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Chapter 8 by Meister U Meister U

Haut sie ab?

Toms Gedanken

Ich liege hier, nackt, ans Bett gefesselt. Die Kälte des Raumes kriecht langsam durch das dünne Laken, das mich kaum bedeckt. Ein seltsamer Trost, dieses Stück Stoff. Es gibt mir das Gefühl, nicht ganz ausgeliefert zu sein, obwohl ich genau weiß, dass ich das bin – vollkommen in ihrer Hand, so wie sie es will. Die Fesseln um meine Handgelenke sind straff, aber nicht unangenehm. Sie erinnern mich ständig daran, wer hier die Kontrolle hat. Und genau das beruhigt mich.

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich schon hier liege. Die Kopfhörer in meinen Ohren dämpfen die Welt um mich herum, und die Augenmaske macht es unmöglich, irgendetwas zu sehen. Mein eigener Atem ist das Einzige, was konstant bleibt. Diese Momente – diese Ruhe nach der intensiven Nacht – fühlen sich fast surreal an. Jeder Muskel in meinem Körper ist schwer und entspannt zugleich.

Die Gedanken schweifen zurück zu dem, was passiert ist. Ihre Hände auf meiner Haut, ihre Befehle, ihr Blick. Sie weiß genau, was sie will und wie sie es bekommt. Es war intensiv, fordernd, und doch… so perfekt. Ich kann fühlen, wie mein Körper auf eine seltsame Art immer noch brennt, eine leise Erinnerung an die Nacht, an ihren Willen.

Hier, in dieser Dunkelheit, kann ich mich fallen lassen. Ich muss nichts tun, nichts entscheiden. Einfach nur sein. Diese Stille ist fast so berauschend wie ihre Anwesenheit. Ich weiß, sie wird zurückkommen, irgendwann. Vielleicht in einer Stunde, vielleicht in zehn Minuten. Vielleicht wird sie mich beobachten, während ich nichts ahne, und mich erst dann von dieser Unsicherheit erlösen. Aber genau das ist es, was mich antreibt. Das Warten, das Ausgeliefertsein.

Es ist fast ein Luxus, so hier zu liegen. Nichts tun zu müssen. Nur atmen, spüren, warten. Selbst wenn sie noch stundenlang wegbleibt – es ist ihre Entscheidung. Und das gibt mir Ruhe. Nach der gestrigen Nacht fühlt sich das hier an wie die pure Erholung. Ich kann mich auf die Augenmaske, das Ticken der Zeit in der Stille, die Wärme meines eigenen Körpers konzentrieren. Jeder Gedanke, jede Sorge verschwindet.

Ich lächle. Ich bin ihr. Ganz.

Ein leises Geräusch. Oder habe ich es mir nur eingebildet? Mein Herz schlägt einen Moment schneller, obwohl ich versuche, ruhig zu bleiben. Ich bin mir nicht sicher, was es war. Vielleicht die Tür? Ein Knarren? Es könnte alles oder nichts gewesen sein.

Unter der Augenmaske ist die Dunkelheit absolut. Ich versuche, mich auf meinen Atem zu konzentrieren, ruhig und gleichmäßig. Ich darf mir nichts anmerken lassen. Vielleicht beobachtet sie mich. Vielleicht ist sie schon hier, ganz still, und wartet darauf, dass ich etwas falsch mache. Ich schlucke. Die Kopfhörer dämpfen alles, aber manchmal denke ich, ich könnte trotzdem etwas hören, ein Flüstern oder eine Bewegung im Raum.

Das Laken auf meiner Haut fühlt sich plötzlich schwerer an, als ob es jede kleine Regung verraten könnte. Aber ich bleibe still, bewege mich nicht. Wenn sie wirklich hier ist, will ich ihr nicht den Triumph geben, mich unsicher oder nervös zu sehen. Das gehört alles zum Spiel. Es macht mich wahnsinnig, nicht zu wissen, ob ich allein bin oder nicht. Aber gleichzeitig... es ist genau das, was mich reizt.

Ich lausche in die Stille, aber die Geräusche verschwinden wieder, oder sie waren nie da. Vielleicht will sie mich nur in Ungewissheit halten, mich an die Grenze dessen bringen, was ich ertragen kann. Das macht sie immer. Sie kennt meine Gedanken besser, als ich selbst. Sie weiß, dass ich nicht sicher bin, und genau das spielt sie aus.

Ich versuche, meine Muskeln zu entspannen, so als wäre alles wie zuvor. Wenn sie hier ist, wird sie nichts von meiner Unsicherheit merken. Wenn nicht, dann habe ich nur gegen meinen eigenen Kopf gekämpft. Aber egal, was es war, ich bin bereit. Immer bereit für sie.

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