Wie reagiert Sonja?
Freude trotz Unsicherheit
Letzthin hatte Lukas sich in der Kaffeeecke einen richtigen Schupf gegeben.
Er sprach mich plötzlich etwas persönlicher an als sonst, schaute mir länger in die Augen und fragte schließlich zögerlich, ob ich Lust auf ein Nachtessen hätte. Ich hatte meine Zweifel — ob das wirklich gut gehen kann, ob wir nicht zu sehr in etwas hineinschlittern, das kompliziert werden könnte. Etwas wie mit Bernd möchte ich nicht mehr erleben.
Aber gleichzeitig spürte ich eine ehrliche Freude. Besonders auch weil Lukas endlich die Initiative ergriffen hat. Nach einigem Hin und Her und seinem etwas nervösen Betteln sagte ich schließlich:
Ich: „Gerne.“
Und jetzt war es so weit.
Es war Freitag, 16 Uhr. Arbeitsschluss. Um 20 Uhr sollte ich im Lokal sein. Ein einfaches, aber nettes italienisches Restaurant in der Altstadt.
Ich war sichtlich nervös — auf eine Art, die ich von mir überhaupt nicht kannte.
Früher hatten mich Dates immer eher kalt gelassen. Mit Bernd war es meistens nur „irgendwas essen gehen“ gewesen, ohne große Vorfreude. Ich hatte mich nie besonders vorbereitet. Aber heute stand ich schon seit einer halben Stunde vor dem Kleiderschrank.
Was ziehe ich an?
Das war verrückt. Ich, die sonst in fünf Minuten fertig war, überlegte ernsthaft, welche Bluse besser passt, ob der Rock zu viel oder zu wenig zeigt, welche Schuhe ich tragen soll. Ich probierte drei verschiedene Outfits an, schaute mich im Spiegel an, verwarf wieder alles.
Schließlich entschied ich mich für eine schlichte, aber elegante dunkelblaue Bluse und einen schwarzen Rock, der knapp über dem Knie endete. Dazu dezente Ohrringe und die Haare etwas gestylt. Ich wollte gut aussehen — aber nicht zu sehr. Nicht wie jemand, der sich besonders anstrengt.
Trotzdem spürte ich diese ungewohnte Aufregung im Bauch. Ein Kribbeln, das ich lange nicht mehr gefühlt hatte.
Warum mache ich mir überhaupt so viele Gedanken? Es ist doch nur ein Essen.
Aber es fühlte sich nicht „nur“ an. Es fühlte sich wichtig an.
Um kurz vor acht stand ich vor dem Restaurant. Mein Herz klopfte deutlich schneller als normal. Ich atmete ein paarmal tief durch, bevor ich hineinging.
Lukas war schon da. Er saß an einem Tisch am Fenster und stand sofort auf, als er mich sah. Er lächelte — ein bisschen nervös, aber echt.
Lukas: „Du siehst toll aus.“
Ich: „Danke. Du auch.“
Wir setzten uns. Und obwohl wir beide etwas befangen waren, spürte ich sofort: Es war der richtige Schritt.
Die Nacht lag hinter uns.
Und vielleicht lag etwas Neues vor uns.
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