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Chapter 97 by ThormGravis

Kommt die Gemeinschaft ohne Zwischenfälle ans Ziel?

zunächst verläuft alles wie erwartet

Zu Beginn des Marsches blieben Jackson und Frank in Laras Nähe und beobachten sie genau. Die Archäologin war sich sicher, dass die beiden ihren Anblick zu schätzen wussten. Auch wenn sie jetzt mit Tanktop und Hotpants bekleidet war und die beiden Männer sie zuvor nackt gesehen hatten, zogen ihre phänomenalen Kurven die Blicke geradezu magisch an. Dennoch waren es nicht nur Erregung und Gier, die die beiden Söldner dazu bewegte, ihr so dicht zu folgen. Lara war sich sicher, dass Sir Thomas ihr nicht gänzlich vertraute und die beiden angewiesen hatte, sie im Auge zu behalten.

Je länger die kleine Gruppe unterwegs war und je unwegsamer das im Wechsel ansteigende und abfallende Gelände wurde, desto mehr Mühe hatten die beiden Männer, diesem Befehl nachzukommen. Sowohl Jackson als auch Frank schnauften heftig, wenn es wieder einmal einen steilen Hang hinauf ging, den Lara weitgehend mühelos erklomm. Für den dicken Pedro und Sir Thomas auf seinem Reitesel war der Marsch noch ungleich beschwerlicher. Der Mexikaner keuchte und schnaufte als würde er Machu Picchu allein erbauen und Sir Thomas floss der Schweiß in Bächen über das Gesicht, obwohl er sich nur auf dem Reittier festhalten musste. Sein Tropenanzug war vom Schweiß völlig durchnässt und sein Gesicht hatte eine ungute, rote Färbung angenommen. Lara konnte nicht sagen, ob Pedros oder Sir Thomas´ Puls näher am kritischen Bereich hämmerte.

Lara hatte seit geraumer Zeit die Führung der Gruppe übernommen und wartete gelegentlich auf die Nachzügler, wenn sie sich mit der Richtung nicht ganz sicher war und die Söldner befragte, die diesen Weg bereits einmal zurückgelegt hatten. Sicherlich, der Weg war auch für sie anstrengend, doch sie war **** und athletisch, so dass sie die Strapazen ohne große Mühen überstand. Ganz im Gegenteil: Sie liebte solche Märsche durch den weitgehend unberührten Dschungel, bei denen sie sich immer wieder ein Stück weit mit der Machete den Weg durch das Unterholz und die Vegetation freischlagen musste. Mit ihrer anmutigen Geschicklichkeit wirkte sie wie eine Göttin der Jagd. Und wahrlich waren diese entlegenen Flecken der Welt, sei es der Dschungel oder die Einöden, die Savannen oder die Bergtäler, ihre wahre Heimat und sie fühlte sich hier weit mehr zuhause als in ihrem luxuriösen, südenglischen Landhaus oder den vornehmen Hallen der Royal Society.

"Sollen wir eine Pause einlegen, Jungs", scherzte sie, als Jackson und Frank den Anstieg erklommen. Sie hatte sich auf einen großen Stein gesetzt, die langen, schlanken Beine übereinander geschlagen und sich eine Zigarette angesteckt. Die beiden Männer stützten sich mit den Unterarmen auf den Oberschenkeln ab und schnauften durch, als sie endlich zu ihr aufgeschlossen hatten. Für eine Erwiderung oder gar eine eigene Zigarettenpause fehlte ihnen der Atem.

Als nächster erreichte Sir Thomas auf seinem geduldigen und gutmütigen Esel die Kuppe der dicht bewaldeten Anhöhe. Er nutzte die Gelegenheit und stieg sehr unelegant von seinem Reittier ab, um sich keuchend an dessen Flanke zu lehnen. Offenbar war er kein geübter Reiter und die weiße Anzughose für die Reise auf dem Eselrücken wenig geeignet, denn der Stoff war an der Innenseite der Oberschenkel schon stark durchgescheuert.

"Wo ist Pedro?" fragte Lara schließlich, als der dicke Mexikaner nach einer Weile immer noch nicht aufgetaucht war. Da niemand eine Antwort gab, sondern sich die drei Männer nur fragend ansahen, sprang Lara auf. "Ich gehe ihn suchen. Bin gleich wieder da."

"Nichts... da..., Miss... Croft...", keuchte Sir Thomas und rang bei jedem Wort um Atem. "Sie bleiben... hier... bei... uns. Frank... du..." Er winkte in Richtung des Weges, über den sie hergekommen waren. Der Angesprochene seufzte angesichts des zusätzlichen Ab- und vor allem des danach wieder bevorstehenden Aufstiegs, gehorchte seinem Boss aber. "Wir anderen...", fuhr Sir Thomas nach Luft schnappend fort, "machen... eine... ... Pause..."

Lara zuckte mit den Achseln. Sie wäre lieber weitergegangen, aber war sich sicher, dass Sir Thomas dies nicht zulassen würde. Er vertraute ihr nicht genug, um sie auf der Suche nach Pedro zurückgehen zu lassen, also würde er sie ganz sicher nicht allein zum gesuchten Ort vorgehen lassen. Lara zweifelte zwar nicht daran, dass sie den ziemlich ausgepumpten Jackson und sicherlich auch den nahe am Herzinfarkt stehenden Sir Thomas überrumpeln ausschalten könnte, aber das brachte sie gegenwärtig wohl kaum weiter. Daher machte sie es sich bequem und genoss die warmen Sonnenstrahlen der Nachmittagssonne, die durch das Blätterdach weiter oben drangen und auf ihr Gesicht fielen.

Jackson sah sie für einen kurzen Augenblick mit unverhohlener Gier an. Lara war sich sicher, dass er sich eine ganz bestimmte Pausenbeschäftigung vorstellte. Vielleicht drehte sich sein Wunsch darum, die im Stehen an einem der großen Mammutbäume durchzuficken oder sie mit Ranken gefesselt doggystyle auf dem Waldboden zu nehmen, aber er sprach seine Ideen weder aus noch bemühte er sich darum, sie in die Tat umzusetzen. Offenbar zog er die Erholung einem Fick gegenwärtig vor. Der schwarze Hüne ließ sich rücklings auf den Dschungelboden sinken und schloss für einige Momente die Augen.

"Da stimmt doch etwas nicht", beschwerte sich Sir Thomas, als er nach einigen Minuten soweit zur Ruhe gekommen war, dass sein Puls ihm wieder einen angestrengten, aber flüssigen Sprachduktus gestattete. "Soweit kann Pedro doch nicht hinter uns gewesen sein. Frank hätte ihn längst gefunden und hergebracht haben müssen. Wenn die beiden sich irgendwo einen faulen Lenz machen und denken, dass ich sie dafür weiterhin so fürstlich..."

"Ruhe", gebot Lara urplötzlich. Ihre Stimme war nicht laut, aber so dominant und schneidend scharf, dass Sir Thomas auf der Stelle verstummte und Jackson überrascht aufsah. Die heiße Schatzjägerin achtete nicht auf die beiden Männer, sondern sprang vom Felsen herunter und blickte sich mit besorgter Vorsicht um. Ihre Augen glitten über das dichte Blattwerk der Bäume, die farbenprächtigen und ebenso dichten Büsche und in die Tiefe des urtümlichen Waldes. "Wir sind hier nicht allein", verkündete sie schließlich leise und ganz ruhig, obwohl ihre ganze Gestik auf eine gewisse Angespanntheit hinwies. Eine Hand glitt zum Oberschenkel, an dem gewöhnlich ihre Desert Eagle hing, doch der Holster war leer. Eindringlich blickte sie zu Jackson herüber, der ihre Intension verstand, jedoch den Kopf schüttelte. Offenbar hatte Frank ihre Waffen eingesteckt.

"Natürlich ist man im Dschungel nie ganz allein. Es gibt hier Hunderte von...", plapperte Sir Thomas los. Zunächst hatten Laras Bewegungen und Worte ihn besorgt und sogar eingeschüchtert, doch als nicht sofort ein Unheil passierte, fiel die lähmende Furcht von ihm ab und der Wortschwall brach aus ihm heraus.

"Klappe zu", fauchte Jackson seinen Boss an, der von der Schärfe der Worte überrascht sofort schwieg. Offenbar hatte auch der Söldner nun bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Die Vögel, die bis vor wenigen Minuten noch gezwitschert und gesungen hatten, waren ebenfalls völlig verstummt. Der Schwarze warf Lara die Machete zu und griff selbst nach einem gezackten Jagdmesser. "Wo?" fragte er leise und blickte sich um.

Was antwortet Lara? Wie geht es weiter?

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