und vorbohren. Meine Arme und Beine schmerzen, aber es fühlt sich gut an, etwas Eigenes zu schaffen. Liz hilft zwischendurch, reicht Werkzeuge und bereitet den Lack vor. „Wird richtig cool werden“, sagt sie einmal und betrachtet meinen Fortschritt. „Du packst das gut an.“

Zwischendurch blitzt der Tanga noch ein paarmal auf, wenn ich mich bücke. Jedes Mal zucke ich innerlich zusammen, aber Mick scheint es professionell zu ignorieren. Der Frust über den verlorenen Koffer und die ungewohnte Kleidung mischt sich mit einer seltsamen neuen Energie. Hier bin ich, fast ohne eigene Sachen, in grellen Tangas und knappen Outfits, und baue mein neues Leben auf.

Am späten Nachmittag machen wir Pause. Ich schreibe schnell Updates.

Gruppenchat „Mädels forever ❤“

Jette: Erster Umbau-Tag. Total geschafft. Liz hat mir Unterwäsche gegeben – nur super knappe Tangas. Hatte keine Wahl. Arbeite hart am Van. Mick und sie helfen, aber ich mach den Großteil.

Lena: Tangas?! Das passt ja gar nicht zu dir, aber wird auch mal Zeit. Bei deinen Omi-Schlüppis flüchtet jeder Mann. Oma hat die früher Liebestöter genannt

Mia: Du schaffst das! Aber die Miniröcke klingen lustig. Pass beim bücken auf

Sophie: Starke Frau! Wir sind stolz. Bleib dran!

Eltern-Chat

Jette: Guter Fortschritt heute. Mick und Liz super hilfsbereit. Brauche noch etwas für Material nächste Woche. Alles gut. Kuss!

Am Abend sitze ich erschöpft auf der Couch, dusche später wieder und ziehe einen der neuen roten Strings an. Er fühlt sich ähnlich ungewohnt an wie der Pinke. Der Van sieht schon etwas besser aus – der Boden ist neu, erste Dämmung drin. Eine Woche soll es dauern. Ich bin müde, aber auch ein bisschen stolz. Und peinlich berührt von den kleinen Zwischenfällen. Australien zeigt mir schon jetzt, dass nichts so läuft wie geplant.

Draußen wird es dunkel. Mick und Liz verabschieden sich für heute. Ich lege mich wieder auf die Couch, den neuen Tanga und ein lockeres Top am Körper. Morgen geht es weiter. Mein Van. Mein Abenteuer.

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Läuft beim Umbau alles glatt?

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