Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 5
by
Redboom
Wie sieht Leons Zimmer aus?
Ein typisches Mädchenzimmer
Erschrocken blickte Leon seine Mutter an.
„Was ist, gefällt es dir nicht?“
„Schon“ schluckte er „aber, ich glaube, das ist mehr was für Mädchen, diese Farbe und so, ich meine …“
„Natürlich ist das ein Mädchenzimmer“ meinte Barbara von hinten „ich glaube, wir sollten ihn aufklären.“
„Also gut“ begann Vanessa „Leon, wir haben einiges mit dir vor. Setz dich!“
Ihm gefiel dieser Kommandoton nicht und ebenso wenig, dass Barbara im Türrahmen stand, ihm also seine insgeheim geplante Flucht unmöglich oder schwierig machte. Mit einem Seufzen ließ sich Leon auf das Himmelbett sinken, das von einem zarten, rosa Baldachin mit Rüschen umhüllt war – ein Bett, das perfekt für ein kleines Mädchen, aber katastrophal für einen Jungen in Leons Alter war. Die Bettwäsche? Natürlich Barbie-Motiv, komplett mit einer Armee von Kissen in Herzform.

Die Wände strahlten in einem so intensiven Pink, dass es beinahe schmerzte, hinzusehen. Auf einem pastellfarbenen Schminktisch, der mit Perlenketten, bunten Haarspangen und winzigen Parfümfläschchen übersät war, prangte ein gigantischer Spiegel mit integrierter LED-Beleuchtung. Davor standen Miniatur-Barbies aufgereiht wie Soldaten in einem glitzernden Plastikkorps. Der Boden war bedeckt von einem flauschigen rosa Plüschteppich, der so weich war, dass Leon befürchtete, er könnte darin versinken.
Die Regale bogen sich unter der Last von Puppenhäusern, Teeservices aus Plastik und Einhornfiguren, während auf einem kleinen Bücherregal am Fenster Titel wie „Ratgeber für die erste Liebe“, „Wie werde ich zur Queen der Schule“ und „Zauberhafte Geschichten für Girls“ zu finden waren. An den Wänden prangten gerahmte Poster von Justin Bieber, dessen Grinsen ihn beinahe höhnisch zu verspotten schien, sowie von aktuellen Teenie-Bands, die mit ihren perfekt gestylten Haaren und übertriebenen Posen aus jedem Winkel auf ihn hinabblickten. Leon seufzte erneut. Das hier war nicht nur peinlich – es fühlte sich an wie die persönlich gestaltete Hölle eines Teenagers.
„Wie du schon weist sind wir lesbisch. Wie du ebenfalls schon bemerkt hast, ist dein Zimmer sehr weiblich eingerichtet. Hier, sieh mal!“ Vanessa öffnete eine der Schranktüren.
„Was? Ich versteh nicht…“
„Halt die Klappe, wenn deine Mutter spricht!“ rief Barbara scharf. Barbaras Augen fixierten ihn. Langsam bekam Leon Angst.
„Tolle Kleider, meinst du nicht“ sie nahm einen Minirock mit Bügel heraus und hielt ihn vor sich „Na ja, eher so deine Größe!“
„Für mich? Aber …“
„Was habe ich dir gerade gesagt?“ rief Barbara und verpasste ihm unvermittelt eine kräftige Ohrfeige, so dass ihm die Tränen kamen.
„Und hier“ fuhr Leons Mutter ungerührt fort und zog eine Schublade auf und griff hinein, „schicke Slips, alle Farben und Formen. Und tolle Strumpfhosen. Hier!“
Sie warf ein paar Packungen aufs Bett. Offensichtlich teure Marken, auf einer klebte noch der Preis, 32 Euro. Er schüttelte den Kopf und wollte aufstehen, aber Barbara ahnte dies und drückte ihn zurück.
„Du hast hier hinten ein Bad“ erklärte seine Mutter und ging durchs Zimmer zu einer Tür. Erst jetzt erkannte er, dass das Fenster in seinem Zimmer vergittert war.
Das fensterlose Bad wirkte fast noch übertriebener. Eine glänzend pinke Badewanne mit goldenen Füßen, die aussahen wie kleine Löwentatzen, dominierte den Raum. Der Rand der Wanne war gesäumt von einer Armee von Badeölen in Glasfläschchen mit kleinen Herzchen-Etiketten und rosa Badesalz. Ein schmales Regal an der Wand war vollgestellt mit Flaschen und Tiegeln: Shampoos und Conditioner in Duftnoten wie „Zuckerwatte“ und „Erdbeertraum“, Körperpuder in zarten Dosen, Parfümflaschen mit aufwendigen Schleifen und Pumpsprühern. Ein puderrosa Waschbecken mit passendem Wasserhahn war umringt von Bürsten, Haargummis und einem kleinen Töpfchen, das mit funkelndem Lipgloss gefüllt war. Selbst die Toilettenbrille war mit einem plüschigen, rosa Überzug versehen – ein letzter ironischer Akzent in diesem Badezimmer, das mehr einem Spa für Märchenprinzessinnen glich als einem funktionalen Raum.
„Hier wirst du erst mal bleiben“ sagte Barbara zu ihm, „wir werden dich hier einschließen. Die Tür ist schalldicht, ebenso wie das Fenster mit einbruchs- äh, ausbruchssicherem Glas.“
„Was? Aber warum …?“ fragte Leon.
Warum?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Die Mädchenschule für Jungen
In dieser Schule werden Jungen zu Mädchen ausgebildet.
Comments moved below the chapter.
Jump to comments
Comments