Wie geht es weiter ?
Beim gemeinsamen Frühstück
Später saßen Birgit und ich beim gemeinsamen Frühstück. Birgit lebte in einer sehr kleinen und sehr einfach aber dennoch gemütlich ausgestatteten Zweizimmerwohnung. Sie trug einen langen Frotteebademantel über ihrem fadenscheinigen Nachthemd und dicke Wollsocken an den Füßen. Fast entschuldigend erzählte sie mir beim Essen, dass es schon von jungen Jahren an immer ihr größter Traum gewesen sei, eines Tages eine bekannte Journalistin zu werden. Sie habe jedoch gerade erst mit dem Journalistik-Studium begonnen, als ihr Vater überraschend verstorben sei und ihr Spielschulden in fünfstelliger Höhe hinterlassen habe. Sie habe daraufhin ihr Studium wieder abbrechen und einen Job zunächst als Bedienung in einer Bar annehmen müssen. Dies habe jedoch bei weitem nicht ausgereicht, um die Schulden zu bezahlen, weshalb ihr eine Kollegin geraten habe, es doch einmal mit anschaffen zu probieren.
Ich erzählte Birgit daraufhin von meinem Leben, von meiner zunächst glücklichen Ehe mit Julia und meiner Arbeit bei der Bank, meiner Verurteilung in den USA und meiner Scheidung von Julia, während ich im Gefängnis saß. Während wir uns unterhielten. ging der Vormittag sehr schnell vorüber. Als ich schließlich aufstand und sagte, dass ich jetzt gehen müsse, sah Birgit mich einen kurzen Moment lang enttäuscht an, bevor sie schließlich nickte. Schweigend begleitete sie mich zur Tür. „Wenn du möchtest, kannst du jederzeit wiederkommen“, bot sie mir verlegen an und kritzelte rasch eine Telefonnummer auf ein Stück Papier. Ich nickte nachdenklich, bevor ich mich mit einem Kuss von Birgit verabschiedete. Als sie die Tür hinter mir schloss, meinte ich ein leises Schluchzen zu hören. Ich stand vielleicht fünf Minuten reglos einfach nur da und überlegte. Schließlich wandte ich mich um und läutete an der Wohnungstüre …
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