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Chapter 2 by Papas_Liebling Papas_Liebling

Bleibt sie diese Nacht allein?

Tankstopp

Nach einer Idee von Bigviewer69.


Der Morgen roch erst nach Kaffee und dann nach Asphalt. Kim fuhr mit offenen Fenstern, ließ den Fahrtwind durch ihre Haare wehen und summte ein Lied, das sie schon auf der Fahrt gestern nicht aus dem Kopf bekommen hatte. Der Gedanke an den vergangenen Abend hüllte sie ein, warm und prickelnd wie eine flauschige Wolldecke, die elektrisch aufgeladen war. Was hätte nicht alles passieren können.

Aber sie war allein geblieben. Hatte ruhig und tief geschlafen. So fühlte sie sich frisch und erholt. Das Frühstück war einfach und lecker gewesen. Eine Frau in einer altbackenen Schürze war in der Küche gestanden und hatte Kaffee gebracht. Der Mann von der Rezeption blieb verschwunden.

Nach gut zwei Stunden Fahrt sah sie eine Tankstelle am Straßenrand. Der Blick auf die Tankanzeige bestätigte, dass der Tank fast leer war. Ihre Blase dagegen war ganz voll. Sie fuhr hinaus, hielt direkt neben der Zapfsäule an, stieg aus. Noch bevor sie etwas tun konnte, schlurfte ein junger Mann mit wild zerzaustem Haar aus dem offenen Tor der angrenzenden Werkstatt. Er trug einen blauen, ölverschmierten Arbeitsoverall, der an der Vorderseite halb offen stand. Darunter - soweit Kim erkennen konnte - nichts weiter. Mit einem fleckigen Lappen wischte er sich die Hände ab.

„Voll machen?“, rief er schon aus Entfernung.

Kim war überrascht. Keine Selbstbedienung? Gab es derartige Tankstellen überhaupt noch?

„Ähm, ja, danke.“ Sie öffnete den Tankdeckel. Nervös tippelte sie von einem Bein aufs andere. „Darf ich Ihre Toilette benutzen?“

„Klar.“ Er deutete mit einem Finger zur Hausecke. „Hinten. Weiße Tür.“

„Danke, das ist meine Rettung.“

Sie flitzte los. Sobald sie aus dem Schatten trat, merkte sie, wie kräftig die Sonne schon war. Ein paar Schritte weiter fand sie die Klotür, einfaches Holz, abgeblätterte weiße Farbe, kein Schloss. Sie zögerte kurz. Der Druck auf ihrer Blase war nicht mehr zu ignorieren. Sie zuckte mit den Schultern und ging hinein.

An der Innenseite der Tür fand sie die Überreste eines Riegels, der verbogen war, die Schrauben der Halterung aus dem Holz gerissen. Zumindest sah alles sauber aus. Sie hob ihr Kleid an, schob das Höschen nach unten, setzte sich auf die Schüssel und ließ der Natur ihren Lauf. Vor Erleichterung verdrehte sie die Augen. „Das war nötig“, dachte sie.

Von draußen hörte man das Brummen eines LKW, dann das typische Zischen vom Entlüften des Druckluftbremssystems. Klirren von Ketten. Eine schwere Tür schlug satt zu. Dann Schritte. Schlurfendes Knirschen harter Sohlen auf steinigem Kiesboden. „Wieder jemand, der die Füße nicht hoch bekommt“, dachte sie knurrend.

Kim überlegte, ob sie aufspringen und aus dem Raum rennen sollte. Dann grinste sie und blieb sitzen, wo sie war.

Die Tür ging auf. Sie musste in das schlagartige grelle Gegenlicht blinzeln, bis sie die Gestalt erkennen konnte. Ein Trucker, breit untersetzt, dicker Bauch unter zerknittertem Karohemd, die dunklen Haare zu Stoppeln rasiert, die kürzer waren als diejenigen an seinem Kinn, an dem sich ein kleiner Ziegenbart langsam formieren würde..

Er war nur einen Sekundenbruchteil überrascht. Dann gingen seine Mundwinkel nach oben. Er verschränkte die Arme und lehnte sich in den Türrahmen. Es machte nicht den Anschein, als wolle er so schnell wieder weggehen.

Ihm gegenüber saß Kim, Kleid bis zur Hüfte oben, Slip unten an den Knöcheln, Knie zusammengepresst.

„Besetzt“, sagte sie knapp.

„Sehe ich“, war die lapidare Antwort.

Sie zog eine Augenbraue hoch. Er imitierte ihre Mimik. Wer würde zuerst nachgeben?

Kim spreizte die Beine, ihm klappte der Mund auf. Ihr Landingsstrip deutete wie ein Hinweispfeil nach unten auf die glattrasierte, feuchte glitzernde Muschi. In aller Seelenruhe riss sie ein Blatt Papier ab und wischte sich die letzten Tropfen von ihrer Spalte. Sie beeilte sich nicht. Der Trucker schluckte und leckte sich die Lippen. Dann stand sie auf. Das Kleid rutschte nach unten, den Slip zog sie hoch.

Nach dem Händewaschen schob sie sich seitwärts an dem dicken Kraftfahrer vorbei ins Freie. Er schien nicht die Absicht zu haben, ihr Platz zu machen. Erst beim Rausgehen bemerkte sie den großen runden Stein am Fußboden, mit dem man die Tür von innen hätte blockieren können. Na, egal. Sie lächelte den Trucker süß an.

„Viel Spaß noch. Ich nehm' an, du musst jetzt einiges rauslassen.“

Im kleinen Tankshop roch es nach heißem Gummi, künstlichem Lufterfrischern und diesen seltsam süßen belegten Brötchen aus der Vitrine. Sie kaufte eine Flasche Wasser, bezahlte das Benzin – bar, sie bezweifelte, ob man hier schon von Debitkarten gehört hatte - und während der Tankwart das Wechselgeld zählte, fiel ihr Blick auf ein vergilbtes Poster an der Wand hinter ihm: „FKK-Camping an der Adria – Freiheit pur“.

Kim holte ihr Handy raus und suchte nach dem Ort, dessen Name auf dem Plakat zu lesen war. Koversada nannte sich der Campingplatz, auch der Reiseführer gab ihm gute Wertungen. Treffer. Er lag gar nicht weit von hier. Wieder fühlte sie dieses leise Kribbeln, das sich von ihrem Nacken über den Rücken und nach vorne in ihren Bauch zog. Sie wusste genau, wie sie auf Männer wirkte - und wie diese auf sie reagierten. Besonders, wenn alles offen sichtbar war.

Passiert an der Tanke noch was?

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