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Chapter 2 by HippieEnergyFlow HippieEnergyFlow

Welches Geräusch hört Lisa?

Sinnliche Musik

Ein leises, melodisches Summen drang durch das offene Fenster des Lichthofs zu mir herüber, wie ein sanfter Windhauch, der über die Saiten einer Sitar streift. Meditationsmusik. Ich hielt inne, die Finger noch immer verspielt in meinem Busch vergraben, und lauschte. Es war kein Zufall, dass ich die Klänge erkannte – so etwas hörte ich oft, wenn ich meine eigenen kleinen Rituale abhielt, mit Kerzen und Räucherstäbchen, um runterzukommen. Apropos Räucherstäbchen... Ich beugte mich leicht nach vorne, Richtung Fenster, und schnupperte. Sandelholz. Der warme, erdige Duft zog in meine Nase und ließ meine Gedanken kurz abschweifen. Was zum Teufel ging da oben bei Julia vor?

Neugier kribbelte in meinem Bauch, als ich mich vom Klo erhob, mich kurz säuberte und die Jeans wieder hochzog. Ich trat ans Fenster, stützte die Hände auf das kühle Fensterbrett und streckte den Kopf ein Stück hinaus. Die Musik wurde klarer, ein leises Glockenspiel mischte sich in die Töne. Und dann hörte ich Stimmen – Frauenstimmen. Nicht nur Susi und Julia, nein, da waren mehr. Ein Lachen, ein Murmeln, ein leises Kichern, das durch den Lichthof hallte. Es klang lebendig, fast... aufregend.

„Willkommen, meine Lieben,“ hörte ich plötzlich Julias Stimme, klar und selbstbewusst, mit diesem Hauch von Autorität, der mich sofort an ihre große, schlanke Gestalt denken ließ. „Ich freue mich, dass ihr alle da seid. Lasst uns den Abend genießen.“ Ihre Worte waren wie ein warmer Strom, der die anderen Stimmen kurz zum Schweigen brachte. Dann folgte ein leises Klatschen, vielleicht ein Fenster, das geschlossen wurde, und die Geräusche wurden dumpfer, fast erstickt.

Ich runzelte die Stirn. Was machte die da oben? Ein Wellness-Abend, okay, aber mit so vielen Frauen? Und warum klang Julias Stimme so... einladend? Mein Herz schlug ein wenig schneller, und ich merkte, wie meine Neugier sich in etwas anderes verwandelte – ein Prickeln, das sich von meinem Bauch bis in meine Fingerspitzen zog. Ich schüttelte den Kopf, als wollte ich die Gedanken vertreiben, und verließ das Badezimmer. Zurück in meinem Zimmer warf ich mich auf mein Bett, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, und starrte an die Decke.

Die Musik war nun kaum noch zu hören, nur ein leises Echo, das durch die Wände sickerte. Ich versuchte, mich auf etwas anderes zu konzentrieren – vielleicht auf die Seminararbeit, die ich noch schreiben musste, oder auf die neue Playlist, die ich zusammenstellen wollte. Aber meine Gedanken wanderten immer wieder zurück zu Julia, Susi und diesem mysteriösen Abend. Was machten die da oben? Räucherstäbchen, Meditationsmusik... das klang nach mehr als nur einem entspannten Mädelsabend.

Ein paar Minuten später, als ich gerade überlegte, ob ich mir einen Tee machen sollte, drang ein neuer Laut an mein Ohr. Leise, fast wie ein Windhauch, aber unverkennbar – ein Stöhnen. Mein Atem stockte. War das...? Ich setzte mich auf, lauschte angestrengt. Da war es wieder, ein leises, kehliges Geräusch, gefolgt von einem unterdrückten Kichern. Mein Puls beschleunigte sich, und ich spürte, wie sich meine Wangen erhitzten. Was zur Hölle ging da oben vor? Ich biss mir auf die Lippe, hin- und hergerissen zwischen Neugier und dem Drang, einfach die Decke über den Kopf zu ziehen und so zu tun, als hätte ich nichts gehört.

Was macht Lisa?

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