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Sauna sieben

Chapter 10 by Jan1974 Jan1974

Als sich mein Freund am nächsten Sonntag verspätete, um mich für den Sauna-Trip abzuholen, wurde ich bereits unruhig. Es ist irgendwie bescheuert, wenn der eigene Freund zu spät kommt – normalerweise hätte mich das vielleicht genervt. In diesem Moment dachte ich jedoch nur an eines: dass mir vielleicht der Fick mit meinem Sauna-Fremden entgehen könnte. Zu dieser Zeit drehten sich meine Gedanken nahezu pausenlos um diese Wochenend-Ficks. Ich war schon wieder geil darauf, und er ließ auf sich warten.
Wir kamen schließlich zwei Stunden später als sonst an der Sauna an. Mein Freund hatte einen guten Grund genannt, den ich allerdings sofort wieder vergessen habe. Meine Gedanken kreisten bereits ausschließlich darum, mich dort von dem Fremden ficken zu lassen. Die ganze Zeit quälte mich die Frage: Was, wenn er nicht mehr da ist?
Diese Befürchtung war nicht unbegründet. Ich konnte ihn nirgends entdecken. Meinem Freund sagte ich, dass ich wieder in die 95-Grad-Sauna gehen würde – nur um ihn an der Bar parken zu können und ungestört den Fremden suchen zu können. Ich wusste nicht, wie ich ihm sonst erklären sollte, dass ich die gesamte Saunalandschaft absuchen wollte.
Irgendwann sah ich den Typen, der uns die letzten beiden Male beim Ficken beobachtet und sich dabei gewichst hatte. Er bog in Richtung der Duschen ab. Aus einem Impuls heraus folgte ich ihm – und so fand ich auch meinen sonntäglichen Ficker. Er stand hinten etwas versteckt unter einer Dusche. Vor ihm kniete eine Frau, die ich auf den kurzen Blick hin auf etwa 40 Jahre schätzte. Sie war durchaus attraktiv, und sie lutschte seinen Schwanz.
Ich drehte sofort um. Ich gehe davon aus, dass er mich noch gesehen hat. In diesem Moment war ich enttäuscht – aber nicht eifersüchtig und auch nicht sauer auf ihn. Mir wurde nur schlagartig klar, dass ich für ihn austauschbar war. Und gleichzeitig erkannte ich, was mich an den ganzen Erlebnissen wirklich fasziniert hatte.
Es war nicht dieser Mann.
Es war der schnelle, anonyme Fick.
Die Gefahr, erwischt zu werden.
Die Tatsache, dass ich mich gezeigt hatte.
Das waren die Dinge, die mich so anmachten. Nicht er persönlich. In dem Moment wurde mir klar, dass ich ihn dafür nicht brauchte. Ich konnte mir das auch mit anderen Männern und an anderen Orten nehmen. Ich hatte zwar noch keine genaue Ahnung, wie – aber ich beschloss in diesem Augenblick, dass ich das ausleben musste und wollte.
Wahrscheinlich war das der eigentliche Anfang von mir als Bella.
Die Frau, die ihrer Leidenschaft und Geilheit nachgeben will – ja, nahezu muss.
Ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht, als ich das für mich erkannte, und ging zurück an die Bar zu meinem Freund. Die Gespräche dort waren belanglos. Ich konnte jetzt ja auch nicht einfach losziehen und mir ein neues Abenteuer suchen, während ich ihn die ganze Zeit in der Sauna allein ließ. Bisher war es immer so gelaufen, dass ich mir den Fick holte und den Rest der Zeit mit ihm verbrachte. Dieses Zeitfenster hatte ich nun bereits mit dem Suchen verbraucht.
Irgendwann fragte ich ihn in einem Ton, der scherzhaft klingen sollte:
„Soll ich dir in der Dampfsauna einen blasen?“
Mein Freund lachte fast auf.
„Klar, vor anderen oder was? Du bist ja verrückt.“
Ich lächelte und sagte sofort, dass es nur ein Scherz gewesen sei. Natürlich war es das nicht. Es war ein Test. Und in diesem Moment wurde mir klar, dass ich auf dem Weg zu meiner sexuellen Wandlung wohl keine Unterstützung von ihm erwarten konnte.
Das war das erste Mal in all den Jahren, in denen wir zusammen waren, dass ich das Gefühl hatte: Mit uns wird es wohl nicht mehr lange funktionieren.

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