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Chapter 39 by Boss Boss

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Sonntag

Am Sonntagmorgen bin ich durch Geräusche aus der Küche wachgeworden. Erstaunt stellte ich fest, dass ich einigermaßen gut und traumlos geschlafen hatte. 'Einfach mal bis zur Erschöpfung wichsen, dann klappt das mit dem Schlaf!' dachte ich sarkastisch … rollte mich aus dem Bett und machte mich auf ins Bad.

Nachdem ich ausgiebig geduscht hatte und mich wieder einigermaßen fit fühlte, machte ich mich auf den Weg nach unten. Bärbel war bereits leise am Singen und Summen. Sie war definitiv bester Laune und begrüßte mich mit einem:

„Guten Morgen, mein Langschläfer. Frühstück ist fertig!“

Ich brummte nur etwas Unverständliches und setzte mich an den reich gedeckten Frühstückstisch.

„Womit habe ich das verdient?“, fragte ich vorsichtig nach.

„Das ist deine Entschädigung für gestern. Ich hatte einen klasse Tag und da sollte nicht nur ich ordentlich verwöhnt werden, sondern du auch etwas abbekommen, oder?“

Ich dachte mir meinen Teil, von wegen ‚Doch ein schlechtes Gewissen?!‘, sagte dann aber: „Wie war es denn gestern? Erfolgreich geshoppt und dann in der Bar?“ Ich war wirklich gespannt, was ich zu hören bekommen würde.

„Ja, Anna hat in erster Linie zugeschlagen. Röcke, ein Kleid und echt heiße Dessous … wäre was für dich – aber nicht, dass du Anna hinterherschaust.“ Bärbel lachte. „Ich hab’ nur beraten und unter anderem ein Basic-Shirt gekauft … nichts Besonderes. Dann sind wir zum Italiener. Das Essen war wie immer superlecker, und dann haben wir da noch Rüdiger und Siegfried mit ihren Frauen, Annemarie und Heidi, getroffen. Die haben uns eingeladen, mit in die ‚Bar jeder Vernunft‘ zu kommen. Zu sechst im Wagen war das ganz schön eng, aber Heidi ist gefahren, da die Männer schon was getrunken hatten. War echt witzig da und sehr kurzweilig. Die vier haben uns ganz schön abgefüllt und verwöhnt. Danach noch kurz zu denen in die Wohnung … und wir haben dann im gemeinsamen Garten den Abend ausklingen lassen. Gegen 01:00 Uhr war ich auch wieder zu Hause. Wie gesagt: Ein echt schöner Abend. Ich glaube, für uns alle vier. Anna hat es ganz sicher auch gefallen. Und jetzt iss was, mein Schatz!“

Ich war ein wenig erstaunt, über die ausführliche Berichterstattung und bekam kein weiteres Wort heraus. Mein Magen rebellierte, ob vor Hunger oder aus anderen Gründen, wusste ich nicht. Also erst einmal etwas essen. Ich versuchte, mich auf das Kauen zu konzentrieren und die Bilder aus dem Kopf zu bekommen. Gelang mir aber nicht … ich malte mir aus, wie Rüdiger und Siegfried einen Gangbang mit den vier Frauen durchzogen. Immer wieder blitzten Bilder auf. Bärbel und Anna immer im Mittelpunkt, aber die alten Säcke? Wollte ich das wirklich wissen?

Ein kurzer Blick auf meine Körpermitte machte es eindeutig. Mein Schwanz war prall und hart. Natürlich wollte ich mehr wissen! Aber jetzt erstmal essen.

Gegen 12:00 Uhr meldete sich auf einmal mein Handy mit einem lauten PING. Eine neue WhattsApp-Nachricht. Wer konnte das sein?

Neugierig schaute ich nach. Die Nachricht war von meinem Chef Georg. Ziemlich ungewöhnlich, denn normalerweise lässt er mich links liegen und ist lieber in seinem Büro in London aktiv – zudem ist heute Sonntag. Ich war gespannt und las:

Georg

Hallo Michael,
Sorry, dass ich dich auf einem Sonntag überfalle. Aber ich denke es ist nur fair, dir so viel Vorbereitungszeit wie möglich zu geben.
Ich wurde gerade darüber informiert, dass für die nächste Woche kurzfristig ein Termin bei dem Seminar „Geprüfte:r Account Manager:in – Advanced“ freigeworden ist.
Um deine weitere berufliche Entwicklung zu fördern, habe ich dich sofort dort angemeldet. Start ist Mittwoch Nachmitag (15:00 Uhr) im Hotel Bayerischer Hof in München.
Alle Kosten werden übernommen, inkl. Vollpension ... und als Bonus eine zusätzliche Tagespauschale von EUR 150,00. Ende ist der Mittwoch drauf, ca. 14:00 Uhr.
Ich hoffe, dass du dich freust. In der nächsten Woche bin ich auch in Deutschland im Büro, vielleicht können wir ja mal telefonieren oder wir sehen uns noch.
Bitte - wie üblich - einen kleinen Bericht an mich nach deinem Seminar!
Grüße aus London ... auch an Bärbel
Georg

Ich war baff. Zum einen über den höflichen Ton von Georg und zum anderen, dass ich nominiert wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass einige andere Kollegen auch auf das Seminar geschielt hatten. Wow!

Trotz meiner Differenzen mit meinem Chef gleich am Anfang meiner Karriere muss ich was richtig gemacht haben. Damals dachte ich noch, dass ich gefeuert werde – aber das ist Schnee von gestern und inzwischen ca. 15 Jahre her. Das scheint niemanden mehr zu interessieren, und auch wenn ich noch vor Augen habe, wie mies Georg damals mir gegenüber drauf war, ist er offensichtlich drüber weg. Gott sei Dank, nach der langen Zeit scheine ich es final geschafft zu haben. Nicht so gut wie eine Gehaltserhöhung, aber immerhin.

Augenblicklich hatte ich alles andere vergessen und machte mich auf den Weg, um Bärbel die tolle Nachricht mitzuteilen. Tatsächlich war ich auf einmal genauso positiv gestimmt, wie meine Frau.

Als ich Bärbel gefunden hatte, las sie gerade eine Nachricht. Aber ich war so im Hoch, dass ich nicht einmal nachfragte. Bärbel teilte meine Freude und so gingen wir dann den Nachmittag an, um Pläne zu schmieden.

Was ist zu packen? Was noch vorzubereiten? Wie komme ich am besten nach München? Das Auto konnte ich nicht nehmen, das würde Bärbel brauchen. Also Bahntickets organisiert. Vertretung besprechen etc. Die Tage flogen nur so dahin, allerdings fiel mir auf, dass Bärbel noch deutlich häufiger am Handy war als sowieso schon. Das brachte meine Gefühlswelt ein wenig durcheinander – einerseits mein euphorisches Hoch, andererseits meine nagende Neugierde, mehr über mein holdes Weib herauszufinden. Letztendlich konnte ich die Stimme in mir nicht ignorieren.

Ich überprüfte nochmals alle Kameras und Mikros, kaufte mir zusätzlichen Platz in der Cloud und machte mich daran, eine Lösung für Bärbels Handy zu finden … aber das Internet hilft. Nach einer etwas längeren Recherche konnte ich das Richtige finden und hatte schnell das Handy von Bärbel geklont. So hatte ich über eine App vollen Lesezugriff auf alle ihre Chats – ohne dass Bärbel etwas mitbekam. Gut, ich konnte (noch) nicht in die Chats eingreifen, aber Lesen war auch schon mal ganz gut. Als Add-on gab es noch den Zugriff auf die gesamte Ablage, d.h. alle Dokumente inklusive Notizen, Fotos und Filme. Dienstagabend hatte ich das Ganze fertig installiert, aber nur einen Mini-Check machen können, ob alles einwandfrei funktionierte.

Am Mittwoch wurde gepackt und aufgrund der langen Anreise musste ich dann auch bald zum Bahnhof, um meinen gebuchten Zug zu erreichen. Ich hatte mir fest vorgenommen, in den Stunden meiner Bahnfahrt Bärbels Handy gründlich zu checken. Ich war aufgeregt, ob wegen des Seminars oder wegen der Aussicht auf neue Informationen, wusste ich nicht.

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