Hat Sie jetzt noch eine Chance ?
Das Glück hat Lesyamina noch nicht verlassen
Wieder fluchte Lesya, aber zumindest fühlte sie sich nun etwas besser. Sie lief weiter auf den Blaukieselbach zu und sprang in den schmalen Wasserstreifen.
Irgendwann hatte sie einmal gehört das viele Tiere eine Fährte verloren wenn man sich durch Wasser bewegte. Da sie nichts zu verlieren hatte lief sie also dem Bachbett folgend durch das eisige Wasser.
Sie war noch nicht sehr weit gekommen als sie stolperte und der länge nach ins Wasser fiel.
Das eisige Nass trieb ihr die Luft aus den Lungen, aber es brachte ihr auch einen Teil ihrer Energie zurück. Schnell tauchte sie ihren Kopf in das sprudelnde Nass und nahm zwei tiefe Züge, dann stand sie auf und schaute zurück. In einiger Entfernung sah sie zwei mächtige Schatten die die Umgebung abschnüffelten.
Lesya biss sich auf die wunden Lippen und hätte am liebsten Gejubelt als die beiden Tripen sich vom Bach entfernten und in Richtung des Baumes bewegten an dem Sie ihre Notdurft verrichtet hatte.
Sie wartete noch eine Weile im kalten Wasser bis sie sicher war das die Tiere ihre Fährte tatsächlich verloren hatten.
Lesya stand auf und fühlte ihre Beine schmerzen. Nun, da sie in relativer Sicherheit war kamen alle die Schmerzen die sie bisher verdrängt hatte erneut hervor. Sie konnte kaum noch die Beine heben und schlurfte wie eine alte Frau durch das Wasser. Das Kleid war nass und hatte sich in der Kette verheddert, sonst hätte Lesya es bestimmt schon verloren. Sie ging ein paar Schritte, dann bückte sie sich um erneut etwas von dem Wasser zu trinken.
Obwohl sie sich ausgetrocknet fühlte und noch vor wenigen Minuten geglaubt hatte einen ganzen Eimer Wasser trinken zu können, brachte sie nur ein paar Schlucke hinunter.
Inzwischen fror sie und suchte eine Möglichkeit ohne Mühe wieder ans trockene Land zu kommen. Aber hier gab es auf beiden Seiten eine kleine Böschung, kaum hoch genug um nicht mit einem grossen Schritt bewältigt zu werden, aber Lesya spürte das sie dafür keine Kraft mehr hatte.
So stolperte sie weiter und fand eine Lichtung die sanft zu dem Bach ab fiel.
Sie schleppte sich einige Schritte weit, dann brach sie kraftlos zusammen.
Erschöpft fiel sie in einen tiefen Schlaf, uninteressiert daran ob die Orken durch einen Zufall erneut ihre Spur finden konnten oder ob sie wilden Tieren schutzlos ausgeliefert war.
Und ein weiteres mal hatten die Mächte die diese Welt regieren ein Einsehen und liessen das Mädchen traumlos schlafen.
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