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Chapter 6 by ThormGravis
Im weiteren Verlauf...
Vom Regen in die Traufe?
Lara brauchte nur einen kurzen Augenblick, um die Überraschung über die Nehmerqualitäten des schwarzen Hünen zu verdauen. Sie war sich ziemlich sicher, dass es sich bei diesem Exemplar um keinen normalen Kämpfer handelte. Von der Kleidung und der Bewaffnung ganz abgesehen mochte ein Kerl vielleicht hart genug sein, um über Glas zu laufen und tiefe Schnittwunden ohne Murren zu ertragen, aber ein Mann, der nach einem Sturz aus dem zweiten Stock einfach mit gebrochenen Knochen weitermachte ohne sich auch nur einen Augenblick seinen Verletzungen zu widmen, war ganz sicher nicht normal.
Dennoch musste Lara schnell handeln... und tat es. Nur einen Moment verfolgte sie mit ihrem Blick den Lauf ihres Gegners, der zum Hauptportal zurücklief. Wenn er nicht allein war würde er seinen Komplizen bald Laras Aufenthaltsort verraten. Die Grabräuberin eilte aus dem Musikzimmer, wobei ihre prallen, großen Brüste im knappen Bikini wippten. Den geplanten Besuch der Waffenkammer legte sie ad acta, denn wenn ihre Gegner sogar einen solchen Sturz überstanden, war ein Hieb mit einem Morgenstern sicher keine geeignete Alternative. Daher rannte sie einfach durch den Korridor und erreichte schließlich die Empore hoch über der Eingangshalle.
Unten sah sie einen weiteren schwarzen Riesen stehen, neben dem ein weitaus schmächtigerer Mann in einem aufwendigen Gewand stand. Sowohl seine Aufmachung als auch der große Stab in seiner Hand als auch die Art und Weise wie der Hüne seinen Kopf neigte, um den Worte des Hageren zu lauschen, weckten in Lara die deutliche Vermutung, dass es sich bei ihm um den Anführer handelte. Sie verstand seine Worte nicht, ordnete seine Sprache aber intuitiv im östlichen Afrika ein. Im Dunkel des Oberranges huschte Lara im Sichtschutz der Balustrade weiter, ließ die beiden Männer unten aber nicht aus den Augen.
Just in diesem Moment wurde die Eingangstür geöffnet und der Krieger, gegen den sie gekämpft hatte, humpelte hinein. Zufrieden betrachtete Lara, dass er zwar nicht schrie und weiter agierte, aber sichtlich eingeschränkt war. Der Anführer musterte ihn, dann wechselten sie einige schnelle Sätze. Der Blick des Priester wendete sich ruckartig der Empore zu und starrte zu dem Durchgang, an dem Lara noch wenige Augenblicke zuvor erschienen war. Sein Stab flammte im nächsten Moment auf und der in der Mitte eingebettete Edelstein sandte einen breiten Lichtstrahl aus, der einem kleinen Scheinwerfer alle Ehre gemacht hätte. Der Anführer drehte sich langsam und suchte mit dem Licht die Empore ab. Lara duckte sich ab und versuchte im Schatten der Balustrade zu bleiben. Dennoch schien der Mann sie entdeckt zu haben, denn der Lichtkreis verharrte direkt an ihrer Position.
"Guten Abend, Croft, Miss", rief der Mann in recht schwachem Englisch.
Lara atmete kurz ein und überlegte, ob das nur ein Trick war, kam dann aber zur Überzeugung, dass sie entdeckt worden war und weitere Versteckspiele nicht sonderlich viel nutzen würden. Sie richtete sich auf, lehnte sich mit den Unterarmen auf die Balustrade und bemühte sich, eine möglichst lässige Pose einzunehmen. "Ich würde einen Gruß erwidern, wenn sie Gäste wären. Ich kann mich aber nicht erinnern, eine Einladung ausgesprochen zu haben."
Der Mann schien nicht sonderlich an einer ausführlichen Konversation interessiert zu sein. "Einladung nicht notwendig war. Vier schon hier gewesen. Urgroßvater von Miss Croft sie mitgebracht. Jetzt Zeit für mich sie zu holen gekommen und zu gehen und mitnehmen was notwendig."
Lara zog eine Augenbraue hoch. "Wie bitte? Das ist ja wohl die lächerlichste Geschichte, die ich bisher gehört habe. Ich gebe zu, die Kostüme sind nett, aber deswegen falle ich nicht auf so eine billige Story herein. Aber vielleicht können wir uns einigen. Ich gebe euch eine Chance, die ich in drei Worten zusammenfassen kann: RAUS HIER. SOFORT."
"Unglück sein das. Wir bauchen noch alten Schatz. Du uns aber wohl nicht behilflich sein werden zu finden, Miss." Es war keine Frage. Der Mann im zeremoniellen Gewand war sich scheinbar ziemlich sicher.
"Stimmt", bestätigte Lara seine Vermutung. "Alles, was ihr von mir zu erwarten habt, sind Kugeln und vielleicht der ein oder andere Arschtritt."
"Du keine Waffe haben, Miss."
"Noch nicht. Aber das ist nur ein unbedeutendes Detail." Lara gab sich nicht nur so selbstbewusst. Sie war es auch und hatte alten Grund dazu.
"Ich viel gehört über Miss Croft Abenteuer viele. Du gefährlich." Bevor Lara darauf antworten konnte, richtete der Mann den Stab auf sie und aus dem Edelstein schoss ein weiterer Strahl hervor, jedoch viel dichter als der Lichtkegel. Lara ahnte, worum es sich handelte und machte einen schnellen Sprung rückwärts. Einen Augenblick später explodierten mehrere Quadratmeter Empore und Balustrade in einem Regen kleiner Trümmerstücke.
Wie gut übersteht Lara die Explosion?
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Lara Croft
Die nicht jugendfreien Abenteuer einer Grabräuberin
Wer hat nicht von ihr gehört? Lara Croft, die Actionlegende, die Grabräuberin. Doch aus Gründen der Altersfreigabe und somit der Umsätze verschweigen uns die Computer-Spiele, Comics und Filme uns seit jeher jene Abenteuer der Actionheldin, die keine Jugendfreigabe erhalten würden. Hier können wir hingegen Zeugen ihrer mehr oder weniger freiwilligen und heldenhaften Abenteuer für die erwachsene Leserschaft werden.
Updated on Apr 4, 2024
by ThormGravis
Created on Apr 9, 2016
by ThormGravis
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