Wie sind Sonjas Eindrücke?

Ein wunderschöner Abend

Chapter 67 by petra1 petra1

Der Abend mit Lukas war wirklich schön.

Das Essen war gut, das Gespräch noch besser. Ich hatte es geschafft, ihn langsam aus seiner Reserve zu locken. Anfangs war er noch sehr zurückhaltend, fast schon verkrampft. Aber mit der Zeit wurde er offener, erzählte von seiner Familie, seinen Hobbys, seinen Ängsten. Es fühlte sich echt an. Vertraut. Und gleichzeitig aufregend.

Doch dann kam dieser eine Satz, der mich wie ein Stich ins Herz traf.

Lukas: „Ich würde eigentlich gerne irgendwann Kinder haben… eine richtige kleine Familie.“

Kinder.

Für mich war das bis jetzt immer ein klares No-Go gewesen. Der Gedanke an Kinder hatte mich immer abgeschreckt — die Verantwortung, der Verlust von Freiheit, die Angst, mich selbst zu verlieren. Mit Bernd war das Thema nie ernsthaft aufgekommen, und das war mir ganz recht gewesen.

Aber bei Lukas… spürte ich nach den ersten Schrecksekunden plötzlich ein komisches Kribbeln im Bauch. Ein warmes, ungewohntes Gefühl. Die Vorstellung, mit dem richtigen Menschen — mit jemandem wie ihm — eine Familie zu haben… fühlte sich auf einmal nicht mehr ganz so unmöglich an.

Ich lächelte schnell, um meine Verwirrung zu überspielen.

Am Ende des Essens schlug Lukas vor, noch in ein Café zu gehen, vielleicht ein Eis essen.

Ich überlegte kurz. Eigentlich hatte ich eine bessere Idee.

Ich: „Weißt du was? Ich habe eine bessere Idee. Gehen wir doch zu mir nach Hause. Kaffee und Eis kann ich auch anbieten. Und vor allem ist es ruhiger — wir können unser nettes Gespräch dort viel besser fortführen.“

Lukas schaute mich unsicher an. Er wirkte etwas überrumpelt.

Lukas: „Ähm… ich weiß nicht. Das Café wäre vielleicht… besser?“

Ich schmunzelte. Er hatte eindeutig Angst, mit mir nach Hause zu kommen. Das spornte mich erst recht an.

Ich: „Komm schon. Es ist wirklich entspannter bei mir. Keine laute Musik, keine fremden Leute.“

Nach ein paar Sekunden des Zögerns nickte er schließlich.

Lukas: „Okay… dann zu dir.“

Wir spazierten Arm in Arm die etwa 20 Minuten zu meiner Wohnung. Die Luft war angenehm kühl. Ich spürte seinen Arm an meinem, seinen ruhigen Atem. Ehrlich gesagt war auch ich aufgeregt — mehr als ich zugeben wollte.

Mein Herz klopfte schneller. Nicht nur wegen der Erinnerung an die wilde Nacht. Sondern weil ich spürte: Das hier könnte der Anfang von etwas Neuem sein.

Und ich war bereit, herauszufinden, wohin es uns führen würde.

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